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1. FC Köln | Razzia der Polizei bei "schwerkriminellen" Fans nach Nizza-Randalen


1. FC Köln: Polizei erhöht Druck auf "schwerkriminelle" Fans

Von Marc Merten

Aktualisiert am 06.10.2022Lesedauer: 3 Min.
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Die Polizei schritt bei den Ausschreitungen ein (Archivbild): Ein Besucher war bei einem Sturz schwer verletzt worden.
Die Polizei schritt bei den Ausschreitungen ein (Archivbild): Ein Besucher war bei einem Sturz schwer verletzt worden. (Quelle: Norbert Scanella/imago images)
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In einer groß angelegten Razzia haben die Ermittler die ersten Gewalttäter aus Nizza ins Visier genommen. Sie wollen damit ein Zeichen setzen.

Das Wichtigste im Überblick


  • 1. Wer wurde festgenommen?
  • 2. Welche Strafen drohen den Tätern?
  • 3. Wie geht die Polizei weiter vor?
  • 4. Was fordern die Behörden vom 1. FC Köln?
  • Fazit: Paukenschlag oder Aktionismus?

Der 1. FC Köln erwartet am Donnerstagabend Partizan Belgrad in der Conference League – doch vor dem Heimspiel in Müngersdorf sorgen Polizei und Staatsanwaltschaft durch eine Razzia für Aufsehen. Nach den Ausschreitungen beim ersten Spiel des 1. FC Köln in der Conference League werden erste Verdächtige dingfest gemacht – die Polizei erhofft sich davon einen höheren Druck auf die Fan-Szene der Geißböcke.

Da lagen sie, einige der vermeintlichen Tatwerkzeuge, die die Kölner Ermittlungsbehörden am frühen Mittwochmorgen bei einer Razzia sicher gestellt hatten: Eine Sturmhaube, ein Schlagstock, ein Taser und eine über 40 Zentimeter lange Machete. Dazu ein Mundschutz, mit Sand gefüllte Handschuhe, erbeutete Fan-Devotionalien anderer Klubs.

Rund 400 Einsatzkräfte hatten am Mittwochmorgen in einer konzertierten Aktion 16 Häuser und Wohnungen in Köln und im Umland gestürmt. Das Ziel: 16 überführte Gewalttäter, die sich laut polizeilichen Angaben eindeutig an den gewaltsamen Krawallen beim Spiel des 1. FC Köln bei OGC Nizza am 8. September maßgeblich beteiligt hatten. "Fast alle" der Männer hätten laut Kriminaldirektor Michael Esser ihre Beteiligung an den Vorfällen in Nizza sofort gestanden.

Doch was bedeuten die Festnahmen? Welche Strafen drohen den Tätern? Bleibt es bei diesen 16 überführten Personen? Und was erwarten die Behörden nun vom 1. FC Köln?

1. Wer wurde festgenommen?

Die 16 vorübergehend Festgenommenen sind zwischen 22 und 43 Jahre alt, männlich und deutsche Staatsbürger. Alle waren schon früher im Rahmen von Sportveranstaltungen den Behörden aufgefallen, drei sind schon länger als Gewalttäter bekannt.

Dass am Mittwoch die Razzia erfolgte, war kein Zufall. "Wir wollen vor dem Heimspiel Kölns gegen Belgrad ein Zeichen setzen", sagte Polizeipräsident Falk Schnabel.

2. Welche Strafen drohen den Tätern?

Gegen fünf der 16 Täter wurde Haftbefehl wegen schweren Landfriedensbruchs sowie gefährlicher Körperverletzung erwirkt. Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn erklärte, dass die Mindeststrafe für diese Vergehen bei sechs Monaten und die Höchststrafe bei zehn Jahren Gefängnis liege. Das besonders auffällige Quintett wurde bereits dem Haftrichter vorgeführt.

Zwei weiteren wurden kurzfristig Betretungsverbote für das RheinEnergieStadion auferlegt. Dies wird auch für die restlichen neun Männer geprüft. Darüber hinaus erhielt der 1. FC Köln die Namen der Identifizierten, um Stadionverbote und Vereinsausschlüsse zu erwirken.

