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Ostern: Wie der Tiergarten Nürnberg aus dem Corona-Winterschlaf erwacht


Wie der Tiergarten Nürnberg aus dem Winterschlaf erwacht

  • Meike Kreil
Von Meike Kreil

08.04.2022Lesedauer: 3 Min.
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Im Tiergarten Nürnberg geht das Leben nach der Corona-Pandemie und dem Winterschlaf wieder los.
Im Tiergarten Nürnberg geht das Leben nach der Corona-Pandemie und dem Winterschlaf wieder los. (Quelle: Meike Kreil)
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Dieses Frühlingserwachen ist nach dem Corona-Tiefschlaf ein besonderes. Nach all der Langeweile freut sich manches Tier im Nürnberger Tiergarten auf die erwarteten Menschenmassen zu Ostern.

Wo lässt sich dem Frühlingsanfang besser begegnen als im Nürnberger Tiergarten? 20.000 stechend gelbe Narzissen zieren die Wege, umrahmen die Gehege, in denen die Tiere ein frohlockendes Schauspiel abgeben. Paarungszeit ist’s.

Die Idylle wird plötzlich von schrillen Lautsprecherdurchsagen übertönt. Es ist Musik in den Ohren der Mitarbeiter. Denn es bedeutet, dass es im Tiergarten endlich wieder losgeht.

Die Durchsagen stammen von den Lautsprechern der Pfleger, die gerade eine "Delfin-Präsentation" vollführen. Die gab es wegen Corona lange nicht mehr in der Delfinlagune. Die Augen der Grundschüler auf den Sitzbänken gegenüber sind groß, als sie den Delfinen bei der Fütterung und kleinen Kunststücken zuschauen. Ihr Lachen ist nicht länger von Masken bedeckt.

Tiergarten Nürnberg: Mitarbeiter haben viel zu tun

Im Gehege der Mendesantilopen ein paar Meter weiter liegen überall Zweige verstreut, zwei Zootierpflegerinnen sind mit Schubkarre und Rechen beschäftigt. Wer genau hinsieht, stellt fest: Die beiden fegen die Äste nicht etwa auf, sie verteilen sie vielmehr. Die Unordnung ist gewollt, nicht etwa sturmgemacht. Die Äste dienen den neun Paarhufern im Gehege als Nahrung, sie knabbern gerne an Spitze und Rinde.

Teresa Silberhorn (rechts) und Judith Bänsch bei der Arbeit im Antilopengehege, wo es vier Jungen gibt.
Teresa Silberhorn (rechts) und Judith Bänsch bei der Arbeit im Antilopengehege, wo es vier Jungen gibt. (Quelle: Meike Kreil)

Teresa Silberhorn und Judith Bänsch, die beiden Pflegerinnen, haben viel zu tun. Sie müssen die Gehege aller Huftiere frühlingsfit machen. Das heißt: Die Ställe hochdruckreinigen, Wasserstellen ablassen, säubern, wieder einlassen. Sich um die Jungtiere kümmern, soweit nötig.

Vier Junge haben die Antilopen derzeit zu versorgen, das jüngste ist am 3. Februar nach 8,5 Monaten Tragezeit auf die Welt gekommen. Wie es heißen soll, darüber werde gerade gestritten, erklärt Silberhorn lachend. "Ich bin ja für was Lustiges." Der Chef aber bevorzuge etwas Afrikanisches, um die Herkunft der Paarhufer zu verdeutlichen. "Wir diskutieren noch."

Wie werden die Tiere wohl auf die Menschenmassen reagieren, die hier in den Osterferien erwartet werden? "Einige werden sich erst einmal wieder dran gewöhnen müssen", erklärt Bänsch. Manches Jungtier, das in der Corona-Hochphase geboren wurde, habe bisher kaum Erfahrungen mit Menschen gemacht.

Gelangweilte Gorillas wurden mit Fernsehen bespaßt

Die Gorillas dagegen freue der rege Besuch, so Bänsch. Sie hätten sich gelangweilt, als sie keine Menschen hinter der Scheibe beobachten konnten. "Es geht nämlich auch so rum." Da musste auch mal ein Fernseher zur Bespaßung herhalten, berichtet die Tierpflegerin.

Da hilft nur ein Nickerchen: Bei den Gorillas kam während der Pandemie Langeweile auf, weil sie keine Besucher mehr zum Beobachten hatten.
Da hilft nur ein Nickerchen: Bei den Gorillas kam während der Pandemie Langeweile auf, weil sie keine Besucher mehr zum Beobachten hatten. (Quelle: Meike Kreil)

Zurück aus dem Winterschlaf sind auch die Europäischen Ziesel, die als stark gefährdet gelten. Sie verkrochen sich von September bis März in Höhlen unter der Erde. Ihre Körpertemperatur sinkt dann von 37 bis 38 Grad Celsius auf sechs bis sieben Grad ab. Kalt scheint ihnen noch immer zu sein. Sie versammeln sich in dem großen Stein-Gehege in einem kleinen Unterschlupf mit Wärmelicht. Ihre Paarungssaison steht unmittelbar bevor.

Gequietsche kommt auf, als sich zwei um einen der bunten Gemüsesticks im Napf streiten. Und dann kommt auch noch eine Ente aus dem angrenzenden Teich angewatschelt, um sich zu bedienen. Ihr Nest im Schilf mit den vielen Eiern will schließlich gut versorgt sein.

Verheißungsvolle Vorboten sind seit jeher auch die Störche, die nun wieder in ihrer gewohnten Umgebung mit dem See zurück sind. Sie haben den Winter zusammen mit den Pelikanen in einem Stall im Schwaiger Außenquartier des Tiergartens in Gut Mittelbüg verbracht, wo sie vor Kälte und Beutegreifern besser geschützt waren.

Viele Besucher zu Ostern im Tiergarten Nürnberg erwartet

Es sind Szenen wie diese, die Besucher vor allem wieder in den Osterferien anziehen dürften. Die Spielplätze sind frisch aufgefüllt, die Bimmelbahn fahrbereit. Nach dem Winter und der Corona-Pandemie geht im Tiergarten wieder vieles seinen gewohnten Gang. So arbeiten etwa auch elf Landschaftsgärtner mit Hochdruck daran, das riesige Gelände auf Vordermann zu bringen.

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Wochenlang herrschte hier die 2G-plus-Regel. "Das haben wir extrem gemerkt", erklärt Pressesprecherin Anna Böhm auf Nachfrage. Umso mehr freuen sich nun alle, dass es endlich wieder losgeht. Die ersten schönen Tage des Jahres hätten bereits viele Besucher angelockt. Umso mehr hofft sie auf gutes Wetter in den Ferien.

In den Innenräumen besteht die Maskenpflicht weiterhin. Sie dient auch dem Schutz der Tiere. Denn manche Tierart ist vor einer Ansteckung nicht gefeit – wobei sie sich selbst nicht schützen kann. Wissenschaftliche Erkenntnisse hätten ergeben, dass es bei Hirschen, Primaten und Meeressäugern Corona-Fälle gegeben hat. So muss etwa das beliebte Angebot "Besuch beim Delfin" weiterhin ausgesetzt werden, weil die Ansteckungsgefahr für die Tiere zu hoch ist.

Weiterhin würden alle verstorbenen Säugetiere auf das Coronavirus getestet. Ein positiver Befund wurde laut Böhm bisher nicht festgestellt. Dennoch seien die Tierärzte wachsam.

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Verwendete Quellen
  • Besuch vor Ort
  • Anfrage an den Tiergarten Nürnberg
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