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FC Bayern: Warum Thomas Tuchel erst im Sommer gehen muss


Überraschende Entscheidung
Warum Bayern Thomas Tuchel erst im Sommer entlässt


21.02.2024Lesedauer: 3 Min.
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FC Bayern: Tuchel verlässt FC Bayern zum Saisonende. (Quelle: reuters)

Der FC Bayern und Trainer Thomas Tuchel gehen nach einer Serie von Misserfolgen getrennte Wege – aber erst ab dem Sommer. Warum?

Muss Thomas Tuchel beim FC Bayern gehen oder darf er bleiben? Diese Frage beschäftigte die Fußballwelt nach der jüngsten Niederlagenserie des deutschen Rekordmeisters in den vergangenen Tagen. Jetzt haben die Bayern-Bosse eine Antwort gefunden: irgendwie beides.

Wie der Verein am Mittwoch bekannt gab, wird Tuchel seinen Job zwar abgeben – aber erst im Sommer. Die Entscheidung wirft Fragen auf: Warum wird Tuchel nicht sofort entlassen? Haben die Bayern diese Saison etwa schon abgeschenkt?

Der Verdacht liegt nahe. Doch die Entscheidung hat auch ihre Vorteile. Für den Umbruch im Sommer könnte sie ein wichtiger, erster Schritt sein.

Keine überstürzte Entscheidung

Überstürzt getroffen haben die Bayern-Bosse die Entscheidung auf jeden Fall nicht. Die letzte Liga-Niederlage gegen Bochum ist immerhin schon drei Tage her. Wie t-online aus Vereinskreisen erfuhr, gab es auch keinen neuerlichen Vorfall oder Auslöser für die nun erfolgte Entscheidung. Vielmehr wurden in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt, und man hat sich tatsächlich – wie auch von Bayern öffentlich behauptet – einvernehmlich auf diese Lösung geeinigt.

Die Entscheidung gibt den Bayern-Bossen nun ausreichend Zeit für die Suche nach einem Nachfolger für Tuchel. Zeit werden sie auch brauchen, wenn sie tatsächlich die kolportierte Wunschlösung Xabi Alonso aus Leverkusen loseisen wollen. Der macht nämlich aktuell keine Anstalten, den Verein wechseln zu wollen. Und selbst wenn, müssten die Bayern den FC Liverpool ausstechen, der den Spanier Berichten zufolge ebenfalls als Nachfolger von Jürgen Klopp im Blick hat und derzeit sportlich deutlich besser dasteht.

Sofortige Entlassung wäre kaum möglich gewesen

Gleichzeitig wäre es den Münchnern wohl auch kaum möglich gewesen, mitten in der Saison erneut einen Trainer zu finden, der die aktuell recht ausweglos erscheinende Titeljagd doch noch zu wenigstens einem Erfolg führte. Die Aussichten dafür sind nämlich düster: Im DFB-Pokal ist Bayern schon raus, in der Champions League droht nach der 0:1-Niederlage im Achtelfinalhinspiel bei Lazio Rom ein ähnliches Schicksal. Und in der Bundesliga? Bei acht Punkten Rückstand des deutschen Rekordmeisters scheint die Meisterschale schon auf dem Weg nach Leverkusen zu sein.

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Wohl kaum ein Trainer von internationaler Klasse würde das Risiko eingehen, am Ende keinen Titel zu holen und im Sommer schon wieder verbrannt in die neue Saison zu gehen. Das dürfte auch bei den Überlegungen der Bayern-Bosse eine Rolle gespielt haben.

Die Spieler sollen endlich liefern

Nach t-online-Informationen wollen diese durch die Trennung im Sommer deshalb lieber die Spieler in die Pflicht nehmen. Der Gedanke: Ein sofortiger Trainerwechsel hätte den Spielern eine Ausrede für die schwachen Leistungen geliefert. Stattdessen sollen sie für die schlechte Saison verantwortlich gemacht werden und jetzt zeigen, was sie können.

Die zusätzliche Hoffnung der Bosse ist, dass sich durch die Entscheidung nun endlich eine Bremse bei den Spielern löst – ein Effekt, auf den schon lange gewartet wird. Dabei hoffen die Bayern-Bosse auf eine ähnliche Wirkung wie in der Triple-Saison 2013 unter Jupp Heynckes. Auch bei ihm stand der Abschied zum Sommer frühzeitig fest, und die Entscheidung gab den Spielern einen Schub, der sie am Ende zu drei Titeln trug.

Macht es Bayern wie der BVB?

Als ein weiteres positives Beispiel wird intern der Abschied von Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund gesehen. Nach einer schwachen Hinrunde 2014, bei der der BVB phasenweise den letzten Tabellenplatz belegt hatte, kündigte Klopp bereits vor Saisonende im April 2015 seinen Abschied an. Am Ende schaffte es die Mannschaft in der Folge noch auf Platz sieben und später über die Qualifikation in die Europa League.

Genau wie bei Dortmund damals ist das Ziel der Bayern-Bosse heute, die Saison so gut wie möglich zu beenden. Dabei wird der Gewinn der Meisterschaft t-online-Informationen zufolge angesichts der acht Punkte Rückstand und der bisherigen Stabilität Leverkusens nicht mehr als realistisch angesehen. Stattdessen ist das oberste Ziel die Champions League. Darauf soll der volle Fokus liegen, denn es besteht durchaus der Glaube, dass in der Königsklasse noch alles möglich ist.

Neuausrichtung für das "Finale dahoam"

Für die Spieler geht es dabei auch um ihre persönliche Zukunft im Verein. Wollen sie auch über den Sommer hinaus im Kader bleiben, müssen sie Leistung zeigen. Im Verein soll dann nämlich alles hinterfragt werden – insbesondere der Kader.

Das Ziel der kompletten Neuausrichtung ist ebenfalls klar: das Champions-League-Finale im eigenen Stadion 2025. Dem soll alles untergeordnet werden. Verantwortlich dafür wird Max Eberl sein, der spätestens im März seine Arbeit als neuer Sportvorstand aufnehmen wird. Die Tuchel-Entlassung ist nur der erste Baustein für einen längerfristigen Plan.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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