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Kölner: Serap Güler will Karl Lauterbach schlagen

Serap Güler  

Die CDU-Frau, die Karl Lauterbach schlagen will

Von Michael Hartke

27.03.2021, 10:06 Uhr
Kölner: Serap Güler will Karl Lauterbach schlagen . CDU-Kandidatin Serap Güler (Archivbild): Mit ihren Themen will sie SPD-Politiker überzeugen. (Quelle: imago images/Ralph Sondermann)

CDU-Kandidatin Serap Güler (Archivbild): Mit ihren Themen will sie SPD-Politiker überzeugen. (Quelle: Ralph Sondermann/imago images)

Sie gilt als die aussichtsreichste CDU-Kandidatin im Wahlkreis Leverkusen-Köln IV: Serap Güler. Am Samstag stellt sich die 40-Jährige dem Kreisverband zur Wahl – und fordert auch den SPD-Politiker Karl Lauterbach heraus.

Serap Güler ist kampfeslustig, meinungsstark und tritt vor allem für die Belange von Migranten, Frauen und ihre Familien ein. Jahrelang war sie auf Landesebene für diese Themen zuständig. Jetzt will sie mehr erreichen. Sie will Karl Lauterbachs Wahlkreis Leverkusen/Köln-Mülheim auf Bundesebene erobern. Der sitzt dort schon jahrelang fest im Sattel und trotzdem sagt sie: "Ich will Karl Lauterbach schlagen."

Die Co-Vorsitzende der Bundes-CDU ist selbst Kind von türkischen Einwanderern. Migration und Integration sind auch deshalb ihre Kernthemen. Ihr Vater war Bergmann, ihre Mutter Hausfrau. Beide kamen als Gastarbeiter nach Deutschland. Für deren Themen setzt sich die Deutsche mit türkischen Wurzeln schon lange ein. Weil sie dabei auf Landesebene aber kaum etwas bewegen kann, strebt sie nun ein Bundestagsmandat an, sagte sie gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Keine Bindestrichdeutschen auf Dauer"

Ihr liegt sehr am Herzen, dass die Nachfahren der Gastarbeiter ab der Enkelgeneration ohne Wenn und Aber die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen. Momentan haben Menschen mit Zuwanderer-Geschichte noch die Wahl zwischen einfacher und doppelter Staatsangehörigkeit, egal in welcher Generation sie in Deutschland geboren sind. Sie wolle aus den Enkeln der ersten Einwanderer-Generation "keine Bindestrichdeutschen auf Dauer" machen, schrieb sie in einem Gastbeitrag in der "FAZ" schon 2017 und forderte eine Reform der Staatsbürgerschaft.

Ein drängendes Problem dieser Zeit ist der Umgang mit Flüchtlingen. Viele von ihnen sind gut integriert, haben eine Arbeit und werden von ihren Arbeitgebern als wertvolle Arbeitskräfte geschätzt. Trotzdem droht ihnen allzu häufig die Abschiebung, bemängelt sie. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sei das nicht nachvollziehbar. Auch hier will sie die Regeln ändern.

Sprache ist für sie ein enorm wichtiges Mittel für gesellschaftliche Teilhabe und deshalb fordert sie Sprachförderung noch vor der Grundschule. Gleichzeitig findet sie es nicht schlimm, wenn in einer Familie die Muttersprache gesprochen wird. Auch sie hatte dadurch die Chance, wenigstens Türkisch zu lernen, sagt sie.

Für Kopftuchverbot – und gegen Abtreibung

Auch in Sachen Religion vertritt die gläubige Muslimin eindeutige Positionen. So setzte sie sich als Integrationsstaatssekretärin einst für ein Verbot des islamischen Kopftuches im Schulunterricht für religionsunmündige Mädchen unter 14 ein. Damals verwies sie auf ihre eigene Familie, denn ihre Mutter hatte ihr die Wahl gelassen, ob sie ein Kopftuch tragen will oder nicht. Aber auch dafür steht Güler: Im YouTube-Format "Jung & Naiv" hat sie sich als Abtreibungsgegnerin offenbart.

Zur Person: Serap Güler wurde 1980 in Marl geboren. Im Ruhrgebiet aufgewachsen kam sie 2007 ins Rheinland. Heute lebt die 40-Jährige in Köln-Mülheim. Nach dem Studium kam der Sprung ins Gesundheitsministerium NRW, wo sie als Referentin arbeitete. 2009 trat sie als Muslimin in die CDU ein und wurde für diesen Schritt anfangs in der türkisch-muslimischen Gemeinde kritisiert. 2012 kandidierte sie dann für den nordrhein-westfälischen Landtag, bevor sie, eine Legislatur später, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration unter Armin Laschet wurde und bis heute ist.
Jetzt will sie für Leverkusen und Köln-Mülheim als Direktkandidatin bei der Bundestagswahl antreten. Der Kölner CDU-Vorstand hat bereits Anfang März eine Empfehlung für sie ausgesprochen. Neben ihr stellen sich Robert Budde, Paloma Krassa und Ulrich Wokulat zur Wahl.

In ihrer Bewerbung zur Kandidatur für den Wahlkreis wirft sie Karl Lauterbach vor, den Wahlkreis auf Bundesebene lediglich "epidemiologisch" zu vertreten. Das will sie ändern. Sie will Köln-Mülheim und Leverkusen vor allem politisch in Berlin vertreten. "Weder Leverkusen noch Köln-Mülheim haben es verdient, so vernachlässigt zu werden", schreibt sie in ihrer Bewerbung.

Inhaltlich bringt sie typische CDU-Themen vor: Sie will unter anderem den Mittelstand und den Industriestandort erhalten und die soziale Marktwirtschaft stärken. Außerdem will sie die innere Sicherheit verbessern und die Bildungsgerechtigkeit und Digitalisierung ohne soziales Auseinanderdriften.

Verwendete Quellen:

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