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Coronavirus: Schweiz meldet Rekordwert bei Covid-19-Neuerkrankungen

In Relation zur Bevölkerung  

Schweiz meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfizierungen

26.03.2020, 10:00 Uhr | t-online.de, joh

Infektionskurven in den Ländern: Diese weltweiten Kurven zeigen, wie es gehen kann

Die Coronavirus-Krise könnte uns noch monatelang beschäftigen. Infektionskurven in Europa zeigen steil nach oben. Doch es gibt auch Länder, in denen es positiver aussieht. Eine Animation zu Neuinfektionen und Genesenen. (Quelle: t-online.de)

Einige Länder machen Hoffnung: Diese Kurven zeigen die Infizierten und Genesenen weltweit. (Quelle: t-online.de)


Die Ausbreitung des Coronavirus ist in Italien besonders dramatisch. Auch in der Schweiz erkranken immer mehr Menschen. Im Verhältnis zur Bevölkerung wurden nun sogar so viele Fälle gemeldet, wie nirgendwo sonst.

In der Schweiz sind am Dienstag mehr neue Coronavirus-Fälle pro Einwohner gemeldet worden, als in jedem anderen Land. Das haben Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ergeben, die t-online.de vorliegen.

Für den 24. März zeigen die Daten: In der Schweiz sind an einem Tag 1.044 Menschen positiv getestet worden. Im Nachbarland Deutschland wurden am selben Tag zwar deutlich mehr Neufinizierungen gemeldet, nämlich 4.438. Hier leben aber auch mehr Menschen.  

Setzt man die Zahlen ins Verhältnis zur Bevölkerung, stellt sich die Lage in der Schweiz viel dramatischer dar: Auf eine Million Einwohner kamen 122 Covid-19-Patienten neu hinzu. Bemessen an der Einwohneranzahl von 8,6 Millionen in der Schweiz, ist das der derzeit höchste Wert bei den Neuinfizierungen weltweit. Insgesamt sind mehr als 8.000 Menschen erkrankt.

In Deutschland sind am 24. März auf eine Million Einwohner 53 Neuinfizierte dazu gekommen. Italien hatte am selben Tag 79 Neuinfizierte je eine Million Einwohner gemeldet.

In Schweiz wird viel getestet

Experten hätten darauf hingewiesen, dass in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern besonders viele Tests gemacht wurden, was die Zahlen nach oben hin verzerren könnte, berichtet "Welt". Nur die Vereinigten Arabischen Emirate, Norwegen und Südkorea hätten einen noch größeren Bevölkerungsanteil bereits einem Test unterzogen.  

Besonders schwer getroffen ist das Tessin, der Teil der Schweiz, der an Italien angrenzt. Laut Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) vom Sonntag ist dort jeder 380. Bürger infiziert.

Basel: In der Schweizer Stadt ist ein Spital-Batallion im Einsatz.  (Quelle: dpa/KEYSTONE/Georgios Kefalas)Basel: In der Schweizer Stadt ist ein Spital-Batallion im Einsatz. (Quelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas/dpa)

Kritik an Reaktion auf Virus

Deutschlands Nachbarland ist in den vergangenen Tagen kritisiert worden, zu spät auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert zu haben. Wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, seien die Krankenhäuser nicht auf die Notlage eingestellt gewesen und hätten keine Vorräte, wie etwa Atemschutzmasken, angelegt. Schon 2018 seien die minimalen Reserven angemahnt worden. Das größere Problem sei allerdings das Personal. Fachkräfte würden auch in der Schweiz in hohem Maß fehlen. 

EPFL-Forscher Marcel Salathé erläuterte auf Anfrage der "Neuen Züricher Zeitung", wieso sein Vertrauen in die Politik "erschüttert" ist. "Ich bin immer davon ausgegangen, dass wir in der Schweiz alles im Griff haben, dass wir für alle Eventualitäten vorbereitet sind und einen entsprechenden Plan aus der Schublade ziehen können, auch bei einer Pandemie. Doch ich musste erkennen, dass ich in dieser Hinsicht naiv war", sagte er. Die Experten hätten schon früh klar gesehen, was von Italien her auf die Schweiz zukomme, betonte Salathé. "Man hatte von außen nicht den Eindruck, dass der politische Wille bestand, alles zur Eindämmung der Pandemie zu tun."

In der Schweiz sind bislang 86 Menschen an dem Virus gestorben, schreibt das BAG (Stand: 24. März). Weltweit sind es bereits mehr als 16.000 Tote.

Verwendete Quellen:

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