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Klima: 11.000 Forscher warnen vor "unsäglichem Leid"

Zukunft der Erde  

Über 11.000 Forscher warnen vor "unsäglichem Leid"

06.11.2019, 14:36 Uhr | dpa

 (Quelle: NASA)
Arktisches Meereis: Zeitraffer zeigt dramatischen Rückgang

Eine Zeitraffer-Animation der NASA zeigt, wie sich das arktische Meereis über die vergangene 25 Jahre entwickelt hat. Der Rückgang ist eines der auffälligsten Anzeichen der fortschreitenden Erwärmung. Alarmierend ist, dass das Meereis nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter schmilzt. (Quelle: t-online.de)

Zukunft der Menschheit: Das sind die dramatischen Auswirkungen der Gletscherschmelze. (Quelle: t-online.de)


Mehr als 11.000 Wissenschaftler sehen einen weltweiten "Klima-Notfall" als realistisches Zukunftsszenario. Die Klimakrise entwickle sich schneller als erwartet – sie empfehlen drastische Maßnahmen.

Wenn sich das menschliche Verhalten, das zum Ausstoß von Treibhaus-Gasen und anderen den Klimawandel begünstigenden Faktoren führt, nicht grundlegend und anhaltend verändere, sei "unsägliches menschliches Leid" nicht mehr zu verhindern, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Erklärung von über 11.000 Wissenschaftlern aus 153 Ländern.

"Wissenschaftler haben eine moralische Pflicht, die Menschheit vor jeglicher katastrophaler Bedrohung zu warnen", sagte Ko-Autor Thomas Newsome von der University of Sydney. "Aus den vorliegenden Daten wird klar, dass wir einem Klima-Notfall gegenüberstehen."

"Klimawandel beschleunigt sich schneller als erwartet"

"Obwohl global seit 40 Jahren verhandelt wird, haben wir weiter gemacht wie vorher und sind diese Krise nicht angegangen", sagte William Ripple, der den Zusammenschluss der Wissenschaftler gemeinsam mit seinem Kollegen Christopher Wolf von der Oregon State University in den USA anführt. "Der Klimawandel ist da und er beschleunigt sich rascher als viele Wissenschaftler erwartet hatten."

Die Forscher fordern in ihrem Beitrag im Fachjournal "BioScience" Veränderungen vor allem in sechs Bereichen: Umstieg auf erneuerbare Energien, Reduzierung des Ausstoßes von Stoffen wie Methan und Ruß, besserer Schutz von Ökosystemen wie Wäldern und Mooren, Konsum von mehr pflanzlichen und weniger tierischen Produkten, nachhaltige Veränderung der Weltwirtschaft und Eindämmung des Anwachsens der Weltbevölkerung.

Forscher warnten bereits vor zwei Jahren

Die Wissenschaftler sehen sich bestärkt von zunehmendem Umweltbewusstsein und den Protesten der "Fridays for Future"-Bewegung. Es müsse allerdings noch viel mehr passieren. "Als Zusammenschluss von Wissenschaftlern weltweit stehen wir bereit, bei einem gerechten Wandel hin zu einer nachhaltigen und gleichberechtigten Zukunft zu helfen."
 

 
Vor zwei Jahren hatten Wissenschaftler um Ripple und Newsome bereits einen ähnlichen Beitrag initiiert. Mehr als 15.000 Forscher aus über 180 Ländern unterzeichneten damals eine eindringliche "Warnung an die Menschheit" mit der Aufforderung zu konsequenterem Umweltschutz.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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