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Formel 1 – Ex-Fahrer Wehrlein: Ferrari? "Vettel hat ein gutes Wort eingelegt"

INTERVIEWEx-Formel-1-Fahrer Wehrlein  

Ferrari? "Vettel hat für mich ein gutes Wort eingelegt"

Von Cian Hartung

22.11.2019, 13:59 Uhr
Formel 1 – Ex-Fahrer Wehrlein: Ferrari? "Vettel hat ein gutes Wort eingelegt". Fuhr von 2016 bis 2017 in der Formel 1: Pascal Wehrlein. (Quelle: imago images/Motorsport Images)

Fuhr von 2016 bis 2017 in der Formel 1: Pascal Wehrlein. (Quelle: Motorsport Images/imago images)

Im Interview mit t-online.de kritisiert der Ex-Sauber-Fahrer die Monotonie der Formel 1, schwärmt von der Formel E  und verrät, welchen Ferrari-Job ihm Sebastian Vettel vermittelt hat.

Der deutsche Rennfahrer Pascal Wehrlein wurde 2015 mit nur 20 Jahren jüngster DTM-Meister aller Zeiten. Anschließend wechselte er in die Formel 1 und fuhr von 2016 bis 2017 für die Teams Sauber und Manor. Nachdem er für die Saison 2018 kein Formel-1-Cockpit bekommen hatte, führte ihn sein Weg in die Rennserie Formel E, wo er seit 2018 für das Mahindra-Team an den Start geht.

Fährt seit 2018 für das Mahindra-Team in der Formel E: Pascal Wehrlein – hier bei seinem zweiten Platz nach dem Rennen in Santiago de Chile. (Quelle: Spacesuit Collections)Fährt seit 2018 für das Mahindra-Team in der Formel E: Pascal Wehrlein – hier bei seinem zweiten Platz nach dem Rennen in Santiago de Chile. (Quelle: Spacesuit Collections)

An diesem Freitag beginnt die neue Saison der Formel E mit dem Rennen in Riad, Saudi-Arabien. Im Interview mit t-online.de spricht Wehrlein über das Geräusch von Elektromotoren, seinen Job als Simulatorfahrer bei Ferrari und eine mögliche Rückkehr 2021 in die Formel 1.

t-online.de: Herr Wehrlein, wie unterscheidet sich das Fahrverhalten eines Formel-E- von einem Formel-1-Auto?

Pascal Wehrlein: Abgesehen vom offenen Cockpit, sind das zwei komplett unterschiedliche Serien mit unterschiedlichen Fahrzeugtypen, die sich anders anfühlen. In der Formel E zum Beispiel gibt es nur einen Vorwärts- und einen Rückwärtsgang. Das ist in der Formel 1 ganz anders, denn da gibt es viele Gänge.

Seit der letzten Saison fahren Sie in der Rennserie für das Team Mahindra. Was hat die Formel E der Formel 1 voraus?

In der Formel E weiß man nie genau, wer das Rennen gewinnen wird. Es gibt weniger große Unterschiede zwischen den einzelnen Teams. Somit haben alle vergleichbare Chancen auf ein Podium. In der Formel 1 sind dagegen oft die gleichen Teams vorne dabei. Es wäre gut, wenn in der Formel 1 die Teams auf einem Level wären und somit jedes Team die Möglichkeit hat, oben auf dem Podium zu stehen.

Wo muss die Formel E noch aufholen?

Anfangs hätte ich gesagt, beim Geräusch des Autos, wenn der Motor angeht. Aber jetzt ist es fast wie Musik in den Ohren. Ich denke, man kann die zwei Serien nicht wirklich vergleichen und somit ist es schwer zu sagen, ob, und wenn ja, wo die Formel E noch aufholen muss. 

Fährt seit 2019 für Mahindra-Racing in der Formel E: Pascal Wehrlein beim Rennen in Berlin auf dem Tempelhofer Feld im Juni dieses Jahres (vorderes Auto). (Quelle: imago images/Kräling)Fährt seit 2019 für Mahindra-Racing in der Formel E: Pascal Wehrlein beim Rennen in Berlin auf dem Tempelhofer Feld im Juni dieses Jahres (vorderes Auto). (Quelle: Kräling/imago images)

Seit vergangenem Jahr sind Sie bei Ferrari Simulatorfahrer. Wie muss man sich die Arbeit als Simulatorpilot vorstellen?

Wir fahren im Simulator parallel während des Formel-1-Rennwochenendes. Es geht dabei hauptsächlich um die Entwicklung und um Einstellungen am Wagen. Diese werden von uns im Simulator getestet, bevor sie dann ans „echte“ Auto kommen.

