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Coronalage in Niedersachsen: Ärzte wollen Impfpflicht

Hannover  

Coronalage in Niedersachsen: Ärzte wollen Impfpflicht

28.11.2021, 11:39 Uhr | dpa

Coronalage in Niedersachsen: Ärzte wollen Impfpflicht. Corona-Tests

Eine Laborantin sortiert Proben. Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Die Corona-Lage in Niedersachsen hat sich am Wochenende verschärft. Der Sieben-Tage-Wert bestätigter Neuinfektionen stieg nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Sonntag im Landesdurchschnitt von 209,8 auf 212,2 pro 100.000 Einwohner. Auch die Hospitalisierungsinzidenz stieg weiter an und lag bei 7,2. Der Wert gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in den Krankenhäusern aufgenommen wurden. Auf den niedersächsischen Intensivstationen waren am Sonntag 8,5 Prozent der maximal zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-Erkrankten belegt, am Samstag waren es 8,6 Prozent.

Seit Mittwoch gilt landesweit die Warnstufe 1 mit einer flächendeckenden 2G-Regelung. Diese bedeutet, dass Ungeimpfte von Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen sind. Bei einer weiteren Verschlechterung könnte bald mit der Warnstufe 2 regional die 2G-plus-Regelung verhängt werden. In diesem Fall haben in vielen Bereichen nur Geimpfte und Genesene Zutritt, die zusätzlich einen negativen Corona-Test vorlegen müssen.

In manchen anderen Bundesländern ist die Corona-Lage dramatischer als in Norddeutschland. Deshalb haben niedersächsische Kliniken mehrere Intensivpatienten mit Covid-19 aus Thüringen und Sachsen aufgenommen. In Bremen kamen in der Nacht zum Sonntag die ersten Intensivpatienten aus Sachsen an, im Laufe des Tages wurde der Transport von zwei weiteren schwer an Corona erkrankte Menschen nach Bremen erwartet. Die Verlegung erfolgt auf Grundlage des Kleeblatt-Konzepts. Niedersachsen bildet gemeinsam mit Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern das Kleeblatt Nord, um sich bei Engpässen unter den Bundesländern gegenseitig zu helfen.

Die Rufe nach strengeren Maßnahmen, um die Corona-Welle zu brechen, werden lauter. So forderte die Ärztekammerversammlung Niedersachsen eine Corona-Impfpflicht für alle. Ausgenommen werden sollten demnach nur Einzelne, bei denen medizinische Gründe gegen eine Impfung sprechen. Ziel sei, einen erneuten Lockdown und auch neue Belastungen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wegen geschlossener Kitas, Schulen und Universitäten zu verhindern, teilte die Kammer am Samstag zu einer Resolution von Mitgliedern des Ärzteparlaments mit.

Der Handel beobachtet die Entwicklung der Corona-Lage mit Sorge. "Bis jetzt ist der Kundenzuspruch noch da", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Niedersachsen, Mark Alexander Krack. Es sei aber davon auszugehen, dass sich die Zuspitzung der Corona-Lage in der Adventszeit bemerkbar machen werde. "Der eine oder andere wird sich mit Einkäufen zurückhalten." Entsprechend groß sei die Unsicherheit bei den Händlern. Sollte die Landesregierung angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen schärfere Vorgaben machen, brauche es Kompensationen für die Händler, forderte Krack.

Die steigenden Corona-Zahlen bremsen auch das Tourismusgeschäft zu Weihnachten und zum Jahreswechsel. Rund einen Monat vor Beginn der niedersächsischen Weihnachtsferien warten viele Urlauber mit Buchungen noch ab - mancherorts gehen Stornierungen für bereits geplante Aufenthalte ein, wie eine dpa-Umfrage bei mehreren Tourismusverbänden ergab. Nach einer durch die Pandemie zwar spät begonnen aber sehr gut gebuchten Sommer- und Herbstsaison mit Auslastungen von bis zu 100 Prozent droht der Aufschwung im niedersächsischen Tourismus nun wieder abzuflachen.

Die Theater in Niedersachsen und Bremen wollen so lange wie möglich weiterspielen. Mit der derzeit geltenden 2G-Regel - die Zuschauer müssen geimpft oder genesen sein - komme man gut zurecht, sagten Theatermacher auf Anfrage. Schwieriger werde es, wenn 2G plus kommen sollte: Für die Zuschauer werde der Aufwand hoch, sich für einen Theaterabend zusätzlich noch einen aktuellen negativen Test zu besorgen. "Die Nachfrage wird geringer werden", sagte Sprecher Nils Wendtland vom Schauspiel Hannover.

Im Bremer Theater sei das Publikum fast zu 100 Prozent geimpft, sagte Sprecherin Diana König. Die 2G-Kontrolle von Ticket, Impfstatus und Ausweis habe sich eingespielt. "Wir freuen uns darüber, dass das Publikum das so wohlgesonnen mitmacht." Intendant Michael Börgerding rechnet nicht damit, dass auf den Bühnen wie im vergangenen Winter wieder ganz der Vorhang fällt. "Wir sind verhalten optimistisch und glauben, dass wir keinen weiteren Lockdown erleben werden."

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