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Virologin Ciesek kritisiert Verk├╝rzung des Genesenen-Status

Von dpa
Aktualisiert am 28.01.2022Lesedauer: 2 Min.
"Dieses Virus hat uns immer wieder ├╝berrascht", sagt Ciesek zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie.
"Dieses Virus hat uns immer wieder ├╝berrascht", sagt Ciesek zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa./dpa)
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Wiesbaden (dpa) - Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht die Verk├╝rzung des Genesenen-Status von sechs auf drei Monate kritisch.

Die Direktorin des Instituts f├╝r Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik pl├Ądiert daf├╝r, den Zeitpunkt des Boosterns nach Genesung "individual-medizinisch" zu entscheiden.

"So richtig gl├╝cklich und zufrieden bin ich nicht mit den Regelungen", sagte Ciesek. Einen einheitlichen Zeitpunkt f├╝r alle zu definieren, sei "sehr schwierig". Es m├╝sse ber├╝cksichtigt werden, mit welcher Virus-Variante man infiziert wurde, wie alt man ist, wie lange gegebenenfalls die Impfungen zur├╝ckliegen.

Ciesek: Dilemma f├╝r Jugendliche

"Die Regelung mit den drei Monaten ist f├╝r einige Patienten sehr ung├╝nstig", sagte sie in Wiesbaden. Jugendliche, die im Sommer das erste Mal geimpft wurden und sich im Herbst infizierten, seien jetzt "in einem echten Dilemma". Sie m├╝ssten sich nun nach drei Monaten boostern lassen, "haben aber zum Teil Antik├Ârper, die unser Messfenster sprengen". Hier mache es Sinn, auf den neuen, an Omikron angepassten Impfstoff zu warten. Bei 60-J├Ąhrigen sei das ganz anders.

"Dieses Virus hat uns immer wieder ├╝berrascht", sagte Ciesek in ihrer Bilanz zwei Jahre nach Beginn der Pandemie. Virologen h├Ątten zwar damit gerechnet, dass sich das Virus ver├Ąndere, aber nicht damit, "dass das so schnell geht und dass wir so viele Varianten sehen". Auch die Hoffnung, dass sich mit dem Impfstoff die Pandemie dem Ende zuneigt, "hat sich leider nicht so richtig bewahrheitet". Impfungen blieben dennoch wichtig, um schwere Verl├Ąufe zu verhindern.

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Unklar, ob Omikron viel infekti├Âser

Dass Omikron wirklich so viel infekti├Âser ist als Delta, sei virologisch "gar nicht klar", sagte Ciesek, "eher unwahrscheinlich". Dass sich mehr Menschen anstecken, liege eher daran, "dass das Virus viel mehr Opfer findet": Bei Delta sei das Virus von den Geimpften besser "geblockt" worden, mit Omikron infizierten sich auch Geimpfte und Geboosterte, deswegen k├Ânne das Virus jetzt wieder besser zirkulieren. Ein weiterer Grund sei die k├╝rzere Inkubationszeit.

Dass bald eine vierte Impfung f├╝r alle n├Âtig sein wird, glaubt Ciesek nicht. F├╝r Omikron mache das "keinen gro├čen Unterschied". Die Antik├Ârper stiegen weniger stark an als nach der zweiten oder dritten Impfung "und ich kenne auch einige, die sich trotz vier Impfungen infiziert haben". Langfristig seien dennoch mehr als drei Impfungen denkbar: "Ich glaube schon, dass es darauf hinausl├Ąuft, dass einige sich regelm├Ą├čig impfen lassen m├╝ssen."

Wann das Virus endemisch werde, k├Ânne man derzeit noch nicht sagen. "Es ist wichtig zu verstehen, dass man erst ein endemisches Stadium erreicht, wenn alle irgendwie mal Kontakt hatten - entweder durch Impfung oder Infektion und dann die Verl├Ąufe einfach milder werden. Und so weit sind wir nicht."

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