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"Wir haben Herz und Seele der Formel 1 verloren"

dpa, Von Marco Heibel

Aktualisiert am 20.05.2020Lesedauer: 2 Min.
Motorsport-Legende: Niki Lauda (hier am Rande des Gro├čen Preises von ├ľsterreich 2018) hat die Formel 1 nachhaltig gepr├Ągt. Auch ein Jahr nach seinem Tod ist er dort omnipr├Ąsent.
Motorsport-Legende: Niki Lauda (hier am Rande des Gro├čen Preises von ├ľsterreich 2018) hat die Formel 1 nachhaltig gepr├Ągt. Auch ein Jahr nach seinem Tod ist er dort omnipr├Ąsent. (Quelle: Eibner Europa)
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Heute vor einem Jahr ist Formel-1-Legende Niki Lauda im Alter von 70 Jahren verstorben. Noch immer ist der ├ľsterreicher in der K├Ânigsklasse des Motosports pr├Ąsent wie eh und jeh.

├ťber der ber├╝hmten Hafenpromenade von Monte Carlo lag ein unsichtbarer Schleier, der Glamour-Grand-Prix im F├╝rstentum Monaco hatte 2019 vor dem ersten Aufheulen der Motoren jede Leichtigkeit eingeb├╝├čt. W├Ąhrend die Aufbauarbeiten im Fahrerlager liefen und die Protagonisten an die Cote d'Azur reisten, verlor einer von ihnen seinen letzten Kampf.


Niki Lauda: Ein Leben am Limit

Barcelona, 1975: Niki Lauda (l-r), Jody Scheckter, Graham Hill, Emerson Fittipaldi und James Hunt weigern sich wegen mangelnder Sicherheit, das Training f├╝r den Gro├čen Preis von Spanien auf dem Kurs von Barcelona aufzunehmen.
Japan, 1976: Niki Lauda (r.) neben James Hunt. Um die Rivalit├Ąt der beiden Rennfahrer dreht es sich in dem Hollywood-Streifen "Rush".
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Monatelanger Kampf gegen den Tod

Niki Lauda, dreimaliger Formel-1-Weltmeister und Team-Aufsichtsratschef von Mercedes, verstarb am Abend des 20. Mai im Alter von 70 Jahren in einem Z├╝rcher Krankenhaus. "Es gibt keine Todesursache. Es war ein langer Prozess, an dessen Ende der Patient gegangen ist", sagte Laudas behandelnder Arzt Walter Klepetko. Das ├Âsterreichische Idol hatte neun Monate gegen den Tod gek├Ąmpft, die Nachricht traf den PS-Zirkus dennoch wie ein Blitz.

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"Wir haben Herz und Seele der Formel 1 verloren", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Niki war unser Schutzschild, unser Dampfmacher. Und mein Freund." Weltmeister Lewis Hamilton, vom charismatischen ├ľsterreicher zur Saison 2013 als abschlie├čender Mosaikstein ins Team geholt, trauerte um "ein Licht in meinem Leben".

Lungentransplantation im Jahr 2018

Das Rennwochenende stand entsprechend ganz im Zeichen der Ikone, die letztmals im Juli 2018 in Silverstone an der Strecke weilte. Nach einer Entz├╝ndung seiner vorgesch├Ądigten Lunge musste sich Lauda im August einer Transplantation beider Fl├╝gel unterziehen. Kurzzeitig sah es aus, als w├╝rde sich das Stehaufm├Ąnnchen ein weiteres Mal berappeln, dann aber wurde sein Zustand im Fr├╝hjahr 2019 extrem kritisch.

Alles hatte ein Jahr zuvor begonnen, beim Monaco-Rennen 2018 k├Ąmpfte Lauda mit einer Infektion. Der fr├╝here Formel-1-Star Gerhard Berger erinnert sich in der neuen Lauda-Biographie "Es ist nicht einfach, perfekt zu sein" von Maurice Hamilton: "Man brachte Niki ins Krankenhaus, gab ihm Antibiotika und Spritzen und k├╝mmerte sich um ihn. [...] Am n├Ąchsten Morgen ging ich durchs Fahrerlager und sah Niki in einer Ecke im Schatten stehen. 'Niki! Du bist verr├╝ckt! Was machst du hier?' 'Nein, nein', entgegnete er. 'So ist es besser, ich muss arbeiten.' Was soll man so einem Menschen sagen? Das war typisch Niki."

Dramatischer Unfall auf den N├╝rburgring

Ein Jahr sp├Ąter war Lauda nicht mehr da und zugleich gegenw├Ąrtiger denn je. Jedes Team versah seine Boliden beim Monaco-Rennen mit einer Hommage an den gro├čen K├Ąmpfer, der am 1. August 1976 auf dem N├╝rburgring bei einem Feuerunfall um ein Haar sein Leben gelassen hatte und nur 42 Tage sp├Ąter sein Renncomeback gab.

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Hamilton und auch Ferrari-Star Sebastian Vettel fuhren mit Helmen im klassischen Lauda-Design, die Motorabdeckung der Mercedes-Silberpfeile ziert seit Laudas Tod ein roter Stern ÔÇô in Anlehnung an dessen Markenzeichen, das leuchtend rote "Kapperl". Die Trauerfeier am 29. Mai im Wiener Stephansdom kam einem Staatsbegr├Ąbnis gleich.

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