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BVB: Nicht nur Marco Reus versagt in seiner Rolle als Vorbild

Kommentar  

Nicht nur Reus versagt in seiner Rolle als Vorbild

19.12.2014, 10:28 Uhr | t-online.de

BVB: Nicht nur Marco Reus versagt in seiner Rolle als Vorbild. Weil er jahreslang ohne Fahrerlaubnis hinter dem Steuer gesessen hat, muss Marco Reus 540.000 Euro zahlen. (Quelle: imago images/Kolvenbach)

Weil er jahreslang ohne Fahrerlaubnis hinter dem Steuer gesessen hat, muss Marco Reus 540.000 Euro zahlen. (Quelle: Kolvenbach/imago images)

Ein Kommentar von Jens Bistritschan

Es ist schon schlimm genug, dass Marco Reus seit Jahren ohne Führerschein auf deutschen Straßen unterwegs gewesen ist. Man mag Verständnis dafür haben, dass der Nationalspieler auf Grund seiner in den letzten Jahren immer weiter gestiegenen Popularität nicht wusste, wie er sich aus dieser Sackgasse herausmanövrieren sollte.

In der heutigen Welt von Twitter und Facebook wäre ein Besuch einer Fahrschule sicherlich ein gefundenes Fressen für die Presse geworden. Denn in aller Diskretion hätte Reus die Prüfung nur schwerlich ablegen können. Davon hätten viel zu viele Personen etwas gewusst und das kleinste Leck hätte gereicht, um die Sache publik zu machen – ein Preis der Popularität der Fußball-Stars heutzutage.

Falsch verstandene Solidarität

Der zusätzlich erhobene Vorwurf, der Nationalspieler habe den Polizisten bei der Kontrolle eine gefälschte niederländische Fahrerlaubnis vorgezeigt, macht die Sache noch eine Kategorie schlimmer. Als Fußball-Star und Nationalspieler hat Reus eine Vorbildfunktion. Dieser ist er nicht gerecht geworden. Und dafür ist er vom Staat auch bestraft worden – hoffentlich ohne Promi-Bonus.

Erschreckend ist die Reaktion seitens seines derzeitigen Arbeitgebers Borussia Dortmund. "Er hat unsere komplette Solidarität, wir stehen zu Marco wie eine Eins, gar keine Frage", erklärte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Selbstverständlich soll der Klub seinen Spieler nicht in Bausch und Bogen verdammen. Aber eine ausdrückliche Missbilligung des Verhaltens des Spielers wäre doch wünschenswert - am besten durch eine Suspendierung nach seiner Genesung für ein oder zwei Spiele.

Klopps flapsige Kommentare unangemessen

Die Aufforderung von Trainer Jürgen Klopp "Jetzt ziehen wir einen Strich drunter und es geht normal weiter" ist aus dessen Sicht nachvollziehbar, wirkt aber eher wie ein Unter-den-Teppich-kehren.

Zudem wäre Klopp gut beraten, bei so schwerwiegenden Anschuldigungen seine flapsige Art der Kommentierung zu zügeln. Denn weder sind die Vorwürfe gegen Reus eine "dumme Geschichte" noch ist dieser einfach nur "falsch abgebogen". Das wäre - um im Bild zu bleiben - maximal eine Ordnungswidrigkeit. Aber Fahren ohne Fahrerlaubnis ist eine Straftat.

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