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Signa-Insolvenz: Was wird aus den Immobilien von René Benko in München?


Was wird aus den Benko-Immobilien in München?

Von t-online, son

02.11.2023Lesedauer: 3 Min.
Die Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz (Archivbild) steht für 100 Millionen Euro zum Verkauf.Vergrößern des BildesDie Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz (Archivbild) steht für 100 Millionen Euro zum Verkauf. (Quelle: IMAGO / HRSchulz/imago images)
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Das Imperium von René Benko droht zu zerfallen. Auch in München besitzt der österreichische Unternehmer Immobilien. Was wird nun aus diesen?

Das traditionsreiche Münchner Sportartikelhaus SportScheck hat René Benko bereits verkauft. Wie es mit den 34 Filialen in Deutschland weitergeht, ist unklar. Ebenso, was aus den anderen Immobilien des österreichischen Unternehmers wird. Denn dessen milliardenschweres Immobilien- und Kaufhausimperium scheint massiv ins Wanken geraten zu sein.

Nach dem Insolvenzantrag des Onlineshops Tennis-Point hat am vergangenen Freitag auch die Muttergesellschaft Signa Sports United N.V. (SSU) aus der Signa-Gruppe Insolvenz angemeldet. Die Arbeiten am Hamburger Elbtower wurden erst einmal auf Eis gelegt, was aus der sich im Neubau befindenden Sportarena in der Stuttgarter Königsstraße wird, ist ebenfalls ungewiss. Und auch in München könnte dem 46-Jährigen der Zerfall seines Imperiums drohen.

Benko sichert sich "Filetstück für Filetstück"

In der Innenstadt kaufte sich Benko in den vergangenen Jahren "Filetstück für Filetstück", wie es der "Merkur" einst beschrieb. Den Anfang machte er bereits vor zwölf Jahren. Im Juni 2011 erwarb Benkos Signa Holding die Immobilien des Edelkaufhauses Oberpollinger in der Neuhauser Straße sowie des benachbarten Karstadt-Sport-Gebäudes. Satte 250 Millionen Euro legte er dafür auf den Tisch.

Gemeinsam mit dem KaDeWe in Berlin und dem Hamburger Alsterhaus gliederte Benko das Kaufhaus Oberpollinger in die "The Kadewe Group" aus und verkaufte 2015 50,1 Prozent davon an die italienische Firma La Rinascente des thailändischen Milliardärs Tos Chirathivat. Das Karstadt-Gebäude am Karlstor ging 2013, also nur zwei Jahre nach dem Kauf, laut Informationen der "Immobilienzeitung" für 95 Millionen Euro in den Besitz der Euro Real Estate aus der Unternehmensgruppe von Wilhelm von Finck über.

Auch die Galeria-Filiale am Marienplatz, laut der "Abendzeitung" einst die umsatzstärkste im ganzen Land, war in Benkos Besitz. Die Anteile daran hat er aber bereits im Sommer des vergangenen Jahres verkauft, wie Recherchen der "Immobilienzeitung" ergaben.

Signa sucht nach potenziellen Käufern

Weiterhin zum Imperium des Österreichers gehören das ehemalige "Kaut-Bullinger-Haus" in der Rosenstraße, der inzwischen leerstehende Karstadt an der Schützenstraße, der Galerie-Kaufhof am Rotkreuzplatz, das Hermann-Tietz-Haus am Hauptbahnhof sowie das Prestigeobjekt – die Alte Akademie in der Innenstadt. Wie es mit all den Gebäuden weitergeht, ist unklar.

Für manche Immobilien – wie das abgerissene "Kaut-Bullinger-Haus" – wird aktiv nach einem Käufer gesucht, rund 100 Millionen Euro hat Benko dafür aufgerufen. Mindestens ein Münchner Unternehmer soll unter den Interessenten sein, berichtet die "AZ". Denselben Preis müssen potenzielle Käufer für die Galeria-Filiale am Rotkreuzplatz lockermachen.

Generell soll es in der Münchner Immobilienbranche laut der "AZ" heißen, dass Benko bei all seinen Objekten und Projekten offen für Kaufangebote sei. Die Signa wollte sich laut des Berichts jedoch nicht dazu äußern.

Stadtratsfraktion fordert Statement von OB Reiter

Viele Spekulationen also, die dieser Tage für mächtig Unruhe in München sorgen. Die Stadtratsfraktion bestehend aus "Die Linke" und "Die PARTEI" wollte daher von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wissen, welche Auswirkungen die finanziellen Schwierigkeiten der Signa Gruppe auf München haben? Eine entsprechende Anfrage reichte Stefan Jagel (Linke) bereits am 24. Oktober ein.

"Benko hat sich verzockt", schrieb der Politiker. Man wolle daher den aktuellen Stand der laufenden Projekte wissen. Darüber hinaus habe die Fraktion schon mehrfach gefordert, eine Vorkaufsrechtssatzung für die Innenstadt zu erlassen. Dies sei angesichts der Entwicklung von Benko "mehr als angebracht und überfällig".

Aktuell ist der Antrag noch "in Bearbeitung", wie ein Blick auf die Seite "muenchen-transparent.de" zeigt. Bis zum 5. Dezember sollte jedoch eine Antwort aus dem Rathaus erfolgen. An diesem Tag endet nämlich die gesetzte Frist. Vielleicht kommt dann etwas Licht ins Dunkel, wie es mit den Benko-Immobilien in München weitergeht.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Deutschen Presse-Agentur
  • kurier.at: "Nach Hamburg stoppt Signa-Gruppe Bauprojekt in Stuttgart"
  • merkur.de: "Milliardär René Benko: Österreicher sichert sich immer mehr Filetstücke in Münchens Innenstadt"
  • abendzeitung-muenchen.de: "'Pleite-Benko': Was passiert jetzt mit seinen Immobilien in München?"
  • abendzeitung-muenchen.de: "René Benko braucht Geld – er bietet viele Top-Immobilien in München zum Verkauf an"
  • muenchen-transparent.de: "Stadtratsantrag (Anfrage) von Stefan Jagel (Linke/Die PARTEI): Pleite-Benko: Welche Auswirkungen haben finanzielle Schwierigkeiten der Signa Gruppe auf München?"
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