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Nasa l├Ąsst Test-Sonde in Asteroiden fliegen

Von dpa
23.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Eine undatierte grafische Darstellung zeigt die Nasa-Sonde f├╝r die Mission "Dart" (Double Asteroid Redirection Test).
Eine undatierte grafische Darstellung zeigt die Nasa-Sonde f├╝r die Mission "Dart" (Double Asteroid Redirection Test). (Quelle: Gribbsp1/Nasa/dpa./dpa)
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Washington (dpa) - Nicht weniger als die "zuk├╝nftige Sicherheit der Erde" stehe auf dem Spiel, sagt Clayton Kachele.

Der Manager ist bei der US-Raumfahrtbeh├Ârde Nasa verantwortlich f├╝r die Mission "Dart" (Double Asteroid Redirection Test), mit der erstmals eine Sonde absichtlich in einen Asteroiden gesteuert werden soll, um dessen Flugbahn zu ver├Ąndern.

Die Sonde soll am Mittwoch (24. November) vom US-Bundesstaat Kalifornien aus starten und kommenden Oktober in den Asteroiden Dimorphos krachen.

Das erinnert an Hollywood-Filme wie "Armageddon - Das j├╝ngste Gericht", in dem 1998 Stars wie Bruce Willis und Ben Affleck in k├╝rzester Zeit mit einem komplizierten und gef├Ąhrlichen Man├Âver einen direkt auf die Erde zurasenden Asteroiden zerst├Ârten. "Dart" sei allerdings "wahrscheinlich keinen Asteroiden-Film wert", sagt Nasa-Manager Kachele.

Keine Gefahr von Dimorphos

Die rund 330 Millionen Dollar (rund 290 Millionen Euro) teure Mission ist unbemannt und Dimorphos rast auch nicht auf die Erde zu, sondern es handelt sich um einen ersten vorsichtigen Versuch, ob es m├Âglich sein k├Ânnte, die Flugbahn eines Asteroiden auf diese Weise abzu├Ąndern. "Aber es ist gro├čartig, dabei helfen zu k├Ânnen, unseren Planeten und kommende Generationen zu sch├╝tzen."

Seit vielen Jahren schon ├╝berlegt die Nasa, auch in Zusammenarbeit mit der Europ├Ąischen Raumfahrtagentur Esa, wie die Erde vor herannahenden Asteroiden gesch├╝tzt werden k├Ânnte. Ein Asteroideneinschlag vor rund 70 Millionen Jahren gilt unter Wissenschaftlern beispielsweise als f├╝hrende Theorie dazu, warum die Dinosaurier ausstarben. Derzeit wissen Wissenschaftler von keinem Asteroiden, der in absehbarer Zeit direkt auf die Erde zurasen k├Ânnte - aber Forscher haben rund 27.000 Asteroiden in der N├Ąhe unseres Planeten identifiziert, davon rund 10.000 mit einem Durchmesser von mehr als 140 Metern.

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"Asteroiden sind kompliziert", sagte die an der Dart-Mission beteiligte Astronomin Nancy Chabot. "Sie sehen unterschiedlich aus, sie haben gro├če Steine, sie haben felsige Stellen, sie haben glatte Stellen, sie haben merkw├╝rdige Formen - all diese Sachen. Diesen echten Test an einem echten Asteroiden zu machen, daf├╝r brauchen wir "Dart"."

Hilfe von Elon Musk

Die Sonde, die mit Hilfe einer "Falcon 9"-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk von der Vandenberg-Luftwaffenbasis starten soll, sei vergleichsweise "simpel", sagt Nasa-Manager Kachele. Nur eine Kamera hat sie an Bord. Rund ein Jahr lang soll die Sonde zu Dimorphos unterwegs sein, eine Art Mond des Asteroiden Didymos, mit einem Durchmesser von rund 160 Metern. Nach dem Aufprall soll die rund zw├Âlfst├╝ndige Umlaufbahn von Dimorphos um mindestens 73 Sekunden und m├Âglicherweise bis zu zehn Minuten k├╝rzer dauern.

Didymos ist nah genug an der Erde, um all das mit wissenschaftlichen Instrumenten von unserem Planeten und vom Weltraum aus zu beobachten und zu messen. Der Asteroid stellt derzeit den Berechnungen der Nasa-Forscher zufolge keine Gefahr f├╝r die Erde dar - und die Mission ist so angelegt, dass der Asteroid auch nach dem Aufprall der Sonde keine Gefahr darstellen sollte. 2024 soll die Esa-Mission "Hera" starten, um die Auswirkungen des Aufpralls genauer zu untersuchen.

All das sei ein erster Versuch, sagt Astronomin Chabot - denn f├╝r die m├Âglicherweise eines Tages wirklich notwendige Verteidigung der Erde auf diese Weise brauche man viel Zeit und Vorlauf. "Wenn ein Asteroid die Erde bedrohen w├╝rde, w├╝rde man diese Technik viele Jahre im Voraus anwenden wollen, Jahrzehnte im Voraus. Man w├╝rde diesem Asteroiden einen kleinen Schubser geben, der zu einer gro├čen Ver├Ąnderung hinsichtlich seiner zuk├╝nftigen Position f├╝hren w├╝rde, und dann w├Ąren der Asteroid und die Erde nicht mehr auf Kollisionskurs."

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