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Russe in Nürnberg von Ukrainern ermordet? Polizei dementiert gefährliche Gerüchte


Die Wahrheit hinter dem angeblichen Russen-Mord


Aktualisiert am 25.04.2022Lesedauer: 2 Min.
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Eine Standaufnahme aus dem Video: In der Vergangenheit übernahm der Staatsschutz bereits Ermittlungen gegen ein ähnliches Fake-Video.Vergrößern des Bildes
Eine Standaufnahme aus dem Video: In der Vergangenheit übernahm der Staatsschutz bereits Ermittlungen gegen ein ähnliches Fake-Video. (Quelle: Screenshot)

In einem Video macht eine Frau unfassbare Angaben: Nahe Nürnberg sei ein russischer Mann von drei Ukrainern erstochen worden. Und in Düsseldorf zögen Männer von Tür zu Tür, um Russen zu ermorden. Die Polizei sagt: alles erfunden.

Eine offenbar selbst russischstämmige Frau hat in einem knapp dreiminütigen Video in den sozialen Medien vor schweren Straftaten auf russische Bürger in Nürnberg und Düsseldorf gewarnt. "Ukrainische Nazis" seien "beauftragt" oder "manipuliert" worden, zehn Kilometer von Nürnberg entfernt einen russischstämmigen Mann zu erstechen. Doch diese und andere Taten haben nie stattgefunden, bestätigt die Polizei t-online. Zuerst hatte "Correctiv" berichtet.

Der Sprecher der Polizei Mittelfranken sagt auf Anfrage zu dem angeblichen Mord durch ukrainische Geflüchtete: "Uns ist in ganz Mittelfranken kein einziger solcher oder ähnlicher Fall bekannt." Es sei weder eine Bedrohung eines Russen noch ein Mord an einem gemeldet worden. Ähnlich klingt die Reaktion auf das Video in Düsseldorf.

Keinerlei Anfeindungen gegen Russen gemeldet

"Es gibt Männer, die klingeln tagsüber und ermorden uns", spricht die Frau in dem Video betroffen in die Kamera, ruft zur Vorsicht und zum Teilen des Videos auf. Doch ein Sprecher der Polizei Düsseldorf dementiert das klar: Man habe keinerlei Erkenntnisse zu solchen Vorgängen. Und: "Überhaupt haben wir in Düsseldorf keine einzige gemeldete Anfeindung gegen Menschen der russischen Gemeinschaft vorliegen".

Bereits im März hatte ein ähnliches Video aus Euskirchen Wellen geschlagen: Darin wurde behauptet, ein 16-Jähriger sei von einem "Mob ukrainischer Flüchtlinge" totgeprügelt worden, weil er Russisch sprach. Schnell stellte sich hier heraus, dass es sich dabei um eine Falschmeldung handelte.

Gegen die Tiktok-Nutzerin, die das Video veröffentlicht hatte, ermittelte der Staatsschutz. In dem Fall bestand offenbar die Annahme, dass die Frau mit der Aufnahme absichtlich Stimmungsmache im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine betreiben wollte.

Ob auch auf die Frau im aktuellen Video Ermittlungen zukommen, ist noch nicht klar. Die Polizei Düsseldorf prüfe die Aufnahme aktuell auf strafbare Inhalte, wie ein Sprecher t-online ankündigte. Dem Sprecher der Polizei Mittelfranken war dazu noch nichts bekannt.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Polizei Mittelfranken
  • Gespräch mit Polizei Düsseldorf
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