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Zentralrat: Bei documenta nicht ber├╝cksichtigt

Von dpa
28.04.2022Lesedauer: 4 Min.
documenta fifteen
Ein Schild "documenta fifteen" ist vor dem Museum Fridericianum zu sehen. (Quelle: Swen Pf├Ârtner/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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In einem Brandbrief an Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat der Pr├Ąsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, den Umgang der documenta mit dem Thema Antisemitismus kritisiert. "Gegen Antisemitismus helfen nur klare Bekenntnisse und noch viel mehr, entschlossenes politisches Handeln auf jeder Ebene von Politik, Kunst, Kultur und Gesellschaft", hei├čt es in dem Schreiben an die Gr├╝nen-Politikerin, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. "Von dieser Verantwortung darf sich niemand - auch nicht im Namen der Kunstfreiheit - freisprechen."

Hintergrund sind Antisemitismus-Vorw├╝rfe gegen die documenta fifteen in Kassel von Anfang des Jahres. Ein B├╝ndnis hatte dem Kuratorenkollektiv Ruangrupa vorgeworfen, bei der Ausstellung seien auch Organisationen eingebunden, die den kulturellen Boykott Israels unterst├╝tzten oder antisemitisch seien. Ruangrupa und die documenta-Gesellschaft wiesen die Anschuldigungen zur├╝ck. Auch der documenta-Aufsichtsrat und Roth stellten sich hinter die Macher der neben der Biennale in Venedig wichtigsten Pr├Ąsentation f├╝r Gegenwartskunst.

Als Folge wurde ein Experten-Forum angek├╝ndigt, bei dem ├╝ber "das Grundrecht der Kunstfreiheit angesichts von steigendem Rassismus und Antisemitismus und zunehmender Islamophobie" debattiert werden sollte. Die dreiteilige digitale Veranstaltungsreihe mit dem Titel "We need to talk! Art - Freedom - Solidarity" findet vom 8. Mai an statt. Die documenta wolle damit "die Rahmenbedingungen f├╝r eine multiperspektivische Debatte jenseits einseitiger Antagonismen schaffen", sagte Generaldirektorin Sabine Schormann dazu bei der Ank├╝ndigung. In diesem Rahmen sollten "Widerspr├╝che ausgehalten und produktiv diskutiert werden k├Ânnen".

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Zentralratspr├Ąsident Schuster kritisiert unter anderem die Besetzung der Foren. "Die Ausrichtung der Podien hat f├╝r mich eine eindeutige Schlagseite zuungunsten des Antisemitismus", hei├čt es in dem Brief an Roth. Die Intention sollte eine Befassung mit dem Antisemitismus im Allgemeinen sowie mit israelbezogenem Antisemitismus sein. "In diesem Kontext hat mich auch verwundert, dass die Thematik des anti-pal├Ąstinensischen Rassismus Eingang in das Programm gefunden hat", schreibt Schuster. Er k├Ânne hier keinen Zusammenhang erkennen.

Der Zentralrat sieht sich nicht ausreichend ber├╝cksichtigt. "Mehrfach haben wir darum gebeten, hier als Dachverband der j├╝dischen Gemeinschaft in Deutschland mit unserer Expertise eingebunden zu werden." Trotz mehrfacher Nachfrage bei der documenta-Leitung sei dies nicht geschehen. Die Kritik richtet sich auch an Roth. "Auch aus Ihrem Haus wurden wir bedauerlicherweise nicht ├╝ber den weiteren Fortgang informiert", hei├čt es.

"All diese Einw├Ąnde h├Ątten wir vorbringen k├Ânnen, w├Ąre den Verantwortlichen an einem echten Austausch gelegen gewesen und an einer Einbindung der Perspektive der j├╝dischen Gemeinschaft", begr├╝ndet Schuster seine Kritik. "Dies war jedoch nicht der Fall, deswegen ich mich heute mit diesen deutlichen Worten an Sie wende."

Zudem betonte er, "dass es f├╝r J├╝dinnen und Juden in Deutschland keine "offene" Debatte zum Antisemitismus geben kann". Es gelte auch nicht, wie im Programm zu den Foren angek├╝ndigt, Widerspr├╝che auszuhalten.

Nach Angaben eines Sprechers von Roth wei├č sich die Kulturstaatsministerin "mit dem Zentralrat der Juden und allen J├╝dinnen und Juden einig im Kampf gegen den Antisemitismus". Deswegen seien die Vorw├╝rfe gegen die documenta auch von Anfang an ernst genommen und sowohl mit den Verantwortlichen der documenta als auch dem Zentralrat der Juden das Gespr├Ąch gesucht worden. Roth sei weiter "im Gespr├Ąch und engen Kontakt mit Herrn Schuster pers├Ânlich sowie dem Zentralrat der Juden und der documenta".

"Diese Kunstfreiheit zu sch├╝tzen, ist Aufgabe aller staatlichen Stellen", hie├č es weiter in der Stellungnahme f├╝r die dpa. "Dazu z├Ąhlt auch Positionen auszuhalten, mit denen man pers├Ânlich nicht einverstanden ist." Hier├╝ber werde man sich ein Bild zu machen haben, wenn das Programm der documenta bekannt sei. "Umso notwendiger ist das direkte Gespr├Ąch und der Dialog zwischen Zentralrat und documenta, aber auch die internationale Diskussion, die die documenta nun f├╝hren wird."

Aus Sicht der documenta gibt es keinen Platz f├╝r Antisemitismus. Die Veranstaltungsreihe sei "eine kritische und multiperspektivische Gespr├Ąchsreihe, die aus einer eingehenden Besch├Ąftigung und auch aus gro├čer Sorge ├╝ber zunehmenden Antisemitismus und Rassismus in unserer Gesellschaft heraus konzipiert ist", hie├č es in einer Stellungnahme f├╝r die dpa. Thematisiert w├╝rden auch "die wiederkehrende Problematik f├╝r international agierende Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen im Umgang mit international strittigen Definitionen zu Antisemitismus" und "die Urspr├╝nge der pauschalisierenden und teils rassistischen Angriffe auf das k├╝nstlerische Team der documenta fifteen".

Die Einladung der G├Ąste erfolge "nicht aufgrund einer Zugeh├Ârigkeit zu einer offiziellen Institution, sondern ausschlie├člich auf Grundlage ihrer wissenschaftlichen Expertise". Das Herausarbeiten von Unterschieden und ├ťberschneidungen zwischen Antisemitismus und Rassismus sei ein Thema der Veranstaltungsreihe. "So wird auch der Frage nachgegangen, ob postkoloniale Theorie die Spezifizit├Ąt des Antisemitismus verkennt", hie├č es.

"Es gibt dabei, wie auch auf der documenta fifteen, keinen Platz f├╝r Antisemitismus. Auch pauschalisierenden Aussagen ├╝ber Menschen muslimischen oder sonstigen Hintergrundes, wie sie in den Angriffen auf die documenta fifteen ge├Ąu├čert wurden, wird keine B├╝hne gegeben." Auch ├╝ber die Gespr├Ąchsreihe hinaus werde sich die documenta des Themenkomplexes von unterschiedlichen Seiten annehmen.

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