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RKI – 1.226 Corona-Neuinfektionen an einem Tag: Jens Spahn ist besorgt

Höchster Stand seit Mai  

Starker Anstieg bei Neuinfektionen – Spahn ist besorgt

12.08.2020, 16:23 Uhr | dpa, mk

Animation zeigt Corona-Trend in Deutschland

Mehrfach gab es in den letzten Tagen mehr als 1.000 Neuinfektionen. Und das, obwohl es nur noch einen Corona-Hotspot gibt. Wie es dazu kommt, zeigt ein Blick auf die Landkreise. (Quelle: t-online.de)

Animation zeigt Corona-Trend in den Landkreisen: Die Neuinfektionen nehmen eine beunruhigende Entwicklung – obwohl es kaum noch Hotspots gibt. (Quelle: t-online.de)


Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an täglichen Neuinfektionen seit Anfang Mai registriert, das Virus verbreitet sich in der Fläche. Der Gesundheitsminister warnt vor einer neuen Dynamik.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht den Anstieg der Corona-Infektionszahlen als Alarmzeichen. "Das ist ohne Zweifel besorgniserregend", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. "Hier sehen wir, dass wir durch Reiserückkehr, aber auch durch Partys und Familienfeiern in fast allen Regionen des Landes kleinere und größere Ausbrüche haben. Und das kann natürlich – wenn wir jetzt nicht alle miteinander aufpassen – eine Dynamik entfalten."


Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland erreichte am Mittwoch den höchsten Wert seit Anfang Mai. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 1.226 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 9. Mai mit 1.251 registrierten Neuinfektionen.

Corona-Fallzahlen steigen seit Mitte Juli wieder

Es gelte, "sehr, sehr wachsam" zu sein, weil es nicht mehr nur lokale Ausbrüche seien, so Jens Spahn. Das Gesundheitssystem könne die derzeitigen Infektionszahlen gut bewältigen, "aber es ist besorgniserregend, wenn die Entwicklung bleibt." Denn: "Mit jeder Infektion wird es für die Gesundheitsämter schwieriger." Der Minister appellierte erneut an die Bürger, die Hygieneregeln einzuhalten, Masken zu tragen, Abstand zu halten und bei Veranstaltungen den Rahmen zu wahren.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): "Mit jeder Infektion wird es für die Gesundheitsämter schwieriger." (Quelle: Reuters/Fabrizio Bensch)Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): "Mit jeder Infektion wird es für die Gesundheitsämter schwieriger." (Quelle: Fabrizio Bensch/Reuters)

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1.000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Art des Anstiegs beunruhigt Experten

Anders als Mitte Juni, als es beispielsweise beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen einen großen Corona-Ausbruch gab, ist der jetzige Anstieg nicht hauptsächlich auf einzelne Brennpunkte zurückzuführen. Auf Landkreisebene sind die Zahlen oft nur leicht gestiegen. Doch über alle Kreise hinweg summiert sich dieser Effekt. Experten fürchten eine solche Entwicklung, weil sie sich nicht mit einigen wenigen harten Maßnahmen eindämmen lässt. Als Ursache für den Anstieg hatte RKI-Präsident Lothar Wieler Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln genannt.

Vorige Woche sah Gesundheitsminister Spahn auch noch keine kritische Schwelle überschritten: "Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", hatte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-"Heute Journal" gesagt. "Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen."

Mehr als 9.200 Tote durch Corona in Deutschland

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 218.519 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Morgen meldete (Datenstand 12. August, 0 Uhr). Seit dem Vortag wurden sechs neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9.207. Bis Sonntagmorgen hatten 198.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 11. August, 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,97 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

R-Werte steigen seit Mitte Juli wieder

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 11. August, 0.00 Uhr, bei 1,04 (Vortag: 1,05). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die R-Werte liegen nach RKI-Angaben seit Mitte Juli 2020 wieder bei 1 beziehungsweise leicht darüber. "Dies hängt mit einer größeren Anzahl kleiner Ausbrüche, aber auch mit den bundesweiten Fallzahlen zusammen, die seit den Lockerungen der Maßnahmen sowie durch zunehmende Fälle unter Einreisenden in den letzten Wochen stetig gestiegen sind", hieß es.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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