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Kiefert Bremen: Letzte Wurst-Filiale schließt – Kunden bedauern Aus


Bahnhofsumfeld trägt Mitschuld
"Eine Schande": Kunden bedauern Aus von Bremens Kult-Wurstbude

Von t-online, MAS

14.05.2024Lesedauer: 2 Min.
Die letzte verbliebene Kiefert-Filiale zwischen Hauptbahnhof und Hillmannplatz macht nun auch endgültig dicht.Vergrößern des BildesDie letzte verbliebene Kiefert-Filiale zwischen Hauptbahnhof und Hillmannplatz macht nun auch endgültig dicht. (Quelle: Steffen Koller)
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Eine Bratwurst am Bahnhof – das gehörte für viele Bremer jahrzehntelang dazu. Doch Kiefert macht seine letzte Filiale dicht. Die Kunden zeigen sich traurig.

Nach mehr als 90 Jahren im Geschäft macht die Bremer Wurstdynastie Kiefert dicht. Das Traditionsunternehmen schließt Ende Mai seinen letzten verbliebenen Imbissstand an der Bahnhofstraße. Lesen Sie hier mehr dazu. Bereits im Vorjahr wurde der Betrieb am Hauptbahnhof aufgegeben.

Damit verschwindet Kiefert gänzlich aus der Stadt. Ein Grund für das endgültige Aus sind offenbar die Zustände in der Bahnhofsvorstadt, die geprägt sind von Drogen und Kriminalität. Das hatte auch Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Kunden von Kiefert – ruhig und gemütlich Bratwurst essen ist oft nicht möglich, wie Erfahrungsberichte zeigen.

"Die beste Bratwurst der Welt"

Doch auch die Belastung der Kiefert-Mitarbeiter hatte eine Grenze erreicht. Immer wieder waren die Verkäuferinnen inmitten des Geschehens aus Pöbeleien, Gewalt, Drogendeals und Drogenmüll wie gebrauchten Spritzen, berichtet der "Weser-Kurier".

Dennoch zeigen sich die Bremer traurig, dass die Stadt einen Kult-Imbiss verliert. Viele bezeichnen das Bremer Kult-Gericht als "die beste Bratwurst der Welt".

"Jahrzehntelanger Imbiss-Genuss. Danke, Kiefert! Beste Bratwurst und bodenständige Bewirtung. Der schlimmste Bahnhof Deutschlands verliert somit die nächste kultige Institution", schreibt ein User bei Google. In einem europaweiten Ranking landet der Bremer Hauptbahnhof tatsächlich auf dem letzten Platz.

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"Bin mit Kiefert aufgewachsen. Leider während des Essens um 11.15 Uhr vormittags zweimal von Junkies angelabert worden und einmal von einem Aggro-Typen, wahrscheinlich einem Dealer, angemacht worden", heißt es in einer weiteren Google-Bewertung. Auch ein weiterer Kunde berichtet, beim Essen "belästigt und um Kleingeld angebettelt" worden zu sein.

"Einer der letzten und ältesten Bratwurststände von Bremen. Meine erste Begegnung als Bub mit Mama an der Hand in den 60ern. Nervenstarkes freundliches Personal. Doch leider geht die Tradition jetzt zu Ende", bedauert ein Gast im Web. Dieser ist nicht der einzige: "Sehr schade, nach 85 Jahren wurde meine absolute Lieblingsbratwurst nun abgeschafft. Eine Schande!"

Der Bremer Hauptbahnhof und sein direktes Umfeld gelten seit Jahren als Brennpunkt der Stadt. Die Polizei ist dort immer wieder mit großangelegten Kontrollen im Einsatz. Kürzlich wurde ein Konsumverbot von Alkohol an mehreren Haltestellen verhängt, um die Situation zu entschärfen. Selbst die Sparkasse Bremen, die eine Filiale direkt neben dem letzten Kiefert-Pavillon zwischen Hillmannplatz und Hauptbahnhof betreibt, hatte ihren eigenen Standort infrage gestellt. "Sie kennen die Diskussionen zu diesem Umfeld", sagte Sparkasse-Chef Tim Nesemann dem "Weser-Kurier".

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Weitere Artikel von t-online
  • weser-kurier.de: Ende einer Bremer Bratwurst-Ära
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