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Bier-Entscheidung von Hertha BSC Berlin mit bitterem Beigeschmack | Kolumne


Bierwechsel bei Hertha
Diese Entscheidung hat einen bitteren Beigeschmack

  • Autorenprofil Pascal Biedenweg
MeinungVon Pascal Biedenweg

25.02.2024Lesedauer: 2 Min.
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Florian Niederlechner kommt mit Bierkiste aus der Ostkurve, Geschenk der Fans / / Fußball Fussball / 2.Bundesliga HerrenVergrößern des Bildes
Geschenk der Fans (Archivbild): Hertha-Profi Florian Niederlechner im Dezember nach dem Spiel gegen Osnabrück mit einer Kiste "Berliner Kindl". (Quelle: IMAGO/O.Behrendt)

Wird bei den Heimspielen von Hertha BSC im Olympiastadion bald anderes Bier ausgeschenkt? Es wäre eine Entscheidung für das Geld und gegen den eingeschlagenen Berliner Weg.

Hertha BSC soll ab der kommenden Saison den Bierlieferanten wechseln. Statt der Berliner Biermarke "Kindl" soll dann das Bier von "Beck’s" ausgeschenkt werden. Also eine Marke ohne Berliner DNA. Die Brauerei ist in Bremen ansässig und gehört dem belgischen Bier-Giganten "Anheuser Busch InBev" – und damit dem größten Braukonzern der Welt.

Laut eines Berichts der "Bild"-Zeitung kassiert der Zweitligist für das Sponsoring bislang eine knappe Million Euro pro Saison. "Beck’s" soll diese Summe verdoppeln, um im Olympiastadion das eigene Bier ausschenken zu dürfen. Die Entscheidung des Klubs ist daher rational nachzuvollziehen, wird aber gleichzeitig auch unter den Fans polarisieren.

Klar ist: Die notorisch klamme Hertha braucht dringend Geld. Und sportlich stehen die Zeichen derzeit nicht gerade gut. Ein direkter Wiederaufstieg erscheint unwahrscheinlich. Und der Kader ist für einen Zweitligisten weiterhin zu teuer. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es daher absolut richtig, auf Mehrerlöse im Sponsoring zu setzen.

Hertha verliert mit der Entscheidung gegen "Berliner Kindl" Identität

Andererseits gibt die Hertha aber auch erneut einen Teil ihrer Identität ab. Schließlich wurde in den vergangenen Monaten fast schon gebetsmühlenartig der neue "Berliner Weg" skizziert. Ein Weg, mit dem sich vor allem auch die Fans wieder richtig identifizieren können. Weg vom "Big City Club", hin zum Klub für alle Berlinerinnen und Berliner. Die Entscheidung für das Geld und gegen die alteingesessene Berliner Biermarke konterkariert diesen Weg.

Natürlich sollte man diesen Wechsel auch nicht größer machen, als er ist. Am Ende geht es nur um Bier. Und in den kommenden Wochen stehen deutlich wichtigere Entscheidungen an. Für Hertha steht nun der "Monat der Wahrheit" vor der Tür. Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai hat derzeit acht Punkte Rückstand auf Rang drei. Bei noch elf ausstehenden Spielen ist das ein Pfund. Aber es ist auch nicht unmöglich, diesen Rückstand aufzuholen.

Aufstieg könnte Diskussion ums Stadionbier verstummen lassen

Die nächsten vier Spiele werden dem Klub daher endgültig aufzeigen, wohin es in dieser Saison noch gehen kann. Drei Heimspiele gegen Kiel, Schalke und Nürnberg, dazu das Auswärtsspiel in St. Pauli. Mindestens zehn Punkte müssen es sein, will man im Kampf um den Aufstieg doch noch ein Wörtchen mitreden.

Würde Hertha das nahezu Unmögliche doch noch möglich machen und den direkten Wiederaufstieg im Mai feiern, würde sich auch die Diskussion um das Stadionbier schnell erledigen. Denn egal, ob von "Kindl" oder "Beck’s" – in der Bundesliga schmeckt das Bier bekanntlich besonders gut.

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