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Was uns das Tagebuch der Anne Frank heute noch sagt

  • Marc von Lüpke-Schwarz
Von Marc von Lüpke

Aktualisiert am 25.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Anne Frank: Vor 75 Jahren wurde ihr Tagebuch erstmals veröffentlicht.
Anne Frank: Vor 75 Jahren wurde ihr Tagebuch erstmals veröffentlicht. (Quelle: ullstein-bild)
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Es waren die Gedanken eines jungen Mädchens, aber sie bewegten die Welt. Das Tagebuch von Anne Frank hält die Erinnerung an den Holocaust wach. Es erschien 1947.

Die Häscher hatten es achtlos auf den Boden geworfen, ein Tagebuch, das zu den wichtigsten Zeugnissen des Holocaust gehört. Es gehörte einem jungen Mädchen mit dem Namen Anne Frank. Ein Mädchen, das sich mit seiner Familie lange Zeit in einem Versteck in Amsterdam verborgen hatte. Vor wem? Den deutschen Besatzern der Niederlande. Warum? Weil Anne Frank und ihre Familie Juden waren.

Vom nationalsozialistischen Deutschland aus war Familie Frank bereits in die Niederlande geflohen, aber auch dort waren jüdische Menschen seit dem Einmarsch der Wehrmacht 1940 nicht mehr sicher. Otto Frank, der Vater, hatte im Anbau des Hauses Prinsengracht 263 wohlweislich ein Versteck vorbereitet – das bekannte Hinterhaus.

Freundin aus der Fantasie

Es war eng, fanden dort doch insgesamt acht Personen Zuflucht: Anne, ihre Schwester Margot, Vater Otto und Mutter Edith, drei Mitglieder der befreundeten Familie van Pels sowie Fritz Pfeffer, ein gemeinsamer Freund. Es war gefährlich, weil jederzeit Nichteingeweihte auf das Versteck hätten stoßen können. Und es war langweilig für ein junges Mädchen.

Glücklicherweise hatte Anne Frank am 12. Juni 1942, ihrem dreizehnten Geburtstag, ein ganz besonderes Geschenk bekommen: besagtes Tagebuch. "Ich werde, hoffe ich, dir alles anvertrauen können, wie ich es noch bei niemandem gekonnt habe", begann Anne Frank ihre Einträge. "Und ich hoffe, du wirst mir eine große Stütze sein."

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Das trat ein. Der Name "Kitty" sollte bald eine tragende Rolle im Tagebuch spielen, eine Freundin Annes, die nur ihrer Fantasie, eingesperrt im Hinterhaus, entsprang. Anne schrieb Kitty Briefe, Zeilen für die Geschichtsbücher, der Nachwelt zur Mahnung. Weil Anne Franks Schicksal die ganze Monstrosität des nationalsozialistischen Hasses und Rassenwahns offenbart.

Tagebuch der Anne Frank: Es sollte nach Ende des Zweiten Weltkriegs berühmt werden.
Tagebuch der Anne Frank: Es sollte nach Ende des Zweiten Weltkriegs berühmt werden. (Quelle: United Archives International/imago-images-bilder)

"Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass die Welt für uns je wieder normal wird", notierte Anne Frank im November 1943. Ohne die Hoffnung aufzugeben. "Seid mutig! Wir wollen uns unserer Aufgabe bewusst bleiben und nicht murren, es wird einen Ausweg geben", wie es im April 1944 hieß.

Nicht jeder Eintrag ist von Bangen und Hoffen geprägt, es ist das Tagebuch einer Heranwachsenden. So geht es unter anderem auch um den Alltag im knapp bemessenen Versteck, Konflikt und Versöhnung, schöne Ereignisse wie unangenehme.

"Fast nichts zu essen"

Über allem hing allerdings die Bedrohung, die den Bewohnern des Hinterhauses sehr bewusst gewesen ist. "Es muss dort schrecklich sein", schrieb Anne im Oktober 1942 über das gefürchtete Lager Westerbork, von wo Juden weiter in Konzentrations- und Vernichtungslager gebracht wurden. "Die Menschen bekommen fast nichts zu essen, geschweige denn zu trinken. Sie haben nur eine Stunde pro Tag Wasser und ein Klo und ein Waschbecken für ein paar Tausend Menschen."

Angesichts des Zivilisationsbruchs fragte sich Anne Frank: "Wer hat uns bis jetzt so leiden lassen?" Die Antwort: "Es ist Gott, der uns so gemacht hat, aber es wird auch Gott sein, der uns aufrichtet." Aufgerichtet wurde die Tagebuchschreiberin dann am 6. Juni 1944: "Die Invasion hat begonnen!" Gemeint war die erfolgreiche Landung der Alliierten in der Normandie.

Hochgefühl am 6. Juni 1944, Verzweiflung dann erneut Mitte Juli. "Ich sehe, wie die Welt langsam immer mehr in eine Wüste verwandelt wird, ich höre den anrollenden Donner immer lauter, der auch uns töten wird, ich fühle das Leid von Millionen Menschen mit." Das Gefühl drohenden Unglücks sollte sich am Ende als leider zutreffend erweisen.

Am 4. August des Jahres wurde das Versteck im Hinterhaus entdeckt – erst verschleppten die Nazis alle acht Bewohner nach Westerbork, später nach Auschwitz. Anne und Margot wurden schließlich ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Dort starben sie irgendwann um die Monatswende Februar/März 1945 an Typhus.

Zufall oder Verrat?

Einzig Vater Otto Frank überlebte den Genozid. Er war es dann auch, der am 25. Juni 1947 erstmals das Tagebuch seiner toten Tochter veröffentlichen sollte. Dass es bewahrt wurde, ist der Helferin Miep Gies zu verdanken, die es nach der Verhaftung der Franks aufbewahrt hatte.

Bis heute rätselt die Welt allerdings, warum das Versteck in der Prinsengracht entdeckt worden ist. Zufall oder Verrat? Aufschluss geben wollte kürzlich, mit Betonung auf "wollte", das Buch "Het verraad van Anne Frank" ("Der Verrat von Anne Frank"). Danach habe ein jüdischer Notar die Franks verraten, so das Ergebnis einer "Ermittlergruppe". Nach reichlicher und gut begründeter Kritik zog der betreffende Verlag das Buch zurück. Gut so.

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