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Spiel mit Knallgefahr

  • Melanie Muschong
Von Melanie Muschong

Aktualisiert am 04.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Bengalos und B├Âller am Hackeschen Markt: Feyenoord-Fans in Berlin.
Bengalos und B├Âller am Hackeschen Markt: Feyenoord-Fans in Berlin. (Quelle: Simone Windhoff/Twitter)
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Am Donnerstagabend treffen Union Berlin und Feyenoord Rotterdam in der Conference League aufeinander. Vorf├Ąlle vor der Partie zeigen, dass es unsch├Ân werden k├Ânnte.

Die Polizei warnt und ist in Sorge. Und auch Union zeigt sich vor dem Spiel am Donnerstagabend in der Conference League gegen Feyenoord Rotterdam (21 Uhr im t-online-Liveticker) beunruhigt. Schon am Mittwoch teilte der Klub mit: Um ein Aufeinandertreffen beider Fangruppen zu verhindern, sollten die Rotterdam-Fans mit der U-Bahn zum Olympiastadion zu fahren. Die Union-Fans sollten die S-Bahn nehmen.

Nachdem es schon im Hinspiel zwischen beiden Fanlagern geknallt hat, sollen so weitere Auseinandersetzungen verhindert werden. Doch trotz dieser Vorsichtsma├čnahmen deutet alles auf erneute Krawalle hin. Am Mittwochmittag hatten die Fans aus den Niederlanden den Schriftzug Feyenoord ├╝ber ein meterlanges Mauerst├╝ck an der East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain gespr├╝ht.

2.000 Polizisten sollen das Schlimmste verhindern

Am Mittwochabend und in der Nacht zu Donnerstag waren rund 600 Polizisten im Einsatz. Die Beamten nahmen bei Eins├Ątzen am Mehringdamm in Kreuzberg und am Treptower Park 71 teils "gewaltbereite und angetrunkene" Personen fest. Unter anderem wurden Pyrotechnik, Handschuhe und Sturmhauben sichergestellt. Au├čerdem wurden acht weitere Personen wegen Sachbesch├Ądigung und K├Ârperverletzung an anderer Stelle festgenommen, in 46 F├Ąllen wurden die Personalien ├╝berpr├╝ft.

Die East Side Gallery verunstaltet: Im Vorfeld des Spiels gegen Union Berlin haben Feyenoord-Fans randaliert.
Die East Side Gallery verunstaltet: Im Vorfeld des Spiels gegen Union Berlin haben Feyenoord-Fans randaliert. (Quelle: Matthias Koch/imago-images-bilder)
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Der Polizei zufolge waren am Mittwoch bereits G├Ąstefans aus Rotterdam im unteren vierstelligen Bereich angereist. Der niederl├Ąndische Traditionsklub erhielt f├╝r die Partie im Berliner Olympiastadion ein Kontingent von gut 5.000 Eintrittskarten, das von den Fans komplett in Anspruch genommen wurde. Zum Spiel, bei dem insgesamt 30.000 Zuschauer zugelassen sind, werden 2.000 Kr├Ąfte im Einsatz sein, um das Schlimmste zu verhindern.

Die Polizei wei├č: Die Fans aus den Niederlanden sind gef├╝rchtet. Wie hoch das Gewaltpotential ist, zeigen Ausschreitungen in der Vergangenheit.

Im Jahr 2004 randalierten Rotterdam-Fans vor dem Uefa-Cup-Spiel beim FC Basel. Im Jahr 2010 st├╝rmten rund 150 Fans das Abschlusstraining der eigenen Mannschaft, um den Spielern zu vermitteln, dass sie ihrem Erzrivalen Ajax Amsterdam blo├č nicht zur Meisterschaft verhelfen sollen. Ajax hatte zu diesem Zeitpunkt einen Z├Ąhler R├╝ckstand auf Tabellenf├╝hrer Enschede, die bei Feyenoord zu Gast waren.

Die Ausschreitungen der Feyenoord-Gruppen sind komplex und oft nicht nachvollziehbar. Vor allem aber sind sie sch├Ądlich f├╝r den eigenen Verein. So sagte Feyenoords Vorsitzender Toon van Bodegom nach dem R├╝cktritt von Koevermans Ende Oktober: "Es ist nicht gut f├╝r die Reputation des Klubs, nicht gut f├╝r die Mitarbeiter." Und bilanzierte: "So kann es nicht weitergehen."

Geplanter Stadionbau l├Ąsst eigenen Klub zur Zielscheibe des Hasses werden

Das Kuriose: Nicht nur Mitarbeiter und Fans des Gegners sind Ziel der aggressiven Gruppen. Auch in den eigenen Reihen schrecken die Feyenoord-Gruppen vor nichts zur├╝ck. So kam es Ende September zu einem b├Âsen Vorfall, als Feyenoords Generaldirektor Mark Koevermans in seiner eigenen Wohnung mitten in der Nacht angegriffen wurde. Die Scheiben der Haust├╝r wurden eingeschmissen, die Hauswand wurde mit dem K├╝rzel einer ber├╝chtigten Fangruppe beschmiert. Koevermans hat daraufhin angek├╝ndigt, dass er nach zw├Âlf Jahren im Klub zum 1. Dezember zur├╝cktreten wird. Er begr├╝ndete den Schritt damit, dass er sich von den eigenen Fans bedroht f├╝hlt.

Woran die Wut der Anh├Ąnger liegen k├Ânnte? Ein Grund ist wohl der Bauplan f├╝r ein neues Stadion, das am Ufer der Maas entstehen soll. 63.000 Zuschauer sollen darin Platz finden, das Projekt kostet um die 440 Millionen Euro. Doch beim harten Kern der Fans kommen diese Planungen ├╝berhaupt nicht gut an. Denn sie wollen ihr aktuelles Stadion De Kuip behalten. Laut niederl├Ąndischen Medien h├Ątten die Anh├Ąnger eine Renovierung ihres Stadions dem Neubau vorgezogen.

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Diese Pl├Ąne, die bereits seit ├╝ber zehn Jahren existieren, haben den Klub und die Fans gespalten. In einem Interview mit "Vice" sagte ein Fanvertreter der Gruppe "FRFC1908" vor f├╝nf Jahren bereits: "Ich denke, die Leitung will mit uns nichts zu tun haben. Manchmal fragen wir uns, warum sie uns Fans so hassen, aber dann denken wir: 'Das sind keine Feyenoorder'. In ein paar Jahren sind die weg, aber wir sind dann immer noch hier."

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  • Noah Platschko
Von Noah Platschko
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