Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomeRegionalBerlin

RBB: Wollte RBB-Senderchefkontrolleur Berichterstattung beeinflussen?


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextRettung von SPD-Mann verzögert? Neue DetailsSymbolbild für einen TextSchüsse: Smart-Fahrer feuert auf AudiSymbolbild für einen TextPolizist tötet Hund mit MaschinenpistoleSymbolbild für einen Text19-jähriger Raser: 100 km/h zu schnellSymbolbild für einen TextSexualstraftat: Wer kennt diesen Mann?Symbolbild für einen TextJugendlicher geschlagen und ausgeraubtSymbolbild für einen TextMcDonald's-Attacke: Polizei zeigt FotosSymbolbild für einen TextTesla: Minister will "Giga-Infrastruktur"Symbolbild für einen TextMerz greift Berlin scharf an – ProtestSymbolbild für einen TextNur 300.000 Gäste bei Agrarmesse

Wollte RBB-Senderchefkontrolleur Berichterstattung beeinflussen?

Von t-online, ads

08.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Patricia Schlesinger und Wolf-Dieter Wolf (Archivbild): Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen beide.
Patricia Schlesinger und Wolf-Dieter Wolf (Archivbild): Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen beide. (Quelle: rbb/Oliver Ziebe)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Neuer Vorwurf im RBB-Skandal: Ex-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf soll versucht haben, die Berichterstattung zu beeinflussen – zugunsten einer Firma.

Der Öffentlich-rechtliche Rundfunk wird von immer weiteren Offenlegungen erschüttert: Nun gibt es eine neue. "Welt"-Recherchen zufolge erhebt ein RBB-Reporter Vorwürfe gegen den inzwischen zurückgetretenen Senderchefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf: Er habe ihn bei der Berichterstattung unter Druck gesetzt – weil er im Aufsichtsrat der betroffenen Firma saß.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hatte es 2013 Probleme beim Bau der "City Cube" gegeben: Sie sollte das ICC ersetzen. Wolf-Dieter Wolf saß währenddessen bei der Messegesellschaft im Aufsichtsrat. Ein Reporter der "Abendschau" habe damals von den in die Höhe schießenden Baukosten erfahren und zweimal darüber berichtet – offenbar zum Missfallen von Wolf.

  • "Entscheidung nicht einvernehmlich": Mitglied von RBB-Findungskommission erhebt schwere Vorwürfe

Wolf soll "erkennbar Druck ausgeübt" haben

Er habe kurze Zeit später gemeinsam mit dem damaligen RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein das Gespräch mit dem Reporter gesucht. Nach Informationen der Zeitung habe er dafür seinen Kontakt zu einem Mitglied der damaligen Geschäftsleitung genutzt. Der Reporter wirft Wolf vor, "erkennbar Druck ausgeübt" zu haben, obwohl seine Recherche "wasserdicht" gewesen sei, zitiert ihn "Welt".

Wolf habe die Berichte als "viel zu zugespitzt bezeichnet" – und verlangt, dass der Reporter seine Quellen offenlegt. Der RBB-Mitarbeiter habe das "als unglaubliche Grenzüberschreitung empfunden". "Ich habe es deswegen so empfunden, dass Herr Wolf seine Machtposition als Mitglied des RBB-Verwaltungsrates bewusst ausgenutzt hat", so der Reporter. Er spricht von einem nie dagewesenen "dreisten Versuch".

Reporter: Beschwerdeform unüblich für den RBB

Von Chefredakteur Singelnstein habe sich der Reporter hingegen unterstützt gefühlt: "Er hat Herrn Wolf sehr klar signalisiert, dass er komplett hinter der Recherche steht und dass die Quellen keinesfalls preisgegeben werden", zitiert ihn "Welt". Das habe seine Unabhängigkeit als Reporter gestärkt.

Beschwerden werden demnach üblicherweise über die Pressestelle des Unternehmens an den Autor des Beitrags oder an die Redaktion weitergeleitet – nicht von einem Aufsichtsratsmitglied persönlich an die Führungsebene des gesamten Senders.

Wolf habe über seine Anwältin ausrichten lassen, dass er sich derzeit nicht gegenüber Medien äußere. Der damalige Chefredakteur Christoph Singelnstein habe sich auf Anfrage von "Welt" an das Gespräch nicht erinnern können, halte jedoch auch Kritik von Mitgliedern des Verwaltungs- oder Rundfunkrates für rechtmäßig. "Die Unabhängigkeit der Berichterstattung muss gewahrt bleiben", zitiert die Zeitung Singelnstein.

Wegen des Verdachts der Untreue und der Vorteilsannahme ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft seit einiger Zeit gegen Wolf, die fristlos entlassene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und ihren Ehemann und Ex-"Spiegel"-Journalisten Gerhard Spörl.

Es geht unter anderem um die Frage, ob Schlesinger und der inzwischen zurückgetretene Senderchefkontrolleur Wolf miteinander einen zu laxen Umgang bei der möglichen Kollision von Interessen gepflegt haben könnten. Beide wiesen die Vorwürfe zurück. Bis zur Aufklärung der Vorwürfe gilt die Unschuldsvermutung. Erst am vergangenen Wochenende waren in diesem Zusammenhang die Räume der RBB-Intendanz durchsucht worden.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • "Welt": "Chefkontrolleur des RBB wollte Berichterstattung beeinflussen" (kostenpflichtig)
Hintergrund zum Beitrag

Transparenzhinweis: Schlesingers Ehemann Gerhard Spörl schreibt als Kolumnist auch für t-online.

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Brandenburger SPD-Mann verblutet fast bei Unfall – Konsequenzen

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website