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Union gegen Feyenoord in der Conference League: Spiel mit Knallgefahr

Feyenoord zu Gast bei Union  

Spiel mit Knallgefahr

04.11.2021, 17:55 Uhr
Union gegen Feyenoord in der Conference League: Spiel mit Knallgefahr. Bengalos und Böller am Hackeschen Markt: Feyenoord-Fans in Berlin. (Quelle: Simone Windhoff/Twitter)

Bengalos und Böller am Hackeschen Markt: Feyenoord-Fans in Berlin. (Quelle: Simone Windhoff/Twitter)

Am Donnerstagabend treffen Union Berlin und Feyenoord Rotterdam in der Conference League aufeinander. Vorfälle vor der Partie zeigen, dass es unschön werden könnte.

Die Polizei warnt und ist in Sorge. Und auch Union zeigt sich vor dem Spiel am Donnerstagabend in der Conference League gegen Feyenoord Rotterdam (21 Uhr im t-online-Liveticker) beunruhigt. Schon am Mittwoch teilte der Klub mit: Um ein Aufeinandertreffen beider Fangruppen zu verhindern, sollten die Rotterdam-Fans mit der U-Bahn zum Olympiastadion zu fahren. Die Union-Fans sollten die S-Bahn nehmen. 

Nachdem es schon im Hinspiel zwischen beiden Fanlagern geknallt hat, sollen so weitere Auseinandersetzungen verhindert werden. Doch trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen deutet alles auf erneute Krawalle hin. Am Mittwochmittag hatten die Fans aus den Niederlanden den Schriftzug Feyenoord über ein meterlanges Mauerstück an der East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain gesprüht. 

2.000 Polizisten sollen das Schlimmste verhindern

Am Mittwochabend und in der Nacht zu Donnerstag waren rund 600 Polizisten im Einsatz. Die Beamten nahmen bei Einsätzen am Mehringdamm in Kreuzberg und am Treptower Park 71 teils "gewaltbereite und angetrunkene" Personen fest. Unter anderem wurden Pyrotechnik, Handschuhe und Sturmhauben sichergestellt. Außerdem wurden acht weitere Personen wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung an anderer Stelle festgenommen, in 46 Fällen wurden die Personalien überprüft.

Die East Side Gallery verunstaltet: Im Vorfeld des Spiels gegen Union Berlin haben Feyenoord-Fans randaliert.  (Quelle: imago images/Matthias Koch)Die East Side Gallery verunstaltet: Im Vorfeld des Spiels gegen Union Berlin haben Feyenoord-Fans randaliert. (Quelle: Matthias Koch/imago images)

Der Polizei zufolge waren am Mittwoch bereits Gästefans aus Rotterdam im unteren vierstelligen Bereich angereist. Der niederländische Traditionsklub erhielt für die Partie im Berliner Olympiastadion ein Kontingent von gut 5.000 Eintrittskarten, das von den Fans komplett in Anspruch genommen wurde. Zum Spiel, bei dem insgesamt 30.000 Zuschauer zugelassen sind, werden 2.000 Kräfte im Einsatz sein, um das Schlimmste zu verhindern.

Die Polizei weiß: Die Fans aus den Niederlanden sind gefürchtet. Wie hoch das Gewaltpotential ist, zeigen Ausschreitungen in der Vergangenheit.

Im Jahr 2004 randalierten Rotterdam-Fans vor dem Uefa-Cup-Spiel beim FC Basel. Im Jahr 2010 stürmten rund 150 Fans das Abschlusstraining der eigenen Mannschaft, um den Spielern zu vermitteln, dass sie ihrem Erzrivalen Ajax Amsterdam bloß nicht zur Meisterschaft verhelfen sollen. Ajax hatte zu diesem Zeitpunkt einen Zähler Rückstand auf Tabellenführer Enschede, die bei Feyenoord zu Gast waren.

Die Ausschreitungen der Feyenoord-Gruppen sind komplex und oft nicht nachvollziehbar. Vor allem aber sind sie schädlich für den eigenen Verein. So sagte Feyenoords Vorsitzender Toon van Bodegom nach dem Rücktritt von Koevermans Ende Oktober: "Es ist nicht gut für die Reputation des Klubs, nicht gut für die Mitarbeiter." Und bilanzierte: "So kann es nicht weitergehen."

Geplanter Stadionbau lässt eigenen Klub zur Zielscheibe des Hasses werden

Das Kuriose: Nicht nur Mitarbeiter und Fans des Gegners sind Ziel der aggressiven Gruppen. Auch in den eigenen Reihen schrecken die Feyenoord-Gruppen vor nichts zurück. So kam es Ende September zu einem bösen Vorfall, als Feyenoords Generaldirektor Mark Koevermans in seiner eigenen Wohnung mitten in der Nacht angegriffen wurde. Die Scheiben der Haustür wurden eingeschmissen, die Hauswand wurde mit dem Kürzel einer berüchtigten Fangruppe beschmiert. Koevermans hat daraufhin angekündigt, dass er nach zwölf Jahren im Klub zum 1. Dezember zurücktreten wird. Er begründete den Schritt damit, dass er sich von den eigenen Fans bedroht fühlt.

Woran die Wut der Anhänger liegen könnte? Ein Grund ist wohl der Bauplan für ein neues Stadion, das am Ufer der Maas entstehen soll. 63.000 Zuschauer sollen darin Platz finden, das Projekt kostet um die 440 Millionen Euro. Doch beim harten Kern der Fans kommen diese Planungen überhaupt nicht gut an. Denn sie wollen ihr aktuelles Stadion De Kuip behalten. Laut niederländischen Medien hätten die Anhänger eine Renovierung ihres Stadions dem Neubau vorgezogen.

Diese Pläne, die bereits seit über zehn Jahren existieren, haben den Klub und die Fans gespalten. In einem Interview mit "Vice" sagte ein Fanvertreter der Gruppe "FRFC1908" vor fünf Jahren bereits: "Ich denke, die Leitung will mit uns nichts zu tun haben. Manchmal fragen wir uns, warum sie uns Fans so hassen, aber dann denken wir: 'Das sind keine Feyenoorder'. In ein paar Jahren sind die weg, aber wir sind dann immer noch hier." 

Verwendete Quellen:

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