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Stuttgart-Krise: Nur zehn Minuten Hoffnung - VfB vor zähem Abstiegskampf


Stuttgart-Krise  

Nur zehn Minuten Hoffnung - VfB vor zähem Abstiegskampf

20.01.2019, 14:32 Uhr | dpa

Stuttgart-Krise: Nur zehn Minuten Hoffnung - VfB vor zähem Abstiegskampf. Die Stuttgarter befinden sich weiter in der Krise.

Die Stuttgarter befinden sich weiter in der Krise. Foto: Sebastian Gollnow. (Quelle: dpa)

Stuttgart (dpa) - Trainer Markus Weinzierl geht davon aus, dass sich alle beim VfB Stuttgart der schwierigen Aufgabe im Abstiegskampf bewusst sind.

"Es haben alle kapiert, da braucht man bloß auf die Tabelle schauen", sagte der 44-Jährige. Die frostigen Temperaturen beim Auslaufen und Training der Reservisten passten zur Stimmung bei den Stuttgartern, die Ernüchterung war am Tag nach dem 2:3 gegen den FSV Mainz 05 noch immer immens.

Nach dem verpatzten Rückrundenauftakt stellte sich Sportvorstand Michael Reschke auf ein langes Zittern ein. "Es wird sehr, sehr zäh werden", prognostizierte er. "Die Ausgangslage kann nicht viel schlimmer sein, als sie aktuell ist." Die Stuttgarter Elf weckte am Samstag gut 80 Minuten lang kaum Hoffnung, dass sie sich vehement gegen den erneut drohenden Absturz in die Zweitklassigkeit wehrt.

Nach dem Spektakel in der Endphase mit zwei Anschlusstoren und dem Beinahe-Ausgleich rüttelte Timo Baumgartl mit klaren Eingeständnissen seine Mitspieler auf. Als "erschreckend" stufte der 22-Jährige die Leistung in dem wichtigen Spiel ein, für das sich der VfB nach dem Überwintern auf dem Relegationsrang den Neuanfang vorgenommen hatte.

"So können wir uns einfach nicht präsentieren", urteilte Baumgartl. Auf die Frage, ob alle verstanden hätten, was die Stunde geschlagen habe, antwortete er: "Ich werde hier jetzt nicht meine Mannschaft zerreißen. Ich glaube, allen Jungs ist bewusst, dass es hier um sehr viel geht." Eine ähnlich beeindruckende Rückrunde wie vor einem Jahr mit Trainer Tayfun Korkut ist momentan kaum denkbar, der nächste Abstieg nach 2016 dagegen ein realistisch scheinendes Szenario.

Die Defensive agierte anfällig, die Offensive harmlos. Dass Wille und Präsenz gegen einen vermeintlich schlagbaren Gegner in Halbzeit eins fehlten, machte auch Reschke ratlos. "Wir verstecken uns einen Tick. Keiner will einen Fehler machen, dann passieren die Fehler von alleine", gestand Verteidiger Marc Oliver Kempf Verunsicherung ein.

Ein Teil der 51.881 Zuschauer strömte aus dem Stadion, pfiff oder schimpfte laut, als auf Santiago Ascacibars Eigentor (22. Minute) und auf den Treffer durch Jean-Philippe Mateta (28.) noch das 0:3 nach einer Ecke durch den frei stehenden Alexander Hack (72.) folgte. Erst in der kuriosen Schlussphase mit den Anschlusstoren durch Nicolás Gonzalez (83.) und Kempf (85.) drehten die Stuttgarter plötzlich auf. Anastasios Donis traf sogar noch den Pfosten, auf Handelfmeter wurde auch nach dem Videobeweis nicht entschieden. "Insgesamt war das enttäuschend", klagte Reschke. "Es gilt, dass sich jeder einzelne Spieler hinterfragt, dass wir uns alle hinterfragen müssen."

In der Winterpause ist es Weinzierl scheinbar nicht gelungen, dem Team Stabilität zu verleihen. In den elf Spielen unter ihm holte der VfB nur neun Punkte. "Zusammengefasst machen wir zu viele einfache Fehler und bekommen Gegentore, die fahrlässig sind", sagte der Coach.

Abwehr-Talent Ozan Kabak wird für die Auswärtspartie beim FC Bayern am kommenden Sonntag zur Alternative. Weltmeister Benjamin Pavard dürfte in zwei Wochen gegen den SC Freiburg wieder ein Thema sein. Die Zugänge Steven Zuber und Alexander Esswein deuteten bei ihrer VfB-Premiere vorerst nur an, das Angriffsspiel beleben zu können.

Bei den Münchnern droht nun gleich die nächste Schlappe. Gegen Freiburg und in Düsseldorf gilt es danach, den notwendigen Charakter zu zeigen. "Gegen die Bayern ist ein Bonusspiel. Dann kommen zwei überlebenswichtige Spiele", sagte Baumgartl. "Da müssen wir am besten sechs Punkte holen. Es muss jedem bewusst sein, es muss dem ganzen Verein bewusst sein, dass es in den beiden Spielen um alles geht."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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