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Das perfide Geschäft mit der Angst

Von Michael Ströbel

Aktualisiert am 27.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Eingang zu einer Bunkeranlage (Symbolbild): In Stuttgart vermieten Privatleute Plätze in Bunkern.
Eingang zu einer Bunkeranlage (Symbolbild): In Stuttgart vermieten Privatleute Plätze in Bunkern. (Quelle: Carmele/tmc-fotografie.de/imago-images-bilder)
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Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind Bunker wieder gefragte Objekte. Das ruft windige Geschäftsleute auf den Plan., die Bunkerplätze vermieten, die den Mietern gar nichts bringen.

10.000 Euro – so viel verlangt ein Anbieter auf der Plattform Ebay Kleinanzeigen für einen Platz in seinem Bunker. "Der Krieg vor der Türe spricht für sich", heißt es in der Anzeige. Und: "Wir bieten sicheren Schutz im Notfall tief unter der Erde". Auch Wasser, Strom und Essen seien vorhanden – und die Nachfrage "riesengroß", weshalb die "Bearbeitung länger dauert".

Deutlich "günstiger" ist da ein anderer Anbieter: 260 Euro für eine Fläche von 13 Quadratmetern verlangt dieser pro Monat dafür, dass man im Verteidigungsfall "Räumlichkeiten in einem voll funktionsfähigen Luftschutzbunker in Stuttgart" zur Verfügung gestellt bekommt. Was das konkret bedeutet, liefert der Anbieter gleich mit: Nur im "Verteidigungsfall gem. Artikel 115a GG" könne man einziehen, heißt es in der Annonce.

Dass das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht, das müssen also erst Bundestag und Bundesrat beschließen, bevor man hier Unterschlupf finden kann. Die Mindestmietdauer betrage sechs Monate, anders lohne sich der Aufwand für ihn nicht, wie der Vermieter in einem Telefongespräch mit t-online betont. Seinen Namen öffentlich nennen möchte er nicht.

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Bunker in Stuttgart: "Absolute Geldmacherei"

76.000 Menschen boten die Luftschutzbunker und Stollen allein im Stuttgarter Stadtgebiet während des Kalten Kriegs einen sicheren Zufluchtsort. Zumindest in der Theorie. Bis die Bundesregierung im Jahr 2007 beschloss, die teilweise schon im Zweiten Weltkrieg erbauten Immobilien sukzessive zurückzubauen und zu verkaufen.

Heute gibt es in Stuttgart nur noch einen einzigen funktionstüchtigen Luftschutzbunker – und der ist nicht etwa derjenige aus der Anzeige, sondern dieser steht unter Denkmalschutz und ist ein Museum. Sind diese Angebote also nur ein perfides Geschäft?

Dass gleich zwei private Stuttgarter Bunkerbesitzer versuchen, die Angst vor dem Krieg zu Geld zu machen, erzürnt Rolf Zielfleisch regelrecht. Er ist der Vorsitzende des Vereins Schutzbauten Stuttgart e. V., der den Museumsbunker erhält, und sagt: "Das ist absolute Geldmacherei, ich finde das furchtbar". "Zutiefst unanständig" sei das, zumal diese Bauten technisch längst nicht mehr auf dem neuesten Stand seien und zuweilen nur noch als Lagerräume genutzt werden dürften.

Der Spitzbunker in Stuttgart-Feuerbach wird vom Verein Schutzbauten Stuttgart als Museum betrieben.
Der Spitzbunker in Stuttgart-Feuerbach wird vom Verein Schutzbauten Stuttgart als Museum betrieben. (Quelle: Schutzbauten Stuttgart e.V./leer)

Interesse an Plätzen in Bunkern ist offenbar groß

Der Bunker-Anbieter von Ebay Kleinanzeigen verweist dagegen auf die Angst, die seine potenziellen Kunden hätten – und die beruhigende Wirkung, die ein sicherer Platz in seinem Bunker habe. "Bei einer Versicherung hofft man ja auch nicht, dass man sie braucht - viele bezahlen aber gerne dafür", sagt er. Eine Frau sei sogar bereit gewesen, dafür über ihre finanziellen Grenzen hinauszugehen und einen Kredit aufzunehmen. "Das konnte ich natürlich nicht zulassen, also habe ich ihr einen Platz umsonst gegeben", sagt er und verweist darauf, dass er damit kein Geld machen wolle.

Laut eigener Aussage bekommt auch Rolf Zielfleisch täglich Anrufe von Menschen, die nach einem Platz in einem Luftschutzbunker suchen. "Das muss ich natürlich ablehnen", sagt er und hat dennoch einen Tipp für den GAU parat: Straßen- und Eisenbahntunnel oder U-Bahn-Schächte.

"Schon im Zweiten Weltkrieg haben sich die Menschen in London in die Tunnel verkrochen – vor allem in die U-Bahn", führt er aus. Die böten mit einer Überdeckung von acht bis 20 Metern einen guten Schutz – "vermutlich sogar einen besseren als die alten Bunker mit einer Decke von rund 1,70 Metern". Für ihn sind solche Angebote deshalb vor allem eines: unseriös.

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Von Michael Ströbel
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