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Angst vor Corona-Infektion: Tumulte in Asylbewerber-Einrichtung

Fiebersymptome bei Iraner  

Corona-Angst: Tumulte in Asylbewerber-Einrichtung

16.04.2020, 16:05 Uhr | dpa

Angst vor Corona-Infektion: Tumulte in Asylbewerber-Einrichtung. Polizeieinsatz: In einer Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung kam es zu Tumulten. (Quelle: imago images/A. Friedrichs)

Polizeieinsatz: In einer Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung kam es zu Tumulten. (Quelle: A. Friedrichs/imago images)

Ein 28-Jähriger klagt über Fiebersymptome, die Mitarbeiter der Einrichtung in Nostorf/Horst rufen den Notdienst – doch dann kommt es zu Unruhen. Die Polizei muss einschreiten.

Im Corona-Quarantänebereich der Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung Nostorf/Horst (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ist es am späten Mittwochabend zu einem Tumult gekommen, als sich ein Asylbewerber mit Fiebersymptomen nicht ausreichend medizinisch behandelt fühlte. Mitarbeiter der Erstaufnahmeeinrichtung hätten den Kassenärztlichen Notdienst angerufen, als der 28-jährige Iraner über Fieber klagte, berichtete das Innenministerium in Schwerin am Donnerstag. Der Bereitschaftsarzt habe telefonisch angeordnet, den Mann innerhalb des Quarantänebereiches weiter zu separieren und zu beobachten. Das genügte dem Erkrankten offenbar nicht.

Auch weitere Mitbewohner verlangten laut Innenministerium von den Betreuern, den Mann sofort in ein Krankenhaus zu bringen. "Mit Tumulten, verschiedenen Sachbeschädigungen im Haus und an den außen angebrachten Absperrungen versuchten die Asylbewerber ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen." Schließlich musste die Polizei gerufen werden. Als der Kranke schließlich doch in eine Klinik gebracht wurde, habe sich die Lage wieder beruhigt. Die Asylbewerber hätten sich entschuldigt und die Schäden beseitigt.

Bisher sieben positive Tests

Der Iraner sei im Krankenhaus auf eine Infizierung mit Covid-19 getestet worden. Das Ergebnis liege noch nicht vor. Bislang sind in der Erstaufnahmeeinrichtung in Nostorf/Horst dem Ministerium zufolge sieben Flüchtlinge positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. In der zweiten Erstaufnahme des Landes in Schwerin-Stern Buchholz waren es bisher 34. Infizierte werden in ein Ausweichquartier nach Parchim gebracht, Kontaktpersonen in Quarantänebereichen isoliert.

Am Donnerstagnachmittag will der Innenausschuss des Landtags die Erstaufnahme in Stern Buchholz besichtigen. Dort war Kritik an den Zuständen laut geworden. Flüchtlingsorganisationen warfen dem Innenministerium vor, es sei in dem Heim angesichts von Gemeinschaftsduschen und Gemeinschaftsverpflegung unmöglich, die geforderte soziale Distanz zu halten. Auch würden Hygienestandards nicht erfüllt.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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