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So tickt der Trainer Vincenzo Montella von FC Sevilla, der Bayern stoppen will

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Er wurde zufällig Coach  

So tickt der Trainer, der Bayern stoppen will

03.04.2018, 14:55 Uhr | Die Kolumne von Valeria Meta bei t-online.de

So tickt der Trainer Vincenzo Montella von FC Sevilla, der Bayern stoppen will. Vincenzo Montella steht mit dem FC Sevilla auf Platz sechs in der Primera División. In der Champions League hofft er nun auf das nächste Wunder gegen den FC Bayern. (Quelle: imago/Sportimage)

Vincenzo Montella steht mit dem FC Sevilla auf Platz sechs in der Primera División. In der Champions League hofft er nun auf das nächste Wunder gegen den FC Bayern. (Quelle: Sportimage/imago)

Vincenzo Montella wurde in kürzester Zeit vom Versager zum Helden. Er warf Manchester United aus der Champions League und brachte den FC Barcelona gerade an den Rand einer Niederlage.

Nach der hervorragenden Leistung im Old Trafford, wo er mit dem FC Sevilla den großen Favoriten Manchester United rauswarf, steht Trainer Vincenzo Montella im Champions-League-Viertelfinale nun das ungleiche Duell mit dem FC Bayern München bevor. Damit hatten weder er noch der Klub aus Andalusien gerechnet.

In 40 Tagen vom Versager zum Helden

Einerseits schien die Mannschaft nach dem Abschied von Trainer Unai Emery und Sportdirektor Monchi noch auf der Suche nach einer neuen Stabilität, andererseits galt Montella nach der Entlassung vom AC Milan als Versager. Innerhalb von vierzig Tagen hat sich aber alles verändert. Erst ist der FC Sevilla ins Finale des Spanischen Pokals eingezogen, dann hat die Mannschaft zum ersten Mal seit 1958 das Champions-League-Viertelfinale erreicht.

"Wir freuen uns schon darauf, was wir erleben werden“, sagte Montella nach der Auslosung. "Klar, Bayern München zählt zu den vier besten Mannschaften der letzten zehn Jahre und ist es gewohnt, auf diesem Niveau zu spielen." Trotzdem wird Sevilla alles dagegensetzen, was den Verein auch schon ins Viertelfinale gebracht hat.

Trainerkarriere, weil Rom ihm Geld schuldete

Wie hat es der ehemalige Sampdoria- und AS-Rom-Stürmer überhaupt geschafft, zur Überraschung der Champions League zu werden? Warum muss der FC Bayern sich vor dem Duell mit den Andalusiern Sorgen machen?

Im Sommer 2009 hatte sich Vincenzo Montella mit 35 Jahren und 141 Toren in 288 Serie A-Spielen dafür entschieden, seine Profikarriere zu beenden. Da sein damaliger Klub AS Rom ihm noch das Gehalt des letzten Vertragsjahres in Höhe von 1,5 Mio. Euro schuldete, bot er ihm den Platz als Trainer der C-Jugend an, um die Zahlung auf drei Jahre verteilen zu können. "Damals war mir noch nicht klar, dass ich Trainer werden wollte", erzählte Montella im Interview mit "uefa.com".

Montella scheitert 2015 kurz vor dem Europa-League-Finale

"Die Leidenschaft fürs Trainieren hat sich während meiner ersten Saison auf der Bank nach und nach entwickelt", so Montella. Fast wurde es eine Traumsaison: Die C-Jugend verlor erst das Meisterschaftsfinale gegen den AC Milan. Im Jahr darauf verfügte er über eine noch talentiertere Truppe, die auch den heutigen Rom- und Italien-Mittelfeldmann Lorenzo Pellegrini einschloss, musste sie aber vorzeitig verlassen.

