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Eichener See erstmals seit zwei Jahren wieder aufgetaucht

Eichener See erstmals seit zwei Jahren wieder aufgetaucht

02.02.2011, 09:28 Uhr | dapd

Er verschwindet für Jahre - dann taucht er wieder auf: Der Eichener See ist nicht nur ein mysteriöses Naturschauspiel, er ist auch die letzte Zuflucht in Deutschland für die älteste Tierart der Welt.

Der Schopfheimer Hartmut Heise kennt den Eichener See und sein Naturschauspiel in- und auswendig. Das Stillgewässer taucht nämlich nur dann auf, wenn kleine Wasserrinnsale aus Regen oder Schneeschmelze den Grundwasserpegel unterhalb der Bodensenke ansteigen lassen, berichtet der ehrenamtliche Naturschutzwart des Landratsamtes Lörrach.

Ist die aus Muschelkalk bestehende löchrige Karstwanne voll, steigt das Wasser stetig nach oben bis sich ein See bildet. In diesem Jahr zeigt sich der See zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren wieder.

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See unter europäischem Schutz

Seit 1990 ist Heise als Naturschutzwart für das Landratsamt Lörrach ehrenamtlich tätig. "Wenn der See ungefähr zweieinhalb Meter tief ist, dann ist er gut 255 Meter lang und 135 Meter breit", sagt Heise. 1942 sei der Eichener See per Verordnung zum Landschaftsschutzgebiet erklärt worden, der See selbst sei seit 1983 ein Naturdenkmal, erzählt Angela Klein aus der Abteilung Umwelt und Naturschutz am Landratsamt Lörrach.

Heute steht der See als Flora-Fauna-Habitat sogar unter europäischem Schutz. Der Grund dafür ist der etwa zwei Zentimeter große, grüne Blattfußkrebs, die älteste Tierart der Welt. "Vor 440 Millionen Jahren hat die Evolution diesen speziellen Krebs hervorgebracht, seither hat er sich kaum verändert", erläutert Klein. Der See sei deutschlandweit der einzige Ort, an dem dieser Süßwasserkrebs lebt.

Das Tier hat sich perfekt an seine Umgebung angepasst, denn zum Überleben brauchen die gelaichten Eier erst etwa vier Wochen Wasser und dann Trockenheit. Heise erklärt: "Die Trockenphase kann sogar zwei Jahre lang sein, das ist egal. Erst wenn der Eichener See wieder auftaucht und die Eier wieder ins Wasser gelangen, entwickeln sie sich weiter."

Da das Gewässer ein Naturdenkmal ist, sind Schwimmen oder Schlauchbootfahren nicht erlaubt. Die Schopfheimer nutzen die Umgebung als Naherholungsgebiet. "Im Frühjahr oder Sommer ist es hier wunderschön, fast schon mediterran, vor allem abends, wenn die Sonne langsam untergeht und es dabei noch warm ist", schwärmt Heise.

Ähnliches Schauspiel im Alb-Donau-Kreis

Der Schmiechener See im Alb-Donau-Kreis bietet ein ähnliches Schauspiel, auch wenn der See nie ganz austrocknet. Bei normalem Wasserstand ist er kaum höher als einen Meter, sein einziger echter Zufluss ist der Siegengraben, ein Bach mit Ursprung bei Altheim. Tiefer absinken kann das Wasser nicht, wie in einem geologischen Gutachten 1983 festgestellt wurde. Denn der See, der keine Verbindung zum Grundwasser hat, liegt auf einer bis zu 40 Meter dicken Tonschicht, die das Gewässer praktisch abdichtet.

Michael Rieger ist Naturschutzbeauftragter und hat als solcher ein Augenmerk auf das ovalförmige Gewässer. "Wenn es länger heiß ist, kann der See bis auf wenige Tümpel austrocknen. Andererseits füllt er sich bei Regen auch schnell wieder", sagt er. Gerade für Zugvögel hat der Schmiechener See als Rastplatz große Bedeutung.

Stelzenläufer, Grün- und Rotschenkel sowie Regenpfeifer nutzen das Naturschutzgebiet, um auszuruhen oder zu brüten. "Enten sind hier ständig zu beobachten, außerdem ist das etwa 50 Hektar große Naturschutzgebiet ein gutes Libellenrevier", sagt Rieger.

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