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Borussia Mönchengladbach: Stiel sieht "Löcher, wo sonst keine waren"


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Stiel sieht "Löcher, wo sonst keine waren"

Von t-online
Aktualisiert am 21.08.2015Lesedauer: 3 Min.
Enttäuschung nach dem Saisonstart bei Lars Stindl (li.) und Tony Jantschke.
Enttäuschung nach dem Saisonstart bei Lars Stindl (li.) und Tony Jantschke. (Quelle: Lacy Perenyi/imago-images-bilder)
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von Björn Wannhoff

Problemzone Abwehr

In Dortmund war die Defensivleistung meilenweit von der des Vorjahres entfernt, als Gladbach in 17 Rückrundenspielen nur zehn Gegentreffer zuließ. Auch Stiel bemängelt das Abwehrverhalten der Fohlen. "Es waren Löcher da, wo in der letzten Saison keine Löcher waren, weil sie da kompakt gestanden haben", analysiert der Schweizer, der die Torhüter der Nachwuchsmannschaft des FC Basel trainiert.

Bitter für die extrem junge Innenverteidigung, bestehend aus dem 18-jährigen Andreas Christensen und dem 19-jährigen Marvin Schulz. Die beiden sahen schlecht aus, weil sie in schwierige Situationen gebracht wurden. Vor allem Schulz wurde in Sprintduelle mit Pierre-Emerick Aubemeyang gezwungen, was für jeden Spieler undankbar ist. "Ohne die Stamm-Innenverteidigung Martin Stranzl und Alvaro Dominguez fehlte zudem einiges an Erfahrung", meint Stiel.


Von Netzer bis Neuville - die Fohlen-Legenden

Günter Netzer ist die Fohlen-Legende schlechthin.
Rainer Bonhof hat sogar drei Positionen im Verein inne: Über 200 Spiele als Aktiver und einige Partien als Trainer stehen zu Buche. Außerdem ist Bonhof momentan Vize-Präsident bei der Borussia.
+12

Da aber sowohl Dominguez als auch Stranzl verletzungsbedingt gegen Mainz nicht zur Verfügung stehen, muss die Kompaktheit mit dem vorhandenen Personal schnell hergestellt werden.

Problemzone Mittelfeld

Für die Stabilität war in der Vorsaison auch Granit Xhaka verantwortlich. Der Schweizer zeigt sich aber derzeit weit von seiner Topform entfernt. "Bei ihm fehlt noch ein wenig das Gespür für die Situation, die Selbstverständlichkeit der Rückrunde", sagt Stiel: "Es fängt wieder bei null an."

Dazu kommt, dass mit Christoph Kramer ein wichtiger Eckpfeiler das Team verlassen hat. Auf dessen Position läuft Neuzugang Lars Stindl auf, der technisch versiert und torgefährlich, aber weniger zweikampfstark ist. Für Stiel aber kein Problem. "Zwischen Xhaka und Stindl geht es vor allem um das Feintuning. Die beiden müssen sich noch kennenlernen", sagt Stiel, der noch einen Anpassungsprozess beim Ex-96er sieht: "Da gibt es eine neue Aufteilung, Stindl muss im Vergleich zu seiner Rolle in Hannover mehr nach hinten machen."

Problemzone Sturm

Anpassungsprobleme gibt es offenkundig auch im Sturm. Der vielseitige Max Kruse hat den Klub verlassen, mit Josip Drmic spielt ein ganz anderer Typ in der Angriffsspitze. "Drmic hat noch nicht die Bälle bekommen, die er braucht. Er hat nicht die Qualitäten im Eins-gegen-Eins wie Kruse, dafür ist er vor dem Tor brandgefährlich", sagt Stiel, der Geduld mit seinem Landsmann einfordert.

Bislang blieb der 23-Jährige allerdings einiges schuldig. Auch wenn er sich sichtlich bemühte, auch am Spielaufbau teilzuhaben. "Drmic braucht aber noch etwas Zeit, bis er seine Position gefunden hat. Er wird zu Chancen kommen und auch seine Tore machen.", ist Stiel sicher.

Erwartungshaltung und Dreifachbelastung

Allerdings klemmt es nicht nur in den einzelnen Mannschaftsteilen. Die gesamte Team hat augenscheinlich mit den gestiegenen Erwartungen zu kämpfen. "Es muss allen bewusst sein, dass diese Leistungen nicht selbstverständlich sind, sondern das Ergebnis harter Arbeit", sagt Stiel.

Dass auf die Gladbacher nun mit der Champions League eine weitere Belastung zukommt, dürfte die Aufgabe für Favre nicht einfacher machen. "Die Basis ist immer die Meisterschaft. Wenn du nicht in einer absoluten Topverfassung bist, ist es unmöglich, in allen drei Wettbewerben Topleistungen zu bringen", mahnt der 47-jährige Stiel.

Schnell in die Spur zurück

Noch ist nur ein Spieltag gespielt und eine Niederlage in Dortmund ist kein Weltuntergang für die Fohlen. Doch das Auftreten beim BVB macht Verantwortlichen, Spielern und Fans gleichermaßen Sorgen. Klar ist, dass es Zeit braucht, bis die neuen Spieler integriert sind. Ebenso klar ist aber, dass man es sich nicht leisten kann, noch wochenlang an der richtigen Formation zu basteln.

Gegen Mainz muss ein überzeugender Sieg her, will man das Abenteuer Champions League genießen. Bei einer neuerlichen Pleite drohen der Borussia unruhige Wochen mit ungewissem Ausgang, weiß Gladbachs Manager Max Eberl: "Wir müssen schnell wach werden."

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