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Bielefelder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies-Chefetage

Corona-Ausbruch in Ostwestfalen  

Bielefelder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies-Chefetage

17.07.2020, 19:28 Uhr | dpa

Bielefelder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies-Chefetage. Bekanntester Kopf des Unternehmens: Clemens Tönnies ist Miteigentümer der Tönnies-Gruppe. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Bekanntester Kopf des Unternehmens: Clemens Tönnies ist Miteigentümer der Tönnies-Gruppe. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Die Staatsanwaltschaft hat nach dem massiven Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück Ermittlungen gegen die Geschäftsführung des Fleischkonzerns aufgenommen. Zunächst wurde gegen Unbekannt ermittelt – wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Nach zahlreichen Anzeigen wegen des Corona-Ausbruchs in Deutschlands größtem Fleischwerk ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen die Geschäftsführung von Tönnies. Grund dafür sei aber kein neuer Ermittlungsstand, sondern das übliche Fortschreiben eines solchen Verfahrens, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Freitag. Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen zunächst gegen Unbekannt wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt.

Rund 50 Strafanzeigen nach Ausbruch in Tonnies-Hauptwerk

Bei der Staatsanwaltschaft in Bielefeld sind seit dem Corona-Ausbruch im Tönnies-Hauptwerk in Rheda-Wiedenbrück Mitte Juni nach Angaben der Behörde rund 50 Strafanzeigen eingegangen. Darunter ist auch eine Anzeige der Bielefelder Bundestagsabgeordneten Britta Haßelmann (Grüne). Der Ermittlungskommission der Polizei, die den Einsatznamen EK "Carne" (Fleisch) trägt, gehörten derzeit fünf Beamte an, sagte ein Sprecher der Bielefelder Polizei. Die "Neue Westfälische" hatte online darüber berichtet, dass nun gegen die Geschäftsführung von Tönnies ermittelt werde.

Bei dem Corona-Ausbruch in dem Fleischwerk hatten sich nachweislich rund 1400 Mitarbeiter infiziert. Der massive Ausbruch hatte zu den bundesweit ersten regionalen Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie geführt. Davon waren die Kreise Gütersloh und Warendorf betroffen. Das Unternehmen Tönnies hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass es mit den Behörden eng zusammenarbeite.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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