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"Stoff f├╝r Legenden" - Formel 1 vor dem Giganten-Showdown

Von dpa
Aktualisiert am 10.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Max Verstappen legte die Bestzeit vor.
Max Verstappen legte die Bestzeit vor. (Quelle: Kamran Jebreili/AP/dpa./dpa)
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Abu Dhabi (dpa) - Vor dem Showdown in der D├Ąmmerung von Abu Dhabi droht der Formel-1-Rennleiter schon mit Strafen. Die Furcht vor einem Crash bei der Entscheidung des bitterb├Âsen WM-Duells zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton steigt weiter.

Droht das unr├╝hmliche Ende einer mitrei├čenden Saison, eine Entscheidung in der Nacht am Gr├╝nen Tisch und damit ein Titel mit Makel? "Das ist Stoff f├╝r Legenden", hei├čt es ├╝ber die Internetkan├Ąle der Rennserie.

Mehr Spannung geht nicht. Mehr Spannungen gehen auch nicht. Beim ersten Wiedersehen nach der j├╝ngsten Eskalationsstufe in Dschidda herrschte Eiszeit zwischen Hamilton und Verstappen, k├╝hler als die Klimaanlage, schrieb die "Daily Mail". Beim ersten Training am Freitag bei hochsommerlichen fast 30 Grad kamen sie sich zumindest nicht in die Quere.

Bestzeit f├╝r Verstappen

Und Verstappen war erstmal nicht zu schlagen, legte die Bestzeit vor. Jedes Mal, wenn Hamilton sich bis auf Tausendstsekunden n├Ąherte, fuhr der Red-Bull-Pilot noch schneller - Platz eins. Und nur Rang drei f├╝r Hamilton, noch hinter seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas. Immerhin: Alles lief zahm ab.

Der 24 Jahre alte Verstappen steht vor dem ersten Titelgewinn seiner Karriere, die ihn mit 17 Jahren schnurstracks in Formel 1 f├╝hrte. Gepriesen wurde er als Jahrhunderttalent, eingebremst aber auch durch sein bisweilen ungez├╝geltes Temperament. Bis heute.

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Der 36 Jahre alte Hamilton steht beim denkw├╝rdigen letzten Akt eines 22-teiligen Saison-Dramas mit Kollisionen, Beleidigungen und Vorw├╝rfen vor seinem achten WM-Triumph - es w├Ąre einer mehr als die sieben von Michael Schumacher. Historisch.

Punktgleich ins letzte Rennen

"Eine Sache ist sicher: Hamilton hat mehr Angst vor Verstappen als umgekehrt", befand der "Telegraaf" aus Verstappens Heimat Niederlande. Es ist die fast einmalige Konstellation, die dieses Finale so besonders macht: Nur 1974 reisten zwei Fahrer schon mal punktgleich zum letzten Rennen. 369,5 Z├Ąhler haben Verstappen und Hamilton, das macht die Rechnung ebenso einfach wie brisant: Scheiden beide zum Beispiel aus, ist Verstappen dank mehr Saisonsiegen (9:8) der neue Weltmeister.

"Max kann Lewis nicht einfach von der Strecke rammen", sagte Rennleiter Michael Masi der britischen "Daily Mail". Er stellte in seinen Anmerkungen noch vor dem Fahrerbriefing am Freitag klar, dass Strafen drohen bei Zuwiderhandlung.

Es w├Ąre nicht das erste Mal, Ayrton Senna machte es in seiner Karriere, Michael Schumacher auch. Beide wurden jeweils hart sanktioniert. Nichts mit WM-Titel, Schumacher wurde seinerzeit sogar f├╝r eine ganze Saison (1997) nachtr├Ąglich disqualifiziert.

Kompromisslos-Pilot Verstappen

"Was immer notwendig" ist, will Verstappen nach eigener Aussage unternehmen, um sich zu kr├Ânen. Die Sache mit den Unfall sei ein Ding der Medien, findet er allerdings. Der Kompromisslos-Pilot f├╝hlt sich als Opfer und Benachteiligter durch die Rennkommissare. Was andere d├╝rften, w├╝rde bei ihm bestraft.

Der Blick auf die vergangenen Rennen zeigt aber auch, wie der Sohn des ehemaligen Piloten Jos Verstappen auf der Strecke agiert. Grenzwertig, und manchmal dar├╝ber hinaus. Was aber alle gro├čen Fahrer machen und gemacht haben. "Er wird alles versuchen, um den Sieg zu holen, das ist sicher", k├╝ndigte auch Verstappen Senior bereits an, er fiebert in Abu Dhabi in der Box mit: "Es wird aufregend."

Verstappen gegen Hamilton, Red Bull gegen Mercedes. Es ist auch ein Kampf der Rennstall-Regime, die beiden Teams machen seit 2010 die Titel unter sich aus. Red Bull triumphierte noch mit Sebastian Vettel 2010, 2011, 2012 und 2013. Seitdem ist Silberpfeil-Zeit. Seitdem gewann Hamilton sechsmal die WM, nur einmal wurde er geschlagen. 2016 triumphierte am Ende der Saison Nico Rosberg - in Abu Dhabi ├╝brigens.

Giganten-D├Ąmmerung naht

L├Ąngst hat der aktuelle Zweikampf das Zoffduell der beiden damaligen Teamkollegen weit ├╝berboten. Es ist ein schmutziges, ein Duell bisweilen ├╝ber dem Limit. In Silverstone, in Monza und zuletzt in Saudi-Arabien kollidierten beide. Au├čerhalb giften sich die Teambosse gegenseitig an. Ruhepuls gef├╝hlt im dreistelligen Bereich. Eng war es immer, nachdem Verstappens Red Bull zu Saisonstart das bessere Auto gewesen war, Mercedes sich mit einem unbeeindruckten Hamilton aber wieder ran k├Ąmpfte. Ganz getreu dem Motto des PS-Poeten: "Ich wachse weiter."

Ein Zweikampf, der sogar die Rennkollegen fasziniert. "Es ist nicht so, dass ich ihn unterst├╝tze, er verdient es meiner Meinung nach", sagt Fernando Alonso ├╝ber Verstappen. Dieser sei "allen einen Schritt vorausgefahren" in diesem Jahr - wom├Âglich auch eine kleine verbale Retourkutsche in Richtung Hamilton, mit dem sich Alonso 2007 ein fieses Teamduell geliefert hatte - mit beiden als Verlierer.

Dass die beiden Piloten des Red-Bull-Schwesterteams Toro Rosso f├╝r Verstappen votieren, ├╝berrascht nicht. Ebenso wenig, dass Hamiltons neuer Teamkollege ab kommendem Jahr, George Russell, klar f├╝r den Briten ist und Sebastian Vettel am liebsten den Rekord seines gro├čen Idol Michael Schumacher nicht ├╝bertroffen wissen will. Die Giganten-D├Ąmmerung naht.

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