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CERN: Kabel-Panne gibt Albert Einstein wohl doch recht


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Kabel-Panne beim Cern: Einstein hat wohl doch recht

Von t-online, afp, dpa
Aktualisiert am 24.02.2012Lesedauer: 2 Min.
Nach Identifizierung der Fehlerquellen wollen die Cern-Forscher die Testreihe im Mai wiederholenVergrößern des BildesNach Identifizierung der Fehlerquellen wollen die Cern-Forscher die Testreihe im Mai wiederholen (Quelle: Reuters-bilder)
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Die Meldung aus dem September des vergangenen Jahres war nichts weniger als eine naturwissenschaftliche Sensation. Wissenschaftler am Europäischen Teilchenforschungszentrum Cern hatten ultraleichte Teilchen, sogenannte Neutrinos, beobachtet, die sich schneller als das Licht bewegten. Albert Einsteins Relativitätstheorie und damit einer der Grundpfeiler der modernen Physik war infrage gestellt. Jetzt gaben die Cern-Forscher Zweifel an ihren Messungen bekannt. Möglicherweise war ein Kabel Schuld.

Es geht um ein eventuell defektes Glasfaserkabel, durch das die GPS-Signale an den Hauptzeitmesser übertragen wurden, was zu einer Unterschätzung der Flugzeit geführt haben könnte, erklärte die Forschergruppe. Als zweite mögliche Fehlerquelle wurde ein Gerät identifiziert, das für die Synchronisierung von GPS-Daten eingesetzt wurde und eventuell nicht präzise genug funktionierte.

Teilchen schneller als das Licht

Das ursprüngliche Experiment fand im Rahmen des sogenannten "Opera"-Projekts statt. Dabei wurde in einem unterirdischen Labor in den Abruzzen die Geschwindigkeit von Elementarteilchen gemessen, die im rund 730 Kilometer entfernten Cern bei Genf erzeugt worden waren. Die Neutrinos waren dabei scheinbar schneller als das Licht unterwegs, wenngleich nur um 0,025 Promille und damit extrem geringfügig.

Entsprechend Einsteins Relativitätstheorie ist Lichtgeschwindigkeit die oberste Geschwindigkeitsgrenze im Universum. Die Annahme prägt in der modernen Physik das Verständnis von Raum und Zeit. Ein Überschreiten der Grenze hätte erhebliche Konsequenzen. Entsprechend groß waren die Zweifel an den ursprünglichen Messergebnissen.

Forscher glaubten selbst an Messfehler

Die "Opera"-Physiker selbst waren von ihren eigenen Ergebnissen nie richtig überzeugt und glauben stattdessen an einen Messfehler. "Wir wollten einen Fehler finden", sagte "Opera"-Sprecher Antonio Ereditato nach der Veröffentlichung gegenüber der BBC. "Einen trivialen Fehler, kompliziertere Fehler oder richtig fiese Effekte, aber das haben wir nicht."

Über sechs Monate hätten sie die Ergebnisse immer wieder überprüft, bevor sie im September schließlich publiziert wurden. Zugleich riefen sie die internationale Forschergemeinde zu einer Diskussion auf. Im November wurden im Rahmen von "Opera" dann neue Tests vorgenommen, die dem Cern zufolge die ersten Ergebnisse bestätigten.

Neue Testreihe im Mai

Nach der Identifizierung der Fehlerquellen ist für Mai nun eine neue, weiterreichende Testreihe geplant, kündigte ein Sprecher des Forschungsinstituts an. "Wir wollen sehen, ob es eine leichte Diskrepanz gab".

Neutrinos sind elektrisch neutrale Partikel. Sie sind so winzig, dass erst kürzlich entdeckt wurde, dass sie überhaupt über Masse verfügen. Am Cern wird physikalische Grundlagenforschung betrieben, vor allem mit Hilfe großer Teilchenbeschleuniger. An dem weltweit größten Zentrum für Teilchenphysik mit rund 3150 Mitarbeitern beteiligen sich 20 Staaten.

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