Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Polizei rÀumt Barrikaden im Hambacher Forst

Von dpa
Aktualisiert am 23.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Ein Polizistin im Hambacher Wald vor zwei Umweltaktivisten.
Ein Polizistin im Hambacher Wald vor zwei Umweltaktivisten. (Quelle: Marius Becker/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Kerpen (dpa) - Die Polizei hat bei einem grĂ¶ĂŸeren Einsatz im Hambacher Forst mehrere Aufbauten auf Wegen in dem Wald beseitigt. Das Ziel der Aktion sei damit grundsĂ€tzlich erreicht worden, teilte ein Polizeisprecher mit.

Die Wege durch den Wald mĂŒssten frei gehalten werden, da dieser sonst fĂŒr Streifen- oder auch Rettungswagen nicht mehr passierbar sei. Den Angaben zufolge waren mehrere Hundertschaften im Einsatz. Kohle-Gegner verurteilten die Aktion als unnötige Provokation. Die Barrikaden stellten fĂŒr niemanden eine Gefahr dar.

Die Polizei berichtete von einigen kleineren ZwischenfĂ€llen. Zwei Frauen, die "mehrfach ausgesprochenen Platzverweisen" nicht nachgekommen seien, seien in Gewahrsam genommen worden. "Eine Frau leistete bei ihrer IdentitĂ€tsfeststellung Widerstand und versuchte, einen Polizisten zu beißen. Der Beamte blieb unverletzt", teilte die Polizei mit. Auf dem Weg zur Wache hĂ€tten beide zudem das Transportfahrzeug der Polizei verunreinigt. Wie eine Sprecherin sagte, geht die Polizei davon aus, dass es Exkremente waren.

Mehrere Vermummte hĂ€tten zwei Polizeifahrzeuge wĂ€hrend der Fahrt mit Steinen und Holz beworfen. "Zudem bewarfen Unbekannte Mitarbeiter von RWE mit Böllern." Verletzt wurde niemand, an den Fahrzeugen entstand Sachschaden. RWE-Mitarbeiter waren nach Angaben der Polizei an der Aktion beteiligt, weil die Beamten selbst nicht ĂŒber entsprechende Fahrzeuge und GerĂ€tschaften zum Abbau der Holzkonstruktionen im Wald verfĂŒgten. Die Leistungen des Konzerns wĂŒrden der Behörde in Rechnung gestellt.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Der Bundeskanzler will nicht, dass die Ukraine gewinnt"
Roderich Kiesewetter (CDU) bei "Anne Will": Isoliert sich Deutschland im Ukraine-Konflikt von der EU?


Der Wald war 2018 zum Symbol des Kampfes zwischen KlimaschĂŒtzern und Kohlebranche geworden. Die Polizei hatte aber von Beginn an betont, dass es nicht um die RĂ€umung von BaumhĂ€usern gehe. Waldbesetzer hĂ€tten aber teilweise bis zu 15 Meter hohe Strukturen aus BaumstĂ€mmen mit Plattformen auf den Waldwegen errichtet. Dies könne die Polizei nicht hinnehmen, da die Wege fĂŒr Einsatzfahrzeuge frei bleiben mĂŒssten.

Entfernt wurden Polizeiangaben zufolge mehrer Barrikaden. Auch verstreute "KrĂ€henfĂŒĂŸe" sowie ausgelegte Nagelbretter seien eingesammelt worden. Die Beamten entdeckten eigenen Angaben zufolge auf einem Weg auch eine kleine GedenkstĂ€tte fĂŒr den gewaltsam getöteten schwarzen US-Amerikaner George Floyd. Diese habe aber stehen bleiben können, da sie kein Hindernis darstelle.

Das Anti-Kohle-BĂŒndnis "Ende GelĂ€nde" kritisierte den Polizeieinsatz. "Das sieht nach einem typischen Fall von polizeilicher Schikane aus", sagte Sprecherin Ronja Weil. "Wir solidarisieren uns mit den BesetzerInnen". Auch wenn im Rahmen des Kohle-Kompromisses die Erhaltung des Waldes vereinbart worden sei, bleibe seine Zukunft gefĂ€hrdet. "Ende GelĂ€nde" ist nicht an der Besetzung des Waldes beteiligt, unterstĂŒtzt die Waldbewohner aber.

Der Hambacher Forst hatte ursprĂŒnglich fĂŒr den Braunkohle-Tagebau gerodet werden sollen. In einem der grĂ¶ĂŸten PolizeieinsĂ€tze der nordrhein-westfĂ€lischen Geschichte wurde das WaldstĂŒck im Herbst 2018 gerĂ€umt. 86 BaumhĂ€user wurden zerstört. Schließlich verstĂ€ndigten sich Bund, LĂ€nder und Energiekonzerne Anfang dieses Jahres im Zuge der Kohle-Einigung darauf, dass der Wald doch erhalten bleiben soll.

Aktivisten leben weiterhin im Forst. Die Zahl schwankt nach Polizeiangaben stark, es sollen ungefÀhr 100 Personen sein. Sie kÀmen aus einem breiten politischen Spektrum, unter anderem aus der anarchistischen und aus der Umweltszene. Die Waldbesetzer haben an die 100 neue BaumhÀuser errichtet.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Bastian Brauns
Von Miriam Hollstein, Bastian Brauns
Polizei
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website