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Papst Franziskus: Nein zu Verhütung, Homo-Ehe und Reformen

Nein zu Verhütung, Homo-Ehe und Reformen

15.03.2013, 09:54 Uhr | AFP

Papst Franziskus: Nein zu Verhütung, Homo-Ehe und Reformen. Zumindest ideologisch ist Papst Franziskus ein Mann der Vergangenheit. (Quelle: Reuters)

Zumindest ideologisch ist Papst Franziskus ein Mann der Vergangenheit. (Quelle: Reuters)

Die Wahl des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst war eine Überraschung. Auch viele Gläubige rätseln derzeit noch, in welche Richtung Franziskus gehen wird.

Erste Hinweise könnten frühere Stellungnahmen Bergoglios zu umstrittenen Themen geben:

Homosexualität

Der neue Papst ist ein entschiedener Gegner der Homo-Ehe. Vor der Abstimmung zur Legalisierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Argentinien 2010 wetterte er beispielsweise: "Seien wir nicht naiv. Das ist kein einfacher politischer Kampf, das ist der Versuch, Gottes Plan zu zerstören." Bergoglio stellte sich auch vehement gegen ein im Mai vergangenen Jahres verabschiedetes Gesetz, wonach Transvestiten und Transsexuelle unter ihrem gewählten Geschlecht anerkannt werden.

Abtreibung und Verhütung

Der neue Papst lehnt Abtreibung komplett ab - egal in welchem Monat. "Eine schwangere Frau trägt in ihrem Bauch keine Zahnbürste und keinen Tumor", sagte er einmal zu diesem Thema. "Die Wissenschaft weiß, dass vom Moment der Empfängnis an, das neue Sein den gesamten genetischen Code in sich trägt."

Franziskus lehnt auch Kondome ab, sie sollen selbst zum Schutz vor Aids nicht genutzt werden. Es wird davon ausgegangen, dass der 76-Jährige die bisherige Linie des Vatikan, auch andere Formen der Verhütung abzulehnen, fortsetzt.

Sterbehilfe

Franziskus lehnt jede Form von Sterbehilfe ab, auch Todkranke sollen sie nicht bekommen.

Missbrauchsskandal

Als Kardinal hat sich Bergoglio nicht öffentlich zu diesem die katholische Kirche weltweit erschütternden Thema geäußert. In Argentinien wurden seit 2002 drei Priester wegen Kindesmissbrauchs zu Haftstrafen verurteilt. Zudem traten zwei Bischöfe im Zusammenhang mit dem Skandal zurück. Die katholische Kirche in Argentinien, in der Bergoglio als Erzbischof der Hauptstadt Buenos Aires eine maßgebliche Rolle spielt, hielt sich die ganze Zeit zurück und gab keine öffentliche Erklärung zu einem der Fälle ab. Sie ließ lediglich verlauten, dass sie die Urteile der Justiz - wie immer sie ausfallen - akzeptiere.

Diktatur in Argentinien

Die Rolle von Bergoglio in den Zeiten der Diktatur von 1976 bis 1983 ist umstritten, Kritiker werfen ihm eine zu große Nähe zur Militärjunta vor. Dem neuen Papst wird unter anderem seine Rolle beim Verschwinden und der Folter zweier Jesuitenpater vorgeworfen, nachdem sie sich für die Opposition stark gemacht hatten. Bergoglio schloss die beiden politisch aktiven Jesuiten aus dem Orden aus - nach seinen Angaben, um die politische Neutralität zu gewährleisten. Vorwürfe der Mittäterschaft weist der neue Papst vehement von sich. Vielmehr habe er sich für Opfer der Diktatur eingesetzt: "Ich habe getan, was ich - angesichts meines Alters und meiner wenigen Beziehungen - tun konnte, um den Verschwundenen zu helfen."

Kirchenreformen

Franziskus ist strikt gegen eine Aufhebung des Zölibats für Priester. Auch eine stärkere Rolle von Frauen in der Kirche lehnt er ab. Es wird auch nicht erwartet, dass sich unter ihm der Umgang der katholischen Kirche mit Geschiedenen ändert.

Kirche und Politik

Der neue Papst hat immer wieder betont, dass sich die Kirche nicht in die Politik einmischen solle. Er ist aber ein vehementer Verfechter der Rechte sozial Schwacher. In seinem Kampf für Gerechtigkeit kollidierte er immer wieder mit den Herrschenden in Buenos Aires. Deshalb wird ihm unter anderem ein äußerst schlechtes Verhältnis zur derzeitigen Präsidentin Cristina Kirchner nachgesagt. Deren verstorbener Ehemann und Vorgänger im Amt des Staatschefs, Nestor Kirchner, hat Bergoglio einmal vorgeworfen, "der eigentliche Oppositionsführer" im Land zu sein.

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