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Bayern will Lichtverschmutzung reduzieren – Fassaden sollen finster bleiben


Fassaden in Bayern sollen nachts finster bleiben

Von t-online, sth

Aktualisiert am 29.04.2019Lesedauer: 2 Min.
Munich Victory GateVergrößern des BildesMünchen bei Nacht: Wie viele Sehenswürdigkeiten in München, wird das Siegestor nachts beleuchtet. (Symbolbild) (Quelle: georgeclerk/imago-images-bilder)
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Großstädte wie München gleichen nachts einem Lichtermeer. Für Menschen und Tiere kann diese Lichtverschmutzung schädlich sein. Die bayerische Landesregierung arbeitet nun an einem neuen Gesetz.

Einige Großstädter haben die Milchstraße noch nie mit eigenen Augen gesehen. Denn wo Lichter auf der Erde scheinen, sind die Sterne am Himmel kaum zu sehen. Das spürt man auch in der bayerischen Landeshauptstadt München. Nun will die Landesregierung etwas unternehmen, denn das Licht hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren.

In vielen großen Städten werden Sehenswürdigkeiten und öffentliche Gebäude nachts angestrahlt. In Bayern soll sich das nun ändern: die Fassadenbeleuchtung an öffentlichen Gebäuden soll künftig ab 23 Uhr abgestellt werden. Die bayerische Staatsregierung arbeitet derzeit an einem entsprechenden Gesetzentwurf.

Warum ist Lichtverschmutzung ein Problem?

Lichtverschmutzung kann für Tiere und Menschen zum Problem werden. Beim Menschen kann nächtliche Beleuchtung den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Gerät die innere Uhr aus dem Takt, sind häufig Schlafstörungen die Folge.

Doch das Licht wirkt sich auf auf die Tier-und Pflanzenwelt aus. Bei Pflanzen gerät der natürliche Wachstumszyklus durcheinander. Zugvögel und Fischschwärme können durch starke Beleuchtung in der Nacht die Orientierung verlieren. Außerdem werden manche tagaktiven Tiere plötzlich nachtaktiv. Dadurch kommen sich etwa Fledermäuse und Vögel bei der Nahrungssuche in die Quere. Besonders für Insekten werden Straßenlaternen zur tödlichen Falle. Das gesamte ökologische System kann also durch das helle Nachtlicht aus dem Gleichgewicht geraten.

Übersicht über die Lichtverschmutzung

Im neuen Gesetzespaket geht es um Artenschutz

Die Landesregierung arbeitet derzeit an einem großen Gesetzespaket für mehr Umwelt-, Natur- und Artenschutz in Bayern. Das soll unter anderem das Volksbegehren "Rettet die Bienen" ergänzen.

Die bayerische Landesregierung war nach einer Rekordbeteiligung am Volksbegehren unter Druck geraten. Nun wird sie das bayerische Naturschutzgesetz in mehreren Punkten ändern. Die Koalition hatte entschieden, den Gesetzentwurf des Volksbegehrens unverändert anzunehmen. Damit ging so einer öffentlichen Abstimmung aus dem Weg.

Nun sind zahlreiche Änderungen geplant: So sollen Biotope künftig besser vernetzt werden. Der Anteil des ökologischen Anbaus im Freistaat soll bis 2030 von 10 auf 30 Prozent steigen. Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel soll bis zum Jahr 2028 halbiert werden.


Die Koalition aus CSU und Freien Wählern will am Dienstag in einer Sondersitzungen über das geplante Paket beraten. Am 8. Mai ist Artenschutz das Hauptthema der Landtagssitzung.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Bayerischer Rundfunk: "Bayern will Lichtverschmutzung eindämmen"
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