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DFB-Pokal: Wie Gladbachs Jagd-Pressing die Bayern einfach erlegte

Historischer Pokalabend  

Gladbachs Jagd-Pressing erlegte die Bayern

Von Constantin Eckner

28.10.2021, 12:37 Uhr
DFB-Pokal: Wie Gladbachs Jagd-Pressing die Bayern einfach erlegte. Ramy Bensebaini: Gladbachs Doppelpacker jubelt entfesselt, im Hintergrund blickt Bayerns Dayot Upamecano bedient drein. (Quelle: imago images/Revierfoto)

Ramy Bensebaini: Gladbachs Doppelpacker jubelt entfesselt, im Hintergrund blickt Bayerns Dayot Upamecano bedient drein. (Quelle: Revierfoto/imago images)

Die Gladbacher Borussia hat den FC Bayern mit dem Pokal-Kantersieg historisch blamiert. Entscheidend für die Machtdemonstration war die mutige Herangehensweise der Fohlen.

Das hatte keiner kommen sehen. Der FC Bayern München geht mit 0:5 im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach unter. Dabei konnten die Rheinländer mit schnörkellosem Offensivspiel und unnachgiebiger Defensivarbeit glänzen, aber die Münchener begingen auch ihrerseits viel zu viele Fehler in der eigenen Spielhälfte – was als Folge zu einem historischen Debakel führte.

Zunächst zu den Ausrichtungen beider Mannschaften am gestrigen Pokalabend: Die Bayern gingen in ihrer gewohnten 4-2-3-1-Grundformation ins Spiel. Julian Nagelsmann, der während der Partie aufgrund seiner Corona-Infektion wieder von Dino Toppmöller vertreten wurde, nahm nur kleinere personelle Veränderungen vor, da beispielsweise Alphonso Davies und Leon Goretzka nach Verletzungen zurückkehrten. Auch Gladbach überraschte zumindest auf dem Aufstellungsbogen nicht, denn es war das bekannte 3-4-2-1 der Fohlen, das auch in der Bundesliga häufig zum Einsatz kommt.

Die Grundformationen beider Teams. (Quelle: Constantin Eckner)Die Grundformationen beider Teams. (Quelle: Constantin Eckner) 

Gladbacher jagen die Bayern

Etwas überraschender waren hingegen die taktische Herangehensweise und die konkrete Umsetzung des Matchplans von Gladbach-Trainer Adi Hütter. Von Minute eins an rückten die Hausherren weit nach vorn und jagten die Bayern bereits an deren Strafraum. Der sonst so überlegene und ballsichere Rekordmeister wusste sich nicht anders zu helfen, als den Ball mit viel Hast irgendwie nach vorn zu befördern.

Deshalb bewegten sich einige Bayern in die Breite und Spitze, was die komplette Mannschaft auseinanderzog und Lücken im Mittelfeld kreierte, in welche wiederum Gladbach hineinstoßen konnte.

Dieses Jagd-Pressing war der erste Schlüssel, um den Spielfluss des FC Bayern zu unterbrechen und Feldvorteile zu erzeugen. In Ansätzen erinnerte Gladbachs Herangehensweise an das Auftaktspiel der Bundesligasaison, in welchem sich die Fohlen ein 1:1 im heimischen Borussia-Park herausarbeiten konnten.

Am gestrigen Abend war das Resultat aber noch um ein Vielfaches besser, denn Gladbach nutzte nach Ballgewinnen die offensiven Umschaltsituationen hervorragend aus.

Bayerns Viererkette mit vielen Fehlern

Einige Male gewannen die Hausherren im Mittelfeld den Ball und spielten sich dann über Lars Stindl, Jonas Hoffmann und einige andere mit wenigen Kontakten in den Strafraum der Bayern. Der deutsche Rekordmeister war seinerseits nicht voll auf der Höhe. Denn die Viererkette reagierte oft nur behäbig, beging Positionierungsfehler und gewann fast nie einen Defensivzweikampf, wenn es darauf ankam.

Dass es nicht nur Gladbachs spielerischer Ansatz war, sondern auch Bayerns eigenes Versagen, das zu diesem deutlichen 5:0-Endergebnis führte, veranschaulichte etwa der vierte Gladbacher Treffer durch Breel Embolo, dem ein recht blinder langer Schlag von Nico Elvedi vorausging. Embolo gewann schlicht das Kopfballduell mit Dayot Upamecano und schoss unmittelbar aufs Tor.

In anderen Situationen verlor Linksverteidiger Davies den Kontakt zu seinem Gegenspieler oder Abwehrkollege Lucas Hernández stand falsch und schloss die Lücke in der Mitte nicht schnell genug. Diese defensiven Aussetzer werfen die Frage auf, ob es in den kommenden Wochen noch häufiger zu Niederlagen für die bis dato stabil wirkenden Bayern kommen wird. Denn das, was Gladbach am gestrigen Abend gezeigt hat, könnten Teams in der Bundesliga als Vorlage nutzen und eventuell auf ähnliche Weise umsetzen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtungen 

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