Sie sind hier: Home > Politik > Corona-Krise >

7-Tage-Inzidenz Corona in Deutschland: Hier gibt es viele Neuinfektionen

7-Tage-Inzidenz  

So ist die Corona-Infektionslage in Ihrem Landkreis

Von Laura Stresing, Cem Özer und Manfred Schäfer

17.04.2021, 12:26 Uhr
7-Tage-Inzidenz Corona in Deutschland: Hier gibt es viele Neuinfektionen. Ein Team der Fieberambulanz in Sachsen-Anhalt nimmt Corona-Tests vor: Die Lage in Deutschland bleibt angespannt. Auf einer Karte zeigt t-online, wie die Sieben-Tage-Inzidenz in den Landkreisen und Städten ist.  (Quelle: dpa/Matthias Bein)

Ein Team der Fieberambulanz in Sachsen-Anhalt nimmt Corona-Tests vor: Die Lage in Deutschland bleibt angespannt. Auf einer Karte zeigt t-online, wie die Sieben-Tage-Inzidenz in den Landkreisen und Städten ist. (Quelle: Matthias Bein/dpa)

Deutschland befindet sich mitten in der dritten Corona-Welle. Die Schärfe des Lockdowns und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in den Bundesländern richten nach den Fallzahlen. Wir zeigen, wo sich die Neuinfektionen häufen.

WICHTIGER HINWEIS: Die in den Grafiken dargestellten Zahlen spiegeln nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen wider. Es ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Die Werte basieren zudem häufig auf unvollständigen Meldedaten und werden in der Regel eher als zu niedrig angegeben. Bitte informieren Sie sich zusätzlich auf den offiziellen Seiten Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises über aktuelle Daten und Maßnahmen.

Zu Beginn des zweiten Pandemiejahres ist die Lage in Deutschland weiterhin extrem angespannt. Mit einem verlängerten "harten Lockdown" wollten Bund und Länder das Infektionsgeschehen wieder in den Griff bekommen. Das hat bislang nicht geklappt. 

Erklärtes Ziel war es zunächst, die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche wieder deutlich auf unter 50 beziehungsweise 35 zu senken. Experten plädierten sogar für einen Zielwert von unter 25 oder unter 10.

Davon sind Bund und Länder nun abgerückt, da klar ist, dass die Fallzahlen ohne massiv verschärfte Maßnahmen auf absehbare Zeit nicht sinken werden. Stattdessen gilt nun eine Obergrenze von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Bei Werten darunter sind vorsichtige Öffnungen möglich. Man hofft, dem zu erwartenden Anstieg bei den Fallzahlen durch verstärktes Testen und mehr Impfungen entgegenwirken zu können.

Unsere interaktive Karte zeigt, von welchen Inzidenzwerten das Robert Koch-Institut (RKI) in Ihrem Landkreis ausgeht.* 

Die 7-Tage-Inzidenz wurde eingeführt, um aktuelle Hotspots in der Coronavirus-Pandemie zu identifizieren und gegebenenfalls Maßnahmen einzuführen oder zu verschärfen. Allerdings stellen die Zahlen nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen dar. Es ist insbesondere von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Momentaner Inzidenzwert kann trügerisch sein

Da neue Infektionen zudem mit einer gewissen Verzögerung an das RKI gemeldet werden, werden die Fallzahlen und der daraus resultierende Inzidenzwert in der Regel eher als zu niedrig angegeben. Häufig basieren die Werte auf unvollständigen Daten.

Die nachfolgende Tabelle verschafft einen ersten Überblick, welche Landkreise laut RKI aktuell die niedrigsten oder höchsten Inzidenzwerte aufweisen: 

Wichtiger als diese Tageswerte ist eine Beobachtung der Entwicklungen über einen längeren Zeitraum. Wenn einzelne Landkreise aufgrund von Feiertagen, wegen technischer Probleme, Personalmangels oder aufgrund eines "Meldestaus" an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen keine neuen Zahlen an das RKI übermitteln, kann das zum Teil zu erheblichen Verzerrungen führen. Gelegentlich werden die Werte nachlaufend korrigiert, weil fehlende Daten in Form von Nachmeldungen in die Berechnung an den Folgetagen eingehen. Das Problem und ein konkretes Beispiel haben wir bereits hier geschildert.

Der Effekt durch den Meldeverzug ist in den einzelnen Landkreisen unterschiedlich ausgeprägt und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bitte informieren Sie sich zusätzlich auf den offiziellen Seiten Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises über aktuelle Daten und Maßnahmen. 

Zweiter Lockdown geht in die Verlängerung

Nachdem es zuvor im Zuge eines "harten Lockdowns" gelungen war, die Fallzahlen zu Beginn des Jahres kontinuierlich zu senken, steigen sie seit Mitte Februar trotz verschiedener Maßnahmen und Alltagseinschränkungen wieder an. Das liegt vermutlich einerseits an einer Verhaltensänderung in der Bevölkerung, andererseits aber auch an der Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Variante B.1.1.7. Oft kann die Ursache eines Ausbruchs nicht mehr genau zurückverfolgt werden, die Gesundheitsbehörden sprechen von einem "diffusen Infektionsgeschehen". 

Trotzdem hatten Bund und Länder im Februar beschlossen, den Einzelhandel schrittweise zu öffnen. Friseure und ähnliche Dienstleister durften Anfang März ihre Arbeit wieder aufnehmen. Auch die Kinder und Jugendlichen kehrten vielerorts in die Schulen und Kitas zurück. Bei sehr hohen Inzidenzen sollen die Landkreise jedoch in den früheren Lockdown-Zustand zurückkehren ("Notbremse"). 

Sorge um neue Virusvariante

Angesichts der wachsenden Verbreitung der besonders ansteckenden Virusvariante B.1.1.7 ist jedoch selbst unter Lockdown-Bedingungen mit einem Anstieg der Fallzahlen zu rechnen. Lockerungen und Schulöffnungen dürften den Effekt noch verstärken. Landkreise werden Schwierigkeiten haben, dauerhaft unter der Inzidenzschwelle von 100 zu bleiben, ab der die "Notbremse" vorgesehen ist. Außerdem erhöht sich mit der Zahl der Übertragungen auch das Risiko von weiteren gefährlichen Mutationen. 

Intensivmediziner warnen bereits vor einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems ab Mitte April, wenn sich viele jüngere, noch nicht geimpfte Menschen infizieren und mit einem schweren Verlauf ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen. Zwar ist das Sterberisiko bei jüngeren Menschen geringer. Dafür dauert die Behandlung jedoch länger. Wenn die Intensivbetten wochenlang mit Covid-19-Patienten belegt sind, leidet darunter auch die Versorgung von Patienten mit anderen Leiden oder schweren Verletzungen.

Hinzu kommt, dass eine Infektion selbst nach einem vergleichsweise milden Krankheitsverlauf langfristige Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben kann, wie Untersuchungen zum sogenannten "Long Covid"-Syndrom zeigen. 

* Hinweis zur Bedienung der Karten: Fahren Sie mit dem Mauszeiger über einen Landkreis, um zu erfahren, wie viele Neuinfektionen es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gab. Die Daten stammen vom Robert Koch-Institut und werden täglich aktualisiert. Bitte beachten: Landkreise und gleichnamige Kreisstädte werden gesondert ausgewiesen. Um beispielsweise den Wert für die Stadt Rosenheim im Landkreis Rosenheim zu sehen, müssen Sie gegebenenfalls in die Karte hineinzoomen.

Verwendete Quellen:
  • Daten vom Robert Koch-Institut
  • Eigene Recherchen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal