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BVB patzt sich selbst raus – ManCity nutzt Fehler eiskalt aus

Von dpa, dd

Aktualisiert am 14.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Enttäuscht: Dortmunds Morey (l.) und Reus im Spiel gegen Manchester City.
Enttäuscht: Dortmunds Morey (l.) und Reus im Spiel gegen Manchester City. (Quelle: imago-images-bilder)
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Mit Borussia Dortmund ist nun auch die letzte deutsche Mannschaft aus dem Europapokal ausgeschieden. Im Viertelfinal-Rückspiel gegen ManCity sieht es zeitweise nach einem Wunder aus – dann aber wird es bitter für den BVB.

Das erhoffte Wunder im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League ist ausgeblieben: Borussia Dortmund ist durch das 1:2 (1.0) gegen Manchester City als letzte deutsche Mannschaft aus der Champions League ausgeschieden. Jude Bellingham (16.) hatte die Dortmunder in einer mitreißenden und temporeichen Partie in Führung gebracht, Riyad Mahrez (55., Handelfmeter) und Phil Foden (75.) drehten die Partie für die Elf von Star-Trainer Pep Guardiola. Schon das Hinspiel hatten die Engländer mit 2:1 gewonnen.


Einzelkritik BVB gegen Manchester City: Nicht nur Haaland enttäuschte

Eine Halbzeit lang konnte Borussia Dortmund auf die Sensation hoffen. Doch individuelle Fehler gegen ein teils drückend überlegenes Manchester City verhinderten das Weiterkommen ins Champions-League-Halbfinale. Die Einzelkritik zur 1:2-Niederlage des BVB.
Marvin Hitz: Dortmunds Schlussmann konnte sich vielfach auszeichnen und hielt seine Mannschaft mit Paraden lange im Spiel. Beim Tor von Phil Foden sah er unglücklich aus, weil der Schuss in die kurze Ecke ging. Allerdings handelte es sich dabei auch um einen gewaltigen Strahl des Engländers. Note: 2
+14

Dabei sah es zeitweise nach einem Coup für die Dortmunder aus, die sich nach dem Führungstreffer wütender Angriffe der Gäste erwehren mussten, aber stabil und diszipliniert wirkten. Ein Handspiel vom auch sonst unsicher wirkenden Emre Can und ein Torwartfehler von Torwart Marwin Hitz beim 1:2 ließen aber die letzten Hoffnung schwinden.

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Dortmund war couragiert und konzentriert

Für den BVB könnte es ein Abschied von der lukrativen Champions League für mindestens ein Jahr gewesen sein. Bei sieben Punkten Rückstand auf den Bundesliga-Vierten erscheint eine erneute Qualifikation für den Wettbewerb derzeit unwahrscheinlich. Als letzte Titeloption in dieser Saison bleibt nur noch der DFB-Pokal, in dem die Dortmunder im Halbfinale Anfang Mai auf den Zweitligisten Holstein Kiel treffen.

Das von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit einer "Weltsensation" gleichgesetzte Weiterkommen lag für die Schwarz-Gelben aber lange Zeit in Reichweite. Denn der Bundesliga-Fünfte präsentierte wieder sein prächtiges Königsklassen-Gesicht. Couragiert und konsequent in den Zweikämpfen stellte sich der BVB dem scheinbar übermächtigen Gegner von der Insel entgegen. Auch die oftmals in dieser Saison nicht so sichere Defensive um Abwehrchef Mats Hummels verteidigte gegen die Passmaschine City konzentriert und leidenschaftlich. Entsprechend aufgeregt verfolgte City-Starcoach Pep Guardiola das Geschehen aus der Coaching-Zone.

Bellingham schrieb BVB-Geschichte

Vor allem die Anfangs-Viertelstunde dürfte dem Spanier überhaupt nicht gefallen haben. Mit hohem Pressing bewies der BVB, dass der überlegene Spitzenreiter aus der Premier League durchaus verwundbar ist. War ein Distanzschuss von Mahmoud Dahoud noch zu unplatziert (7.), machte es sein Teamkollege Bellingham kurz darauf besser. Eingeleitet von Torjäger Erling Haaland, dessen Zukunft in Dortmund weiter für großen Diskussionsstoff sorgt, schlenzte Bellingham den Ball gekonnt ins Tor.

Einen besseren Zeitpunkt für sein erstes Champions-League-Tor hätte sich der Engländer gegen seine Landsleute nicht aussuchen können. Zugleich stieg der Mittelfeldspieler im Alter von 17 Jahren, neun Monaten und 16 Tagen zum jüngsten Torschützen in der Königsklassen-Historie der Westfalen auf.

Citys De Bruyne überragte

Nach seinem goldenen Schuss war Bellingham aber in der Defensive gefragt, denn der Rückstand sorgte für eine deutliche Tempoverschärfung der Citizens. Die Ballzirkulation wurde angeschmissen und der BVB phasenweise in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Und es bedurfte schon einer gewissen Portion Glück, dass die Guardiola-Stars nicht schon in der ersten Hälfte den Rückstand wettmachten. So traf Ex-Bundesligaprofi Kevin De Bruyne nach einem Fehler von Mateu Morey die Latte (25.). Nur eine Minute später tauchte der Belgier wieder gefährlich auf, diesmal hatte Morey seinen Fuß dazwischen und Keeper Marwin Hitz verhinderte gedankenschnell ein Eigentor. Der Schweizer war es auch, der gegen Mahrez überragend parierte (32.).

Nicht auszudenken, wie hoch der Lärmpegel in einer vollen Dortmunder Arena bei diesem packenden Spiel gewesen wäre. Denn der BVB, der in der Bundesliga die Champions-League-Ränge fast schon aus den Augen verloren hat, kämpfte aufopferungsvoll. Immer wieder feuerten sich Hummels, Emre Can und Co. an. Auch der junge Trainer Edin Terzic wäre als zwölfter Mann am liebsten zur Hilfe gekommen, musste es aber bei lauten Anfeuerungen belassen. "Eine Top-Leistung gegen einen Top-Gegner" hatte Terzic eingefordert – enttäuscht wurde er nicht.

Foden besiegelte das BVB-Aus

Der Dauer-Druck von Man City ging aber auch in der zweiten Halbzeit unvermindert weiter. Das konnte nicht ewig gut gehen. Dass aber ein von Can verschuldeter Handelfmeter zum Ausgleich führte, war ärgerlich. Der Nationalspieler köpfte nach einer Flanke seinen ausgestreckten Arm selbst an. Im Gegensatz zum Hinspiel wurde diesmal aber nicht der Strafstoß gegen Can durch den Video-Schiedsrichter zurückgenommen. Mahrez verwandelte eiskalt.

Nun bedurfte es wieder einer Reaktion des BVB, der sich nun aber schwer tat, gegen die Engländer zu Strafraumaktionen zu kommen. Eine besaß Hummels bei einem Kopfball knapp über das Tor (68.). Doch nach einem Distanzschuss von Foden ins kurze Toreck, als Hitz nicht gut aussah, waren die Hoffnungen dahin. Der Youngster hatte schon im Hinspiel den 2:1-Siegtreffer erzielt.

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