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Waldbrand bei Berlin: Das explosive Erbe der Vergangenheit

Waldbrand bei Berlin  

Das explosive Erbe der Vergangenheit

Von Marc von Lüpke

24.08.2018, 15:31 Uhr
Waldbrand bei Berlin: Das explosive Erbe der Vergangenheit. Munitionsbergung in Brandenburg: Das Bundesland ist auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs stark durch alte Kampfmittel belastet. (Quelle: ullstein bild/Boness/IPON )

Munitionsbergung in Brandenburg: Das Bundesland ist auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs stark durch alte Kampfmittel belastet. (Quelle: Boness/IPON /ullstein bild)

In der Nähe Berlins brennen große Waldstücke, alte Munition und Waffen erschweren die Löscharbeiten. Woher stammen die gefährlichen Materialien?

Mehr als zwei Millionen Soldaten der Roten Armee standen im April 1945 zum Sturm auf Berlin bereit. Dazu rund 40.000 Geschütze und Mörser, Tausende Panzer und Flugzeuge. Am 16. April begann der Angriff auf die deutsche Hauptstadt, am 2. Mai ergaben sich die letzten Verbände der Wehrmacht. Millionen Granaten hatten beide Seiten im Kampf abgefeuert, zigtausend Bomben abgeworfen und unzählige Schüsse abgefeuert.

Die Schlacht um Berlin ist nicht der einzige Kampf, der im heutigen Brandenburg und der deutschen Hauptstadt ausgetragen wurde. Die Schlacht um die Seelower Höhen, die Kesselschlacht von Halbe und zahlreiche kleinere Gefechte trugen sich dort zu. Allerdings detonierte nicht jede abgefeuerte Granate, nicht jede abgeworfene Bombe. Oft liegen diese explosiven Gegenstände noch heute im Boden und bedeuten eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Ebenso wie etwa alte Kleinmunition, Handgranaten und Panzerfäuste, die auch nach mehr als 70 Jahren noch detonieren können.

Waldbrand in Brandenburg: t-online.de zeigt, wie nahe bei Berlin der verheerende Waldbrand wütet. (Quelle: t-online.de)

Immer wieder Bombenfunde

Bis heute leidet das Land Brandenburg unter dieser Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkriegs. Denn weite Teile des Landes sind immer noch mit sogenannten Kampfmitteln belastet, derart stark ist kein anderes Bundesland betroffen. Rund 392.000 Hektar der Gesamtfläche Brandenburgs gelten laut des zuständigen Kampfmittelräumdienstes als belastet, das Bundesland selbst gibt 12 Prozent seiner Fläche als derartig gefährdet an. Der Kampfmittelräumdienst Brandenburg macht eigenen Angaben zufolge jedes Jahr Hunderte verschiedene Kampfmittel unschädlich.

Schlacht um Berlin: Die sowjetische Artillerie verschoss unzählige Granaten. (Quelle: ullstein bild)Schlacht um Berlin: Die sowjetische Artillerie verschoss unzählige Granaten. (Quelle: ullstein bild)

Auch beim jetzigen Waldbrand rund um Treuenbrietzen befinden sich Kampfmittel in manchen Bereichen. Es habe bereits Explosionen gegeben, teilte der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark Christian Stein mit. Der Landkreis Teltow-Fläming, in dem Feuer wütet, gehört laut Landesregierung zu den gefährdeten Regionen.

Andere betroffene Landkreise sind demnach Märkisch-Oderland, Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und Oder-Spree. Ferner wurden Oranienburg, Cottbus, Potsdam, Neuruppin und Schwarzheide/Ruhland im Zweiten Weltkrieg heftig bombardiert, sodass dort immer wieder Bomben gefunden werden.

Waldbrand in Brandenburg: Video der Feuerwehr zeigt spektakulären Einsatz. (Quelle: t-online.de)

Kampfmittel niemals berühren

Die Kampfmittel, die sich in Brandenburgs Boden befinden, gehen allerdings nicht nur auf den Zweiten Weltkrieg zurück. Auch die Gebiete, die die sowjetische Armee bis 1994 beispielsweise für Manöver nutzte, gelten als belastet. So ist nicht weit vom Brand bei Treuenbrietzen ein zweites Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der Sowjetunion ausgebrochen. Dort stellen ebenfalls zahlreiche zurückgelassene Kampfmittel eine Gefahr dar, insbesondere bei einem Waldbrand.

Alte Waffen und Munition sind nicht trotz, sondern in vielen Fällen aufgrund ihres Alters eine Gefahr. Durch Korrosion kann eine Explosion noch weit schneller erfolgen. Der Kampfmittelräumdienst rät dringend davon ab, etwaige Kampfmittel in irgendeiner Form zu berühren oder sich ihnen zu nähern. In jedem Fall seien schnellstmöglich die Behörden zu verständigen.

Verwendete Quellen:

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