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Essen: Razzia im Rotlichtviertel – Bordell wegen Gesundheitsrisikos geschlossen

Razzia im Rotlichtviertel  

Hundekot und Ratten: Essener Behörden schließen Bordell

01.02.2020, 16:30 Uhr | dpa

Essen schließt Bordell wegen unhaltbarer Hygiene

Bei einer Razzia in Essen sind 17 Bordellbetriebe und rund 100 Prostituierte kontrolliert worden. Wegen "unhaltbarer hygienischer Zustände" ordnete die Stadt die sofortige Schließung eines Bordells an. (Quelle: dpa)

Ratten und Hundekot: Nach einer Razzia in 17 Bordellen ordnete die Stadt Essen wegen "unhaltbarer hygienischer Zustände" die Schließung eines Etablissements an. (Quelle: t-online.de)


In der Nacht haben Polizeibeamte alle 17 Bordelle des Essener Rotlichtviertels durchsucht. Ein Betrieb wurde mit sofortiger Wirkung geschlossen – die Beamten entdeckten vermüllte Garagen und Unrat.

Bei einer groß angelegten Razzia im Essener Rotlichtviertel sind am späten Freitagabend alle 17 Bordellbetriebe und rund 100 Prostituierte kontrolliert worden. Wegen "unhaltbarer hygienischer Zustände" ordnete die Stadt die sofortige Schließung eines Bordells an. "Wir gehen davon aus, dass ein Gesundheitsrisiko für die beschäftigten Frauen vorliegt", sagte Stadtsprecherin Silke Lenz. Die Frauen mussten das Bordell noch in der Nacht räumen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatten zuvor im Hinterhof sechs völlig zugemüllte Garagen, zahlreiche Hundekot-Haufen und Ratten entdeckt.

An der Kontrollaktion waren mehrere städtische Behörden, die Steuerfahndung, der Zoll und eine Hundertschaft der Polizei beteiligt. Überprüft wurde unter anderem, ob die Frauen ordnungsgemäß als Prostituierte angemeldet sind und sich regelmäßig gesundheitlich untersuchen lassen. Die Aktion diente auch der Bekämpfung illegaler Prostitution und der Vermeidung von Menschenhandel. Bei der Koordination des Einsatzes griffen die Behörden auf ihre Erfahrungen aus der gemeinsamen Bekämpfung der Clankriminalität in Essen zurück. Insgesamt wurden rund 130 Personen überprüft.

Mehrheit ordnungsgemäß angemeldet 

Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes sagte am Abend, dass von den Frauen "überwiegend alle" nach dem Prostituierten-Schutzgesetz angemeldet gewesen seien. Nach Angaben einer Zoll-Sprecherin bestand bei einer Frau der Verdacht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhält. In vier Fällen werde nun geprüft, ob Sozialleistungsbetrug vorliege. Bei sechs Arbeitgebern will der Zoll Geschäftsunterlagen genauer unter die Lupe nehmen. Die Polizei fand in einem Bordell "weißes Pulver", vermutlich Rauschgift. Auch ein Drogenspürhund kam zum Einsatz. Ein Mann, der ein Bußgeld nicht gezahlt hatte, wurde von der Polizei zeitweise festgesetzt.

Zu Beginn der Razzia hatten Polizisten die Hauseingänge in dem Straßenzug in der Nähe der Innenstadt gesichert. Wenig später verließen zahlreiche Männer das abgesperrte Areal. Die Überprüfung der Betriebe und der Prostituierten zog sich bis in den frühen Samstagmorgen hin.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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