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Namibias Sambesi-Provinz soll nach deutschem Reichskanzler benannt werden


In Namibia
Einwohner wollen Provinz nach Reichskanzler benennen

Von t-online, LMK

30.05.2024Lesedauer: 2 Min.
1248333860Vergrößern des BildesMan im Boot auf dem Caprivi-Streifen (Archivbild): Grund für die Namensänderung war eine landesinterne Grenzverschiebung. (Quelle: Peter Charlesworth/getty-images-bilder)
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Im Zuge der Kolonialisierung Namibias erhielt die Region den Namen eines Reichskanzlers. Nach der Abschaffung fordern Einwohner nun den alten Namen zurück. Es ginge um kulturelle Identität.

Einwohner der Provinz Sambesi (Nord-Namibia) fordern eine Namensänderung ihrer Region. "Caprivi" soll die Region erneut heißen – benannt nach dem ehemaligen Reichskanzler Leo von Caprivi. Den Namen gaben die deutschen Besatzer der Region im Zuge der Kolonialisierung – und diesen fordern die Einwohner nun zurück, wie die namibische Zeitung "The Namibian" berichtet. Demnach hatte die Region den Namen des ehemaligen Reichskanzlers bis in das Jahr 2013 inne – dann wurde dieser geändert. Grund dafür war eine landesinterne Grenzverschiebung.

Dabei würden die Bewohner der Region einen hohen Wert auf diesen Namen legen und sich selbst stolz "Caprivier" nennen, so "The Namibian". Es ginge um kulturelle Identität. "Wenn ich mich nicht als Caprivier bezeichnen kann, dann habe ich meine Identität verloren", sagte ein Anwohner der namibischen Zeitung zufolge. Zuletzt entfernten die Bewohner eigenmächtig das aktuelle Ortsschild der Region.

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Unterstützt durch Gouverneur und "Namibian Lives Matter"

Auch der regionale Gouverneur von Zambezi, Lawrence Sampofu, unterstütze die Forderungen der Anwohner. Er nahm eine Petition der Bewohner des ehemaligen "Caprivi"-Gebiets entgegen und will diese an den Präsidenten Namibias, Nangolo Mbumba, weitergeben, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Das unrechtmäßige Entfernen des Ortsschildes kritisierte er hingegen.

Der Vorsitzende der "Namibian Lives Matter" Bewegung, Sinvula Mudabeti, unterstützt das Vorhaben ebenfalls. Er betonte die Ungerechtigkeit, dass die Region stetig große Teile seiner Gebiete an Ost-Kavango und Botswana verliere, berichtet "The Namibian".

Amnesty-international kritisiert Umgang mit Caprivi-Rebellen

Um die Jahrtausendwende versuchte eine Caprivi-Rebellengruppe sich mithilfe von Gewalt von Namibia loszueisen, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Infolgedessen wurden dutzende Caprivier – darunter auch viele Unschuldige – wegen Hochverrats von der namibischen Regierung ins Gefängnis gesteckt. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty-international kritisieren den Vorgang der Regierung und werfen dieser mehrere Menschenrechtsverletzungen vor.

Leo Caprivi war der Nachfolger des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Unter der Führung Bismarcks erfolgte die Reichsgründung 1871, bei der erstmals ein einheitliches deutsches Reich entstand. Zeitgleich kam es in den Folgejahren zu völkerrechtswidrigen Kolonialisierungsvorhaben, die zahlreiche Kriegsverbrechen zur Folge hatten, wie die Bundeszentrale für politische Bildung berichtet. Damals gaben die Besatzer Namibia den Namen "Deutsch-Südwestafrika".

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