3. Wie geht die Polizei weiter vor?

"Wir sind noch lange nicht am Ende", so Willuhn. Der Oberstaatsanwalt sowie Kriminaldirektor Michael Esser verwiesen mehrfach auf einen besonderen Fund: Von allen 16 Personen wurden die Smartphones sichergestellt. "Wir erhoffen uns davon weitere Informationen, Querverbindungen und mögliche Hinweise auf weitere Personen", sagte Esser. In den kommenden Wochen soll es auf diese Weise zu weiteren eindeutigen Identifizierungen kommen.

Szenen der Ausschreitungen in Nizza: Auf den Rängen kam es vor dem Spiel zu Prügeleien.
Szenen der Ausschreitungen in Nizza: Auf den Rängen kam es vor dem Spiel zu Prügeleien. (Quelle: IMAGO/Ralf Treese)

4. Was fordern die Behörden vom 1. FC Köln?

Polizei und Staatsanwaltschaft machten eine klare Aussage: Die 16 Personen wurden eindeutig dem Fan-Umfeld des 1. FC Köln zugeordnet – sehr konkret sogar. 15 von 16 Männern seien als Mitglieder von Ultra- und Hooligan-Gruppierungen der Geißböcke bekannt, darunter die Gruppen Wilde Horde, Revolte und Domstadt Syndikat, so Esser.

Aufgrund des immer wieder vom FC postulierten Dialogs mit der aktiven Fanszene erklärte Esser weiter: "Der FC muss jetzt seine eigenen Maßnahmen einleiten, wie es das Vereinsrecht zulässt." Der FC unterstütze die Arbeit der Behörden. "Allerdings wäre es schön, wenn es eine noch deutlichere Distanzierung gäbe."

Diese hatte es seitens des FC in der Gewalt-Frage gegeben. Jedoch setzt sich der Klub vehement für die Breite der aktiven Fanszene ein, um beispielsweise Kollektivstrafen gegen ganze Gruppierungen zu verhindern.

Fazit: Paukenschlag oder Aktionismus?

Es war Willuhn, der durch seine Wortwahl am Mittwoch den Ton setzte. "Wir haben mit einem Aufschlag gehandelt, wie es ihn in Deutschland meines Wissens noch nicht gegeben hat", sagte er und forderte ein Umdenken der Öffentlichkeit und auch des 1. FC Köln.

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"Ich bin nicht mehr bereit diese Personen Chaoten zu nennen. Das sind Schwerkriminelle, die vorsätzlich Menschenleben gefährden", so der Oberstaatsanwalt. In Nizza hätten diese 16 und weitere Personen durch ihr Handeln "Tötungen in Kauf genommen".

Die Razzia rief bei vielen Fans des 1. FC Köln Unterstützung hervor. Jedoch fanden sich auch kritische Stimmen in den sozialen Netzwerken, die den Behörden "Aktionismus" vorwarfen. Willuhn hielt dagegen: "Die Ultras beklagen Kollektivstrafen und sehen sich zu Unrecht über einen Kamm geschert. Sie sehen eine übertriebene Dramatisierung dessen, was wirklich vorgefallen ist, und den Willen der Strafermittlungsbehörden, das aufzubauschen."

Willuhn: "Wer das behauptet, dem ist nicht mehr zu helfen." Ob Paukenschlag oder Aktionismus – die Polizei hat am Mittwoch durch das Vorgehen den Druck auf die Kölner Fanszene erhöht. Und auch auf den 1. FC Köln.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen und Recherchen des GEISSBLOG
Hintergrund zum Beitrag

Marc L. Merten gründete 2015 den GEISSBLOG.KOELN. Die unabhängige Onlinezeitung informiert die Fans des 1. FC Köln über alles rund um die Geißböcke. Merten studierte Journalismus in Fribourg und arbeitete anschließend als Sportredakteur für t-online.de. Später berichtete er für die "Abendzeitung München" über den TSV 1860, ehe er für den GEISSBLOG in seine Heimatstadt Köln zurückkehrte.

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Von Laura Schameitat
1. FC KölnNizzaPolizei

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