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Benedikt Höwedes zur Klimakrise: "Bei Fußballern muss ein Umdenken her"


Klima? "Auch bei uns Fußballern muss ein Umdenken her"

Von Benedikt Höwedes

Aktualisiert am 23.09.2019Lesedauer: 3 Min.
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Benedikt Höwedes schreibt in seiner neuen Kolumne auch über die Autos der Fußballstars.
Benedikt Höwedes schreibt in seiner neuen Kolumne auch über die Autos der Fußballstars. (Quelle: t-online.de)
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Fußball-Weltmeister Benedikt Höwedes kritisiert in seiner Kolumne die aktuellen Entwicklungen der Automobilbranche und wirft zugleich auch seinen Kollegen im Profifußball ein Fehlverhalten vor.

Am Sonntagabend endete eine der spannendsten Internationalen Automobil-Ausstellungen der letzten Jahrzehnte. Doch das eigentliche Thema der Messe war dieses Mal nicht die Frage, welche Marke oder welcher Motor gerade "in" ist oder ob dem autonomen Fahren die Zukunft gehört. Sondern die Aktionen von Klimaaktivisten vor der Messe, deren Bewegung am Freitag mit der weltweiten Bewegung von Fridays for Future ihren nächsten globalen Höhepunkt fand.

Das Auto, in einer Kleinstadt wie Haltern am See, wo ich aufgewachsen bin, eine absolute Notwendigkeit, ist auf dem besten Wege, von Deutschlands liebstem Kind zu einem Symbol für das 20. Jahrhundert zu verkommen. Die Parkplätze bei Bundesligaklubs mal ausgenommen, wo innerhalb der Kabine die Anzahl der Pferdestärken oft noch mit der Leistungsstärke des Spielers verwechselt wird.

Bei Fußballstars dominieren Autos wie Sport- und Geländewagen die Parkplätze, an das Klima denken leider nur die wenigsten. Auch bei uns Fußballern muss ein Umdenken her. Doch aktuell ist es noch wichtiger, dass der Motor laut rattert, wenn man vom Trainingsgelände fährt, als alles andere.

Ein Jahrhundert, das dem Auto gehörte

Ein Jahrhundert, in dem Klimaschutz mit Ausnahme von der Einführung von Tempo-30-Zonen und dem Verbot von FCKW kaum von sich reden machte. Ein Jahrhundert, das dem Automobil gehörte und bei dem Autoschlüssel und Zigarettenschachtel auf Partys oder dem Dinner noch eine Ausweisfunktion hatten.

Diese Ausweisfunktion hat inzwischen längst das Smartphone inne. Ein Endgerät, mit dem man zumindest in Großstädten problemlos Uber, Moia oder andere Taxiservices oder Carsharing-Angebote abfragen kann.

Das Auto mit einem Verbrennungsmotor, so scheint es, verkommt dagegen im urbanen Raum zu einem Relikt einer gestrigen Gesellschaft. Noch schlimmer ist es nur, wenn Sie vor Kurzem einen SUV gekauft haben. Stand er vor wenigen Monaten noch für ein Statussymbol, zieht er in diesen Tagen nur bemitleidenswerte Blicke auf sich.

Höwedes steigt auf das Rad um

Mir selbst erging es ähnlich und längst ist das Lastenfahrrad, was ich vor einiger Zeit mit meiner Frau gemeinsam kaufte, unser bevorzugtes Fortbewegungsmittel mit unserem Sohn. Praktisch, schnell und die teilweise problematische Suche nach einem Parkplatz ist passé. Und das Beste: Man spart die Knöllchen, die man sonst schnell bekommen kann.

In seiner aktuellen Kolumne beschäftigt sich Fußballprofi Benedikt Höwedes auch mit der IAA.
In seiner aktuellen Kolumne beschäftigt sich Fußballprofi Benedikt Höwedes auch mit der IAA. (Quelle: t-online.de)

Ich erinnere mich zurück: Die IAA war immer die Messe, bei der Männer wieder zu Jungs wurden. Bei der Groß und Klein leuchtende Augen bekamen und man auf die Frage, was man denn später werden wolle, oft mit "Achtzehn" antwortete. Der Führerschein war für mich Freiheit und das Auto, der private Rückzugs- und Fluchtort auf vier Rädern. Die Möglichkeit, Träume wahr werden zu lassen.

Doch wann hat die Branche aufgehört zu träumen?

Jeder fünfte Arbeitsplatz, so sagt man, hängt in Deutschland von der Automobilindustrie ab. Wie leichtfertig gehen wir also alle mit der Wirtschaftskraft unseres Landes um, wenn wir nur bedingt zukunftsfähig sind und automobile Innovationen von Google, Tesla und neuen Marken aus Asien kommen, statt von den Erfindern des Automobils?

Wenn ich mit internationalen Freunden über diese Themen spreche, dann hat jeder Respekt vor "Made in Germany" und jeder den Glauben, dass wir die Dinge richtig anpacken. Aber genau die gleichen Leute sagen auch, dass wir bei der Digitalisierung auf dem besten Wege sind, ein Niemandsland zu werden.


Um zukunftsfähig zu bleiben, brauchen wir Mut. Mut zu Innovation, Mut zur Digitalisierung, Mut zum Klimaschutz und Mut zu alternativen Antriebsmöglichkeiten für das Auto. Ob Elektro oder Wasserstoff oder gar noch ein anderer Antrieb, das müssen Experten entscheiden und Hersteller beantworten. Doch erst, wenn diese Lösungen gefunden werden, wird die IAA auch wieder die Messe sein, die sie immer war: Benchmark für die automobile Zukunft. Gerne auch autonom.

Euch allen eine staufreie Woche.

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