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Flüchtlinge aus der Ukraine: "Wir werden die Leute schon irgendwie unterbringen"


Flüchtlinge aus der Ukraine
"Wir werden die Leute schon irgendwie unterbringen"

  • Matti Hartmann
Von Matti Hartmann

25.02.2022Lesedauer: 2 Min.
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Das Dorf Medyka in Polen, direkt an der ukrainischen Grenze: Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind, erhalten heiße Getränke.Vergrößern des Bildes
Das Dorf Medyka in Polen, direkt an der ukrainischen Grenze: Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind, erhalten heiße Getränke. (Quelle: Czarek Sokolowski/AP/dpa-bilder)

Der Krieg in der Ukraine könnte Millionen Menschen in die Flucht schlagen, Tausende sind schon in der EU angekommen. Deutschland will helfen – aber vor Ort in den Kommunen ist noch vieles ungewiss.

Sie kommen mit Koffern und Taschen. Nur mit dem Nötigsten im Gepäck versuchen sie sich zu retten. Bereits jetzt sind Tausende Ukrainer in die direkten Nachbarländer Polen, Ungarn, Slowakei, Rumänien und die Republik Moldau geflüchtet.

Aber es sind nur die ersten: Schätzungen zufolge könnten bis zu einer Million Menschen in die EU fliehen. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR rechnet sogar mit insgesamt bis zu vier Millionen Menschen, die im schlimmsten Fall gezwungen seien, ihre Heimat zu verlassen.

Leipzig sucht Kapazitäten für Flüchtlinge aus der Ukraine

Eine große Mehrheit der Bundesbürger ist Umfragen zufolge dafür, sie mit offenen Armen zu empfangen. Am Wochenende wollen die EU-Innenminister darüber beraten, wie das zu bewerkstelligen ist. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte, Deutschland sei auf eine Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine vorbereitet.

Vor Ort ist allerdings noch vieles unklar. "Die Stadt Leipzig ist gerade dabei, Kapazitäten zu suchen und zu organisieren", teilte eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage von t-online mit – und zeigte sich prinzipiell zuversichtlich: "Sicherlich ist es möglich. Wir werden die Leute schon irgendwie unterbringen."

Nur: Wie und wo genau das passieren könnte, lasse sich momentan noch nicht detailliert beantworten. Auch bürokratisch gelte es noch, mehrere offene Fragen zu beantworten.

Linken-Abgeordnete: In Sachsen steht viel kommunaler Wohnraum leer

Juliane Nagel, die für die Linken sowohl im Stadtrat als auch im sächsischen Landtag sitzt, sieht dafür auch Land und Bund in der Pflicht: "Der Freistaat muss zusätzlich menschenwürdige Aufnahmekapazitäten sowie Zugang zu medizinischer und Alltagsversorgung für alle ankommenden Schutzsuchenden vorhalten und die Kommunen hierbei unterstützen", forderte sie am Freitag. Auf Bundesebene sei ein Abschiebestopp für in Deutschland lebende Ukrainerinnen und Ukrainer nötig.

Im Gespräch mit t-online betonte Nagel, sie vermute, dass viele der aktuell aus der Ukraine flüchtenden Menschen zunächst kein Asyl in Deutschland beantragen würden. Die Mehrzahl hoffe wahrscheinlich, möglichst bald wieder in die Heimat zurückkehren zu können.

Nicht die Erstaufnahmeeinrichtungen seien deshalb gefragt, sagte Nagel: "Es geht darum, kleinteilige temporäre Unterkünfte und Wohnungen zu finden." In den Großstädten Leipzig und Dresden sei das wegen des angespannten Wohnungsmarktes nicht so leicht, aber in der Fläche stehe in Sachsen viel Wohnraum auch in kommunaler Hand leer.

Stadtratsfraktionen: "Mitgefühl gilt allen Opfern"

Es müssten nun Möglichkeiten geschaffen werden, dass die Kriegsflüchtlinge "ohne große Hürden und Wohnsitzauflagen" zum Beispiel bei Verwandten und Bekannten unterkommen könnten. "Wenn der politische Wille da ist, lassen sich juristisch Berge versetzen", hofft Nagel.

Und dieser Wille ist – zumindest in den Leipziger Stadtratsfraktionen – vorhanden: "Unser Mitgefühl gilt in besonderer Weise allen Opfern sowie allen vom Konflikt betroffenen Menschen", heißt es in einer von den Vorsitzenden fast aller Fraktionen unterzeichneten Resolution. Linke, Grüne, CDU, SPD und Freibeuter betonen darin die "enge Verbundenheit", die über mehrere Generationen hinweg insbesondere durch die seit 1961 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Kiew entstanden sei.

Verwendete Quellen
  • Anfrage an die Stadt Leipzig
  • Gespräch mit Juliane Nagel
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