Was nehmen Sie persönlich daraus mit?

Mir gefällt die Arbeit im Simulator und ich schätze es sehr, Teil des Ferrari-Umfelds zu sein. Da will ich natürlich niemanden im Stich lassen und das spornt mich an, alles zu geben. Persönlich hilft es mir natürlich auch, da ich Erfahrungen in einem der besten Teams überhaupt machen kann.

Welche Rolle hat Ihr Kumpel Sebastian Vettel hinsichtlich Ihres Simulator-Jobs gespielt?

Ich denke, er hat ein gutes Wort für mich eingelegt, obwohl ich viele Leute von Ferrari bereits aus meiner Zeit bei Sauber kannte. Er ist ein gutes Vorbild und wenn ich helfen kann, sein Auto an einem Rennwochenende schneller zu machen und dies ihm zum Sieg verhilft, freue ich mich total.

Hat für Wehrlein (r.) beim Ferrari-Simulatorjob ein gutes Wort eingelegt: Sebastian Vettel (l.). (Quelle: imago images/HochZwei)Hat für Wehrlein (r.) beim Ferrari-Simulatorjob ein gutes Wort eingelegt: Sebastian Vettel (l.). (Quelle: HochZwei/imago images)

Sie haben ein Cockpit in der Formel E und sind Simulatorfahrer für Ferrari – zwei gute Positionen. Würden Sie diese für einen zweiten Versuch in der Formel 1 aufgeben?

Die Formel 1 ist natürlich verlockend, aber es müssen auch die richtigen Möglichkeiten bestehen. Ich würde ungern hinten mitfahren, nur um wieder in die Formel 1 zu kommen. Ich fühle mich beim Mahindra-Team und bei Ferrari wohl und bin sehr glücklich damit; das heißt, ich muss nicht unbedingt zurück in die Formel 1.

Wie müsste ein Angebot aus der Formel 1 aussehen, das Sie von einer Rückkehr überzeugen könnte?

Ich bin sehr ehrgeizig und möchte gewinnen, nicht nur teilnehmen. Daher müssten das Auto und das Team passen, sonst wäre es kein gutes Angebot.

Haas-Teamchef Günter Steiner sagte: "Pascal ist jetzt zwei Jahre weg. Da wird es schwierig, wieder zurückzukommen." Wie schwierig ist eine Rückkehr in die Formel 1 nach so langer Zeit?

Ich denke nicht, dass es da Nachteile gibt. Natürlich muss man sich wieder an das Auto gewöhnen, aber Fahren vergisst man eigentlich nicht.

Mit den beiden Rennfunktionären Adrian Campos und Salvatore Gandolfo erwägen zwei große Namen der Szene 2021 mit einem neuen Team in die Formel 1 einzusteigen. Mit beiden stehen Sie im Kontakt. Wie konkret ist der Plan, dass Sie 2021 Teil dieses Teams sein werden?

Es ist bis 2021 noch viel Zeit, daher kann ich mir alles noch genau ansehen, anhören und überlegen. Wenn die Zeit kommt, dann werde ich mich gerne damit befassen.

Hat sich an den Sound der Elektromotoren gewöhnt: Formel-E-Fahrer Pascal Wehrlein. (Quelle: imago images/Kräling)Hat sich an den Sound der Elektromotoren gewöhnt: Formel-E-Fahrer Pascal Wehrlein. (Quelle: Kräling/imago images)

Aktuell sind mit Leclerc, Verstappen, Norris und Russell viele junge hochtalentierte Fahrer in der Formel 1 dabei. Sind die 20-Jährigen heutzutage schon weiter als Sie noch vor wenigen Jahren?

Tendenziell werden die Fahrer immer jünger. Von den Juniorkategorien bis hoch zur Formel 2 und Formel 3 wird die Vorbereitung immer besser und somit können junge Fahrer professioneller trainiert werden. Ich selbst war auch schon sehr jung mit 20 Jahren DTM-Champion und dann mit 21 Jahren in der Formel 1.

     

In der letzten Saison belegten Sie in der Formel E den zwölften Platz. Was ist Ihr Ziel für diese Saison?

Letztes Jahr habe ich ziemlich spät bei Mahindra angefangen, da ich bis Ende des Jahres noch an Mercedes gebunden war. Ich freue mich, dass ich dieses Jahr von Anfang an für Mahindra an den Start gehen kann und hoffe, wir haben dieses Jahr mehr Konstanz und somit eine super Saison.

Auf welches Rennen der Formel E freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich auf das Rennen im Juni 2020 in Berlin – als Heimrennen sozusagen. Aber generell ist die Freude bei mir groß, dass die Saison jetzt beginnt!

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