Sie sind hier: Home > Panorama > Kriminalität >

Mord geplant: Mußmaßlicher tscheschenischer Auftragskiller in U-Haft

Mord an Regimekritiker geplant  

Mutmaßlicher tschetschenischer Auftragskiller in U-Haft

16.04.2021, 14:48 Uhr | dpa

Mord geplant: Mußmaßlicher tscheschenischer Auftragskiller in U-Haft. Blaulicht eines Polizeifahrzeugs: Dem Kreml wird immer wieder vorgeworfen, Oppositionelle auch im Ausland zu verfolgen (Symbolbild). (Quelle: imago images/Fotostand/K. Schmitt)

Blaulicht eines Polizeifahrzeugs: Dem Kreml wird immer wieder vorgeworfen, Oppositionelle auch im Ausland zu verfolgen (Symbolbild). (Quelle: Fotostand/K. Schmitt/imago images)

Der tschetschenische Kremlkritiker Mochmad Abdurachmanow sollte erschossen werden – durch mehrere Auftragskiller der tschetschenischen Regierung. Einer von ihnen wurde nun gefasst.

Ein in Deutschland lebender tschetschenischer Regimekritiker soll im Visier von Auftragsmördern gewesen sein. In dem Fall ermittelt der Generalbundesanwalt, der Beschuldigte sitzt bereits seit Jahresanfang in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass der Auftrag für den Mord "aus dem Umfeld des Regimes der Tschetschenischen Republik" kam, wie die Karlsruher Behörde am Freitag auf Anfrage mitteilte.

Nach Recherchen des MDR und des "Spiegel", die zuerst über die Ermittlungen berichtet hatten, galten die Mordpläne dem Oppositionellen Mochmad Abdurachmanow. Auf dessen Bruder, den Blogger Tumso Abdurachmanow, war im Februar 2020 in Schweden ein Mordanschlag verübt worden, er konnte die Angreifer aber stoppen. Zwei Russen waren deshalb im Januar zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Mochmad Abdurachmanow sollte den Medienberichten zufolge in der Nähe von München erschossen werden. Die Bundesanwaltschaft teilte mit, sie ermittle gegen einen Mann mit russischer Staatsangehörigkeit. Valid D. sei am 1. Januar in Schwerin festgenommen worden. Er soll bereits den potenziellen Auftragsmörder nach Deutschland geschleust und eine Waffe mit Schalldämpfer besorgt haben. Die Ermittler gehen außerdem davon aus, dass er bei dem Attentat das Auto fahren sollte.

Der Kreml kämpft auch im Ausland gegen die Opposition

Der zweite Mann hatte dem Medienbericht zufolge den Mordauftrag aber nur zum Schein angenommen und sich dann den deutschen Behörden gestellt. Die Ermittler halten das für glaubwürdig. Laut MDR wurde er in seiner Heimat im Gefängnis von einem Beauftragten der tschetschenischen Regierung angesprochen, dieser habe ihm 500.000 Euro angeboten. D. lebe schon seit Jahren in Deutschland.

Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Sie hatte die Ermittlungen am 18. Januar von der Staatsanwaltschaft Rostock übernommen. Zuerst hatte in dem Fall die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt.

Tschetschenien ist eine russische Teilrepublik. Dem vom Kreml unterstützten Republikchef Ramsan Kadyrow wird von Kritikern die brutale Ausschaltung politischer Gegner auch im Ausland vorgeworfen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal