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Bettwanzen wohl Àlter als gedacht

Von dpa
Aktualisiert am 17.05.2019Lesedauer: 2 Min.
Bettwanzen piesacken ihre Mitgeschöpfe wohl schon weit lÀnger als bisher angenommen.
Bettwanzen piesacken ihre Mitgeschöpfe wohl schon weit lÀnger als bisher angenommen. (Quelle: Mark Chappell/University of Cailfornia, Riverside./dpa)
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Dresden (dpa) - Bettwanzen piesacken ihre Mitgeschöpfe wohl schon weit lÀnger als bisher angenommen. Die Parasiten gab es einer neuen Analyse zufolge schon vor etwa 115 Millionen Jahren, als noch Dinosaurier auf der Erde lebten.

Damit können nicht - wie bisher angenommen - FledermĂ€use ihre erste Wirte gewesen sein: Diese bevölkerten nach derzeitigem Kenntnisstand erst rund 30 Millionen Jahre spĂ€ter den Planeten, wie es im Fachmagazin "Current Biology" heißt.

Auf welche Lebensform die frĂŒhen Exemplare spezialisiert waren, ist unbekannt. Dinos waren es wahrscheinlich nicht, mutmaßen die Forscher. Denn Bettwanzen, auch Plattwanzen (Cimicidae) genannt, piesacken stets Tiere mit einem "Zuhause", zu dem diese immer wieder zurĂŒckkehren - einem Nest, einer Höhle oder einem Bett. Eine solche Lebensweise habe es bei den Sauriern nach derzeitiger Kenntnis nicht gegeben.

Aus Erbgutvergleichen errechneten die Forscher außerdem, dass die beiden fĂŒr Menschen relevanten Vertreter - die gewöhnliche und die tropische Bettwanze - wohl deutlich Ă€lter sind als der Mensch. "Dieses Ergebnis widerspricht der gĂ€ngigen Vorstellung, dass die evolutionĂ€re Aufspaltung des Menschen in Homo erectus und Homo sapiens die Aufspaltung der Bettwanze in zwei neue Arten verursacht hat", teilte die TU Dresden mit.

Die Forscher um den Dresdner Biologen Klaus Reinhardt und seinen Kollegen Steffen Roth aus Bergen (Norwegen) schließen aus ihren Analysen zudem, dass etwa alle 500.000 Jahre eine neue Art von Bettwanze den Menschen als Wirt eroberte. FĂŒr die Zukunft rechnet Reinhardt mit mehr Tempo: "Es wird sicher nicht noch einmal eine halbe Million Jahre dauern, bis die nĂ€chste Art der Blutsauger unsere Betten bevölkert, da derzeit viel mehr Menschen auf der Erde leben und der Handel von Tieren und Haustieren viel mehr Möglichkeiten zum Kontakt bietet."

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Das Forscherteam hatte ĂŒber 15 Jahre hinweg weltweit in Museen und im Freiland Bettwanzen eingesammelt und ihr Erbgut untersucht, um die evolutionĂ€ren Verbindungen innerhalb der Gruppe und zum Menschen zu klĂ€ren.

Heutzutage haben rund zwei Drittel der Plattwanzen-Spezies FledermĂ€use als Wirt, die ĂŒbrigen vor allem Vögel. Mehr als 100 Arten sind bekannt, allesamt blutsaugende Parasiten.

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