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Ex-Schiedsrichterin Steinhaus: "Das war kein Frauenplatz"

Von dpa
Aktualisiert am 15.11.2020Lesedauer: 2 Min.
Pfiff als erste Frau in der Fu├čball-Bundesliga: Bibiana Steinhaus.
Pfiff als erste Frau in der Fu├čball-Bundesliga: Bibiana Steinhaus. (Quelle: Sven Hoppe/dpa./dpa)
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Mainz (dpa) - Diese f├╝r sie lebensver├Ąndernde Entscheidung hat Bibiana Steinhaus keine Sekunde bereut.

"Es hat sich richtig angef├╝hlt und f├╝hlt sich immer noch richtig f├╝r mich an", sagte die erste deutsche Profi-Schiedsrichterin zu ihrem vorzeitigen Abschied vom Fu├čballplatz. F├╝r sie sei vor allem eines extrem wichtig gewesen. "Dass ich selbstbestimmt entscheide, wie ich meine Zukunft gestalten m├Âchte", sagte die 41-J├Ąhrige beim Sport1-"Doppelpass".

Steinhaus hat Fu├čball-Geschichte geschrieben: Sie war seit 2017 als bislang einzige Frau in der Bundesliga aktiv. Zehn Jahre zuvor hatte sie in der 2. Bundesliga deb├╝tiert. Sechsmal wurde Steinhaus "Schiedsrichterin des Jahres" und viermal "Weltschiedsrichterin des Jahres". Ende September leitete sie das Supercup-Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund (3:2) - es war ihr letztes Spiel.

Mit ihrer sachlichen und fachlichen Kompetenz erarbeitete sich die Polizeibeamtin aus Niedersachsen ├╝ber die Jahre den Respekt bei ihren m├Ąnnlichen Kollegen sowie den Spielern und Trainern. "Jammerschade" sei es, dass sie aufgeh├Ârt hat, sagte der fr├╝here Bundesliga-Coach Ralf Rangnick. "Ich finde, dem Fu├čball w├╝rde es sehr, sehr gut tun, wenn es noch viel mehr Bibiana Steinhaus in Zukunft geben w├╝rde. Sei es als Schiedsrichterin oder sei es auch in verschiedenen Bereichen in der F├╝hrung von Fu├čballclubs", sagte Rangnick bei Sport1.

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Nach ihrem Karriereende wird Steinhaus weiter als Videoassistentin f├╝r den Deutschen Fu├čball-Bund arbeiten. "Jetzt war eigentlich der richtige Zeitpunkt, die Perspektive zu wechseln", sagte sie im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF.

Steinhaus hofft, dass sie nicht die einzige Frau in der Bundesliga bleibt. "Wir haben viele talentierte, junge Schiedsrichterinnen in Deutschland, die jetzt hoffentlich gesehen haben, dass es m├Âglich ist", sagte sie und forderte, dass in den Organisationsstrukturen gemeinsam Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass es auch Frauen erm├Âglicht, "sich zu entwickeln - und zwar nicht nur als Trainerinnen oder Spielerinnen, sondern auch als Schiedsrichterinnen oder in anderen Funktionen".

Sie habe immer eine "gro├če Klarheit und eine absolute Berechenbarkeit auf dem Feld widergespiegelt", sagte Steinhaus im ZDF. Und genau diese Eigenschaften h├Ątten schlie├člich ihre Entscheidung bestimmt, lange vor der von den Verb├Ąnden festgelegten Altersgrenze aufzuh├Âren.

Frauen als Schiedsrichter seien l├Ąngst nichts Exotisches mehr, und von einer Quotendiskussion halte sie ├╝berhaupt nichts. Die Leistung m├╝sse "Grundpfeiler" bei der Auswahl von Referees - bei Entscheidungen und Entwicklungen - sein. "Und nur das z├Ąhlt - und dann ist diese Quotendiskussion auch v├Âllig unerheblich."

Sie habe "einen von 26 Bundesliga-Schiedsrichterpl├Ątzen wahrnehmen d├╝rfen", berichtete die Polizistin. "Und das wurde ├╝ber die Leistung generiert, und - noch mal - nicht ├╝ber's Geschlecht. Das war kein Frauenplatz, der war hart erarbeitet." Jeder "vierte 12. Mann ist weiblich. Also: Unser Fu├čball ist schon sehr, sehr viel weiblicher geworden", sagte Steinhaus zur Situation im deutschen Fu├čball.

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