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Corona in Deutschland: So ist die Inzidenz bei Ihnen

7-Tage-Inzidenz  

So ist die Corona-Infektionslage in Ihrem Landkreis

Von Laura Stresing, Cem Özer und Manfred Schäfer

16.01.2021, 12:34 Uhr
Corona in Deutschland: So ist die Inzidenz bei Ihnen. Ein Team der Fieberambulanz in Sachsen-Anhalt nimmt Corona-Tests vor: Die Lage in Deutschland bleibt angespannt. Auf einer Karte zeigt t-online, wie die Sieben-Tage-Inzidenz in den Landkreisen und Städten ist.  (Quelle: dpa/Matthias Bein)

Ein Team der Fieberambulanz in Sachsen-Anhalt nimmt Corona-Tests vor: Die Lage in Deutschland bleibt angespannt. Auf einer Karte zeigt t-online, wie die Sieben-Tage-Inzidenz in den Landkreisen und Städten ist. (Quelle: Matthias Bein/dpa)

Die zweite Corona-Welle hat Europa fest im Griff. Seit Mitte Dezember befindet sich Deutschland erneut im verschärften Lockdown. Wir zeigen, wo sich die Neuinfektionen laut den offiziellen Zahlen häufen.

WICHTIGER HINWEIS: Seit Weihnachten 2020 wird in Deutschland weniger getestet. Das führt dazu, dass das Infektionsgeschehen voraussichtlich über mehrere Wochen hinweg deutlich unterschätzt wird. Viele Fälle bleiben unerkannt und werden auch nicht nachgemeldet. Der Effekt auf die Fallstatistik dauert bis mindestens Mitte Januar an. Die bis dahin gemeldeten Zahlen sollten nicht ohne Berücksichtigung weiterer Faktoren als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen in der Pandemie herangezogen werden.  

Zu Beginn des zweiten Jahres in der Coronavirus-Pandemie ist die Lage in Deutschland weiterhin extrem angespannt. Mit einem verlängerten "harten Lockdown" wollen Bund und Länder das Infektionsgeschehen wieder in den Griff bekommen. 

Ziel ist es, die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche wieder deutlich auf unter 50 zu senken. Experten plädieren sogar für einen Zielwert von unter 25. Denn nur bei niedrigen Fallzahlen können Infektions-Cluster schnell genug ausfindig gemacht und isoliert werden, sodass Lockerungen wieder möglich werden. 

Davon sind die allermeisten Landkreise in Deutschland derzeit weit entfernt. Unsere interaktive Karte zeigt, von welchen Inzidenzwerten das Robert Koch-Institut in Ihrem Landkreis ausgeht.* 

Die 7-Tage-Inzidenz wurde eingeführt, um aktuelle Hotspots in der Coronavirus-Epidemie identifizieren und mögliche Risiken für die Bevölkerung besser bewerten zu können. Allerdings stellen die Zahlen nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen dar. Es ist insbesondere seit Weihnachten 2020 von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Da neue Infektionen zudem mit einer gewissen Verzögerung an das RKI gemeldet werden, werden die Fallzahlen und der daraus resultierende Inzidenzwert in der Regel eher als zu niedrig angegeben. Häufig basieren die Werte auf unvollständigen Daten. 

Momentaner Inzidenzwert kann trügerisch sein

Das kann zum Teil zu erheblichen Verzerrungen führen – beispielsweise wenn einzelne Landkreise aufgrund von Feiertagen, wegen technischer Probleme, Personalmangels oder aufgrund eines "Meldestaus" an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen keine neuen Zahlen an das RKI übermitteln können. Das Problem und ein konkretes Beispiel haben wir hier geschildert. Auch in der Woche vom 28.12.2020 bis zum 3.1.2021 fehlten aus 30 Landkreisen die Meldungen von drei oder mehr Tagen. 

Zum Teil werden die Werte nachlaufend korrigiert, weil fehlende Daten in Form von Nachmeldungen in die Berechnung an den Folgetagen eingehen. Die aktuell gemeldeten RKI-Tageswerte sollten jedoch als Momentaufnahme betrachtet und hinterfragt werden.

Der Effekt durch den Meldeverzug ist in den einzelnen Landkreisen unterschiedlich ausgeprägt und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bitte informieren Sie sich zusätzlich auf den offiziellen Seiten Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises über aktuelle Daten und Maßnahmen. Die nachfolgende Tabelle verschafft einen ersten Überblick: 

Zweiter Lockdown geht in die Verlängerung

Seit dem Herbst 2020 kämpfen die deutschen Landkreise gegen eine massive zweite Infektionswelle an. Die Fallzahlen sind trotz verschiedener Maßnahmen bundesweit auf einem anhaltend sehr hohen Niveau. Oft kann die Ursache eines Ausbruchs nicht mehr genau zurückverfolgt werden, die Gesundheitsbehörden sprechen von einem "diffusen Infektionsgeschehen". 

Bis zunächst zum 31. Januar muss deshalb der Einzelhandel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf schließen. In diesem Zeitraum sollen auch Schulen grundsätzlich geschlossen oder die Präsenzpflicht ausgesetzt werden. Wie es danach weitergeht, wollen Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs am 19. Januar besprechen.

Sorge um neue Virusvariante

Experten mahnen aus Sorge vor mutierten Virusvarianten aus England oder Südafrika zu zusätzlicher Vorsicht. Die Coronavirus-Mutation B117 gilt als besonders ansteckend. In Südengland hat sie sich bereits rasend schnell verbreitet. Sollte sich diese oder eine ähnliche Variante auch in Deutschland ausbreiten, könnte dies selbst unter den derzeit geltenden Einschränkungen zu einem erneut exponentiellen Anstieg bei den Fallzahlen führen. 

Im Winter gilt es als besonders schwierig, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen, da sich die Menschen öfter in Innenräumen aufhalten. Regelmäßiges Lüften kann helfen, das Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen zu senken. Auch Abstandsregeln und Hygienevorschriften müssen weiter eingehalten werden. Insbesondere das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hat sich als effektive Maßnahme zur Bekämpfung der Pandemie erwiesen. 

* Hinweis zur Bedienung der Karten: Fahren Sie mit dem Mauszeiger über einen Landkreis, um zu erfahren, wie viele Neuinfektionen es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gab. Die Daten stammen vom Robert Koch-Institut und werden täglich aktualisiert. Bitte beachten: Landkreise und gleichnamige Kreisstädte werden gesondert ausgewiesen. Um beispielsweise den Wert für die Stadt Rosenheim im Landkreis Rosenheim zu sehen, müssen Sie gegebenenfalls in die Karte hineinzoomen.

Verwendete Quellen:
  • Daten vom Robert Koch-Institut
  • Eigene Recherchen

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