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Frauen-WM in Frankreich: Das ist der traurigste glücklichste Fan der WM


Kuriose WM-Geschichte  

Fan verpasst Tor ihrer Freundin – und jubelt doch noch

Aus Montpellier berichtet Noah Platschko

14.06.2019, 12:23 Uhr
Frauen-WM in Frankreich: Das ist der traurigste glücklichste Fan der WM. Emma Stanley, 24, studiert Jura in Leeds. (Quelle: t-online.de/privat)

Emma Stanley, 24, studiert Jura in Leeds. (Quelle: privat/t-online.de)

3:2 nach 0:2. Australien feierte gegen Brasilien ein starkes Comeback. Mit beteiligt an der Aufholjagd waren auch die Fans der "Matildas". Unter ihnen: Eine beste Freundin und die wohl stolzeste Mutter im Stadion. 

"Go Caiti, go" Die schrillen Anfeuerungsrufe aus Block D waren kaum zu überhören. Direkt an die Pressetribüne angrenzend jubelten mehr als 1.000 australische Fans ihrer Mannschaft zu – die mit dem Rücken zur Wand stand. 

Nach dem unglücklichen Last-Minute-K.-o. gegen Italien (1:2 in der Nachspielzeit) brauchten die Australierinnen gegen Brasilien einen Sieg. Doch der Start für das Team von Trainer Ante Milicic war denkbar ungünstig.


Der eigene Elfmeter nach Videobeweis aberkannt, den 0:1 Rückstand per Elfmeter kassiert. In der 38. Minute das 0:2 durch Cristiane. Trotz eines guten Starts in die Partie lag Australien plötzlich hinten – sehr zum Missfallen des Anhangs in Block D. 

Mitten drin auf der Tribüne: Familie und Freunde der australischen Angreiferin Catilin Foord. Ihre Mutter Simone, ihre beste Freundin Emma sowie ihr Freund Maan – alle kamen sie nach Montpellier, um Caitlin spielen zu sehen.

"Wir sind zusammen aufgewachsen, knapp 100 Kilometer entfernt von Sidney", erzählt Lena Stanley, 24, Foords beste Freundin, die während der Partie auf der Tribüne mitfieberte und der Spielerin mit der Nummer 9 ganz besonders die Daumen drückte. 

Familie und Freunde der australischen Nationalspielerin Cathlin Foord, die das 1:2 für Australien erzielte. (Quelle: t-online.de/privat)Familie und Freunde der australischen Nationalspielerin Cathlin Foord, die das 1:2 für Australien erzielte. (Quelle: privat/t-online.de)

Und die nur 1.65 Meter große Stürmerin war es dann auch, die ihre Mannschaft mit dem Anschlusstreffer in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit Hoffnung für den zweiten Durchgang gab. Nur Freundin Emma bekam davon nichts mit. 

"Ich bin aufs Klo gegangen und habe ihr Tor verpasst", berichtet Emma nach dem Spiel. "Zuerst dachte ich, Brasilien hätte das dritte Tor geschossen – aber es war unseres." Als sei es nicht schon schlimm genug, ein Tor zu verpassen, setzte Emma nach dem Seitenwechsel noch einen drauf.

Ntionalspielerin Caitlin Foord (l.) und Emma sind seit Kindertagen miteinander befreundet.  (Quelle: privat)Caitlin (l.) und Emma sind seit Kindertagen miteinander befreundet. (Quelle: privat)

"In der zweiten Hälfte bin ich dann noch mal runter gegangen, um Getränke für alle zu holen. Da fiel dann der Ausgleich – also habe ich auch den nicht gesehen und mir gedacht. 'Mist, vielleicht muss ich einfach draußen bleiben, damit wir gewinnen.'"

Als Australien dann, frenetisch angefeuert von den zahlreichen Fans, das spielentscheidende 3:2 erzielte, saß Emma tatsächlich auf ihrem Platz – musste allerdings um dessen Anerkennung bangen. "Auf einmal kam wieder der Videoassistent, und ich dachte, das ist ein schlechter Witz. Aber am Ende hat's gezählt. Jetzt feiern wir und dann geht's nach Grenoble."

Dort kämpfen die "Matildas", die in Anlehnung an das bekannteste australische Volkslied "Waltzing Matilda" diesen Spitznamen verpasst bekamen, am Dienstag gegen Jamaika um den Einzug in die K.-o.-Phase.

Auch Caitlin Foords Mutter wird dann wieder mit dabei sein, die nach der bärenstarken Aufholjagd mächtig stolz auf ihre Tochter war. "Das war unglaublich. Es war ihr allererster Treffer bei einer WM. Das ist alles total aufregend. Auch für sie freue ich mich so sehr. Sie wird wahnsinnig glücklich sein."

Seit sie klein sei, liebe sie dieses Spiel, erzählt eine überwältigte Simone Foord nach Abpfiff. "Ich habe immer gesagt: Geh' raus und hab Spaß am Fußball. Und jetzt ist sie WM-Torschützin. Wahnsinn."

Mächtig stolz: Simone Foord, natürlich im Trikot ihrer Tochter.  (Quelle: t-online.de/privat)Mächtig stolz: Simone Foord, natürlich im Trikot ihrer Tochter. (Quelle: privat/t-online.de)

Trotz des 0:2 Rückstands habe sie immer an eine Wende geglaubt. "Und als dann Caiti das 1:2 erzielt hat und wir mit nur einem Tor Rückstand in die Pause sind, dachte ich: 'Hey, es sind noch 45 Minuten. Wir können das noch gewinnen." Und so kam es dann auch. 

Am Dienstag wartet nun also Jamaika. Bei einem Sieg ist Australien das Weiterkommen kaum mehr zu nehmen. Zweifel, dass es schiefgehen könnte? Nicht bei Emma: "Natürlich gewinnen wir. Wir haben Caiti."

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