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Berlin: Passant bepöbelt Mahnwache für vom Bus überfahrene 15-Jährige


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Passant bepöbelt Mahnwache für vom Bus überfahrene 15-Jährige

Von dpa
Aktualisiert am 19.12.2022Lesedauer: 2 Min.
Blumen und Kerzen in Lankwitz: Hier starb eine 15-Jährige.
Blumen und Kerzen in Lankwitz: Hier starb eine 15-Jährige. (Quelle: Christoph Soeder/imago images)
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Nach dem Tod einer 15-Jährigen bei einem Busunfall gibt es eine Mahnwache. Als ein Mann pöbelt, kommt es zu einem Zwischenfall.

Mit einer Mahnwache in Berlin-Lankwitz haben mehrere Dutzend Menschen an die 15-Jährige erinnert, die am Samstag vergangener Woche bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Am Sonntagnachmittag kamen sie am Unfallort in der Leonorenstraße zusammen, die für rund eine halbe Stunde für den Verkehr gesperrt wurde. Vor einem Foto der 15-Jährigen am Straßenrand brannten Kerzen, Teilnehmer der Mahnwache legten Blumen ab. Mehrere Jugendliche hatten Tränen in den Augen.

Am Rande der Mahnwache kam es zu einem Zwischenfall. Ein Passant rief den Teilnehmern zu: "Was seid ihr für Idioten hier?" Nach Angaben der Polizei wurde er daraufhin geschubst und fiel zu Boden. Anschließend wurde der Rettungsdienst der Feuerwehr alarmiert. Ein Notarzt versorgte den Mann medizinisch.

Teilnehmer saßen auf der Straße

Ein halbes Dutzend Teilnehmer der Mahnwache saßen vorübergehend auf der Straße an der Stelle, an der sich der tödliche Unfall ereignet hatte. Roland Stimpel vom Fußgängerverband Fuss e.V sagte, es sei ein trauriger vierter Advent. "Wir müssen leider viele Mahnwachen machen." Stimpel erinnerte daran, dass in Berlin in diesem Jahr bereits 34 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen seien, davon 22, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs waren.

Stimpel sagte, wie genau es zu dem tödlichen Unfall in der Leonorenstraße gekommen sei, sei nicht geklärt. "Jede Besserwisserei und jeder Vorwurf wäre falsch." Es lasse sich nur eine sehr allgemeine Erkenntnis daraus ziehen: "Unser Verkehr ist zu schnell, zu hektisch, zu sehr davon geprägt, dass irgendjemand gehetzt ist, nicht rechtzeitig halten kann."

Mädchen waren unter dem Bus eingeklemmt

Damit der Verkehr sicherer werde, sei Entschleunigung nötig. Das gelte vor allem da, wo sich in der Stadt die Wege vieler Menschen zu Fuß, auf dem Rad, im Auto oder mit Bus und Tram kreuzten. Stimpel sprach sich für mehr Begrenzungen auf Tempo 30 aus.

Zu der Mahnwache eingeladen hatten mehrere Organisationen, neben Fuss e.V. auch Changing Cities und der ADFC Berlin. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 90 Menschen teil.

Bei dem schweren Unfall im Bezirk Steglitz-Zehlendorf waren zwei Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren von einem Doppeldeckerbus überfahren worden. Die Jugendlichen wurden unter dem Bus eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr geborgen werden. Die 15-Jährige starb am Unfallort, die 14-Jährige erlitt schwere Verletzungen. Die beiden sollen bei roter Fußgängerampel über die Straße gelaufen sein. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Verwendete Quellen
  • Material der Nachrichtenagentur dpa
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