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Transferstopp beim FC Bayern: "Rummenigge muss noch viel weiter gehen"

PRO & KONTRATransferstopp beim Meister  

"Der FC Bayern muss noch viel weiter gehen"

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

30.03.2020, 13:08 Uhr
Transferstopp beim FC Bayern: "Rummenigge muss noch viel weiter gehen". Da war die Welt noch in Ordnung: Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beim "Spobis", der wichtigen Sportbusiness-Konferenz in Düsseldorf Ende Januar. (Quelle: imago images)

Da war die Welt noch in Ordnung: Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beim "Spobis", der wichtigen Sportbusiness-Konferenz in Düsseldorf Ende Januar. (Quelle: imago images)

Die Bundesliga und der Transfermarkt stehen aufgrund der Coronavirus-Krise still. Der FC Bayern hat darauf reagiert. Hat er damit alles richtig oder einen Fehler gemacht? | Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

Geheime Treffen, Verhandlungen in Hinterzimmern, Geschacher um Millionen-Gehälter und Verträge, wilde Transfer-Gerüchte: so geht es in der Bundesliga Ende März zu. Normalerweise. In diesem Jahr ist aufgrund der Coronavirus-Krise alles anders. Die Bundesliga steht still – und das in weiten Teilen sogar hinter den Kulissen.

Selbst beim FC Bayern. Dort hat Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge dem "Münchner Merkur" und der "tz" versichert, vorerst keine Transfers zu tätigen. "Keiner weiß heute genau, wie sich die Corona-Krise in den kommenden Wochen und Monaten noch weiter auf den Fußball auswirken wird. Daher haben wir das Thema Neuzugänge erst einmal auf "Hold" gestellt", sagte er. Zudem glaubt der 64-Jährige, dass die teils extrem hohen Ablösesummen und Spielergehälter durch die Folgen der Krise "von allen Vereinen in ganz Europa neu überprüft werden". Das führt zu der Frage: 

Ist es richtig, dass Rummenigge für Bayern einen Transferstopp verhängt hat?

Florian Wichert

Stellvertretender Chefredakteur

Pro

Ja, Bayern sollte sogar noch weitergehen

Wann wird wieder ein Bundesligaspiel stattfinden? Wann dürfen die Vereine überhaupt wieder trainieren? Wie werden die Spieler die Zwangspause verkraften? Wird die Saison abgebrochen? Verlieren die Klubs dadurch 750 Mio. Euro? Überleben das alle Vereine? Wann und zu welchem Preis werden die Medienrechte für die kommenden Saisons vergeben?

Das sind nur einige der unzähligen offenen Fragen in der Corona-Krise im Fußball, auf die ein Verein wie der FC Bayern derzeit nur eine sinnvolle Antwort geben kann: Zukunftsplanung und Transferaktivitäten auf "Hold" setzen, den Markt beobachten und abwarten. Und genau das tut er. Vielleicht ist Kai Havertz in einigen Monaten nur noch die Hälfte der derzeit gehandelten 100 Mio. Euro wert. Leroy Sané ist im kommenden Jahr bereits ablösefrei und damit nicht der einzige. Auch die Verträge von Leipzigs Top-Verteidiger Dayot Upamecano und diversen internationalen Stars enden 2021. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

Der FC Bayern sollte sogar noch weitergehen und die Vertragsgespräche mit den eigenen Spielern auf Eis legen. Beim Vertragsende 2021 ist Manuel Neuer schon 35 Jahre alt, Javi Martinez 32, Thomas Müller 31 und selbst David Alaba 29. Wer weiß, wie gut die nach der Corona-Pause überhaupt noch sind.

Robert Hiersemann

Head of Fußball und Sport

Kontra

Nein, der FC Bayern begeht einen großen Fehler

Der FC Bayern ist ein Weltverein, der auch nach der Coronakrise weiter um Titel mitspielen will. Genau jetzt, wo der Spielbetrieb lahmliegt, hätte man die Zeit, die Zukunft des Klubs zu planen und den Profikader für die kommende Saison auszubauen. Doch was passiert stattdessen? Nichts! Stillstand, wie fast überall in Deutschland. Und das ist ein Problem.

Denn für potenzielle Neuzugänge ist der Transferstopp der Bayern ein schlechtes Zeichen. Ob ein Sané oder Havertz mit einer Entscheidung warten, bis die Bayern wieder bereit sind, um Gespräche zu führen, ist ungewiss. Denn in der heutigen Zeit lechzen die Profis längst nicht mehr danach, um unbedingt für Bayern zu spielen.

Sané kann auch weiter bei Manchester City bleiben, und Havertz wird auch von anderen europäischen Topklubs beobachtet. Gewinnt am Ende vielleicht der Verein, der in der aktuellen Lage das größte Risiko eingeht und auf einen Transferstopp verzichtet?

Und drehen wir den Spieß doch mal um. Auch gestandene Bayern-Profis wie Alaba, um den es zuletzt Wechselgerüchte gab, werden sich nun fragen: Was, wenn am Ende gar kein Top-Transfer klappt und Bayern mit dem aktuellen Kader auch in die kommende Saison geht? Es wäre ein zusätzlicher Grund, sich nach einem neuen Verein umzuschauen.

Wer hat recht?

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online.de) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen – auch als Podcast zum Hören und kostenlosen Abonnieren, bei AppleSpotifyGoogleDeezer und in jeder Podcast-App.

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