Im Februar 2011 trat der damalige Trainer Claudio Ranieri zurück und der Klub bat Montella den Platz an. Darüber musste er nicht lange nachdenken und führte die Mannschaft bis zum Saisonende. Nach einer guten Saison anschließend in Catania wurde er 2012 vom AC Florenz verpflichtet: Unter ihm begeisterte die Mannschaft mit elegantem Ballbesitzspiel und erreichte 2015 fast das Europa-League-Finale – im Halbfinale schied die "Viola" ausgerechnet gegen Sevilla aus.

Vincenzo Montella im Trikot der AS Rom. In 258 Spielen zwischen 1999 und 2009 gelangen ihm 100 Tore. Er war jahrelang italienischer Nationalspieler. (Quelle: imago/Contrast)Vincenzo Montella im Trikot der AS Rom. In 258 Spielen zwischen 1999 und 2009 gelangen ihm 100 Tore. Er war jahrelang italienischer Nationalspieler. (Quelle: Contrast/imago)

Flexibler als andere Italiener

Wegen eines Streits mit dem Vorstand verließ er Florenz im Sommer des Jahres und wurde vom AC Milan verpflichtet. Die Mannschaft spielte allerdings nur selten überzeugend: Trotz neuer Spieler infolge einer riesigen "Shoppingtour" mangelte es ihr an Tempo. Am 27. November wurde der Trainer nach dem torlosen Remis gegen Turin gefeuert. Einen Monat später trat er die Nachfolge des gekündigten Eduardo Berizzo beim FC Sevilla an.

Im Gegensatz zu anderen italienischen Kollegen wie Maurizio Sarri und Luciano Spalletti hat Montella kein echtes Lieblingssystem: Seine Mannschaften können ein 4-2-3-1 oder 4-3-3 spielen, manchmal aber auch ein 3-5-2. Montella: "Ich glaube, dass man sich als Trainer immer weiterentwickeln sollte. Deswegen probiere ich gerne unterschiedliche Spielvarianten aus". Einen besonderen Wert legt er auf Standardsituationen, wobei sich Montella auf Gianni Vio verließ, der heute bei Leeds United arbeitet. Vio ist Trainer für Standards, hat sich darauf spezialisiert.

Sevilla führte 2:0 gegen Barcelona

Während seiner Profikarriere wurde Montella von verschiedenen Trainern geprägt, keiner von ihnen gilt aber als einziges Vorbild: "Unbewusst habe ich vielleicht etwas von der Philosophie von Fabio Capello, von der Arbeit auf dem Platz von Luciano Spalletti und von der seelischen Ausgeglichenheit von Sven-Goran Eriksson übernommen. Im Laufe der Zeit habe ich aber gelernt, dass man als Trainer nicht von anderen einfach kopieren kann, weil das nicht authentisch ist".

In Andalusien hat Montella ein paar seiner alten Spieler wieder getroffen, und zwar den kolumbianischen Stürmer Luis Muriel und den Argentinier Joaquín Correa. Die beiden trainierte er während seiner kurzen Zeit bei Sampdoria Genua. Ausgerechnet die Position des Kolumbianers gilt als Montella-Erfindung: Wegen seines Körperbaus hatte er vorher niemals als Mittelstürmer agiert. Doch der Trainer hat aus der Not eine Tugend gemacht, indem er drei schnelle Spieler wie Correa, Franco Vásquez und Jesús Navar hinter ihm eingesetzt hat. Dadurch muss Muriel weniger laufen, bewegt sich näher am Tor und kann mit seinen Tricks Spiele entscheiden.

Keiner hätte geglaubt, dass Sevilla bis zur 87. Minute gegen den FC Barcelona 2:0 führen könnte – was aber letzten Samstag wirklich geschehen ist. Trotz des 2:2 am Ende war das eine dicke Überraschung. Außenseiter Montella bereitet sich nun auf eine weitere Überraschung vor. Sein Vorteil: Gegen die Bayern hat er mit Sevilla überhaupt nichts zu verlieren.

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