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Berlin-Spandau: Missbrauchsverdacht in Kita – Vorwürfe gegen Polizei

Vorwürfe gegen Polizei  

Missbrauchsanzeigen in Kita – Erzieher wussten nicht Bescheid

Von Philip Buchen und Daniel Krause

08.09.2021, 15:50 Uhr
Berlin-Spandau: Missbrauchsverdacht in Kita – Vorwürfe gegen Polizei. Ein Mann geht mit Kindern (Symbolbild): In Berlin wird gegen einen Kita-Mitarbeiter ermittelt. (Quelle: Michael Gstettenbauer)

In Berlin wird gegen einen Kita-Mitarbeiter ermittelt (Symbolbild). (Quelle: Michael Gstettenbauer)

In Berlin-Spandau sollen in einer Kita mehrere Kinder missbraucht worden sein. Ein Kita-Beschäftigter steht nun im Fokus der Ermittlungen. Der Betreiber wurde offenbar erst spät informiert.

In einer Kita im Berliner Bezirk Spandau soll ein Mitarbeiter offenbar mehrere Kinder missbraucht haben. Das LKA hat die Ermittlungen übernommen und geht derzeit von sexuellem Kindesmissbrauch in mindestens fünf Fällen aus.

Die Beamten ermitteln gegen einen 32-jährigen ehemaligen Beschäftigten der Kita. Eine erste Anzeige ging bei der Polizei bereits am 25. August ein, weitere Anzeigen folgten laut einer Sprecherin am darauffolgenden Wochenende. Die Verantwortlichen der Kita wurden erst knapp eine Woche später – am 31. August – informiert, sagte Thomas Scheunemann, Vorsitzender des Spandauer Kreisverbands der AWO, gegenüber t-online.

Zum Zeitpunkt der Anzeige habe der Beschuldigte noch in der Kita gearbeitet. Scheunemann wäre gerne früher von der Polizei informiert worden und sieht Versäumnisse bei der Polizei, sagte er dem "Spiegel". Bei den Eltern herrsche deswegen große Verärgerung, so Scheunemann weiter. Die Polizei habe die Kita erst am 31. August erreichen können, heißt es in dem Bericht. 

Frau bei Elternversammlung zusammengebrochen

Am Montagnachmittag wurden die Eltern zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Zuvor habe man die Erziehungsberechtigten bereits mit einem Rundbrief über die Ermittlungen informiert, so Scheunemann. 40 bis 50 Personen kamen zusammen. "Es wurde laut und die Situation eskalierte."

Eine Mutter sei vor der Kindertagesstätte in Berlin-Spandau kollabiert, als die mutmaßlichen Vorfälle thematisiert wurden. Ein Notarzt behandelte die Frau. "Sie ist wieder fit." Zwei Mannschaftswagen der Polizei sollen die Elternversammlung abgesichert haben. Ein Einschreiten der Beamten sei jedoch nicht nötig gewesen.

"Viele Tränen und Zusammenbrüche"

"Das Vertrauen der Eltern ist nun natürlich zerstört", so Scheunemann. In den kommenden Tagen will man sich gemeinsam mit den Eltern, den ermittelnden Beamten und externen Sozialpädagogen zusammensetzen. Auch für die Kita-Mitarbeiter soll es Angebote geben.

"Die sind schwerst traumatisiert." Als die Beschäftigten informiert wurden, "gab es viele Tränen und Zusammenbrüche".

Der Verdächtige habe die Einrichtung Ende August verlassen. Bevor die Kita über die Anschuldigungen informiert gewesen sei. Die Einrichtung wurde für eine Woche geschlossen.

Verwendete Quellen:

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