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RBB-Skandal: Böhmermann rechnet mit ARD-Programm ab

Von t-online, pb

Aktualisiert am 02.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Jan Böhmermann bei einer Preisverleihung (Archivfoto): In einem Interview spottet er über die Intendanten des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks.
Jan Böhmermann bei einer Preisverleihung (Archivfoto): In einem Interview spottet er über die Intendanten des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. (Quelle: Christoph Hardt)
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Schwere Tage beim RBB: In einem Interview spottet Jan Böhmermann über die Führungsriege der Öffentlich-Rechtlichen.

Der langwierige RBB-Skandal rund um die inzwischen zurückgetretene Intendantin Patricia Schlesinger hat beim ZDF-Satiriker Jan Böhmermann Frust hinterlassen. In einem Interview mit dem Mediendienst "DWDL" ärgert sich der 41-Jährige über die Vielzahl von Berichten über die mutmaßliche Vetternwirtschaft der Führungsetage des Senders.

Böhmermann, dessen "ZDF Magazin Royale" an diesem Freitag in seine vierte Staffel im Hauptprogramm startet, sagte dem Dienst: "Es wäre ja alles besser zu ertragen, wenn das Programm geil wäre." Bei den Öffentlich-Rechtlichen gebe es "wenig, womit man programmlich überzeugen könnte."

Und weiter: "Da hat man halt wenig Argumente für zwei Dienstwagen und Bonuszahlungen, wenn Deutschlands beste Journalistinnen und Journalisten lieber private Kollektive gründen, als sich im öffentlich-rechtlichen Sender zu Hause zu fühlen." Schon in einem Werbevideo für seine Show hatte Böhmermann auf Youtube die Intendanten der Öffentlich-Rechtlichen aufs Korn genommen – ganz ähnlich macht er in dem Interview weiter: "Gespart wird am Programm, aber nicht bei der Wandbegrünung in der Repräsentationsetage."

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Böhmermann lästert in dem Interview auch über den aktuellen WDR-Intendanten und ARD-Vorsitzenden Tom Buhrow: Ein Interview, in dem Buhrow bemerkte, dass er in seinem Dienstwagen "leider" auch Massagesitze habe, findet Böhmermann bemerkenswert: "Nicht jeder dahergelaufene Intendant muss so viel Geld ausgeben." Dem Skandal kann der TV-Satiriker aber durchaus auch Positives abgewinnen: Schließlich sei das ganze "toller Gossip, tolles Material, das ist für uns in der Sendung immer gut." Die "nächsten beiden RBB-Intendanten" beneide er nicht um ihre Aufgabe.

RBB seit Wochen in der Krise

Der ARD-Sender erlebt seit Wochen sehr ungewisse Zeiten. Vorwürfe der Vetternwirtschaft und des Filzes gegen Schlesinger und den zurückgetretenen Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf stehen im Raum. Es geht unter anderem um Beraterverträge für ein RBB-Bauprojekt, Bonus-Zahlungen und eine kräftige Gehaltserhöhung für Schlesinger.

Beide bestreiten die Vorwürfe. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt derzeit gegen beide sowie gegen den Ehemann Schlesingers, den Ex-"Spiegel"-Journalisten Gerhard Spörl, wegen des Verdachts der Untreue und der Vorteilsannahme. Es gilt die Unschuldsvermutung. Spörl bekam Aufträge von der landeseigenen Messe Berlin – Wolf war bis zu seinem Rücktritt in der RBB-Affäre dort auch in Personalunion Aufsichtsratschef gewesen. Am Donnerstag kommt der Aufsichtsrat der Messe Berlin zusammen. Dort könnte es auch zumindest einen Zwischenstand geben zu laufenden Compliance-Untersuchungen zu dem Fall.

Die verbliebene RBB-Geschäftsleitung steht bei der Aufarbeitung der Krise ebenfalls in der Kritik. Daher kam die Forderung nach einem Interims-Intendanten auf. Der Redaktionsausschuss als Vertretung der Redakteure verlangte den Rücktritt der gesamten Geschäftsleitung. Die ARD-Häuser hatten unlängst in einer beispiellosen Aktion öffentlich gemacht, dass sie kein Vertrauen in die RBB-Geschäftsführung bei der Aufarbeitung der Krise haben.

Transparenzhinweis

Gerhard Spörl schreibt als Kolumnist für t-online.

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Verwendete Quellen
  • dwdl.de: "Das Leben und die Welt sind unterm Strich nicht ernst zu nehmen"
  • Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